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M. Beisenherz: Sorry, ich bin privat hier: Donald Trump - alternativ gut

Gegen die Berichterstattung der Medien setzt der US-Regierungssprecher Spicer alternative Fakten. Das wirft ein ganz neues Licht auf Donald Trump: Ist er vielleicht gar kein miserabler Staatsmann - sondern nur alternativ gut?

Micky Beisenherz über Donald Trump

Ist er ein schlechter Staatsmann oder einfach nur alternativ gut? Micky Beisenherz schreibt über Donald Trump.

"Es ist ein bisschen so, als würde man den Schwanz seines Vater sehen. Du weißt zwar, dass er da ist, aber..." Trevor Noah von der "Daily Show" beschrieb sehr anschaulich, was in vielen von uns vorging, als sie die Amtseinführung von Trump gesehen haben. Um meinem ehrlichen, nine-elevenigen Gefühl nicht zu viel dramatischen Raum zu geben: Es hatte etwas von einem Roland-Emmerich-Film. Wobei der sicherlich mehr Publikum vors Kapitol getrickst hätte.

Regen. Trump. "La La Land" im Kino - die Gründe für ein Fernbleiben der Veranstaltung sind vielfältig. Wäre eigentlich auch egal. Wenn es Trump (beziehungsweise seinem Pressesprecher Spicer) nicht so unglaublich wichtig wäre, in seiner ersten offiziellen Pressekonferenz, nun ja, richtigzustellen, dass es "das größte Publikum war, das je bei einer Amtseinführung war. Punkt!" Was übrigens gelogen ist. Wie übrigens noch ein paar andere Sätze, die - Zitat Weißes Haus - "alternative Fakten" sind.

Alternative Fakten! Wieder was gelernt. Die Nacht ist nicht dunkel. Vielleicht ist sie nur alternativ hell. Hier werden Wahrheiten so höhnisch lieblos behandelt wie Frauen, Mexikaner, Muslime... ach, suchen Sie sich einfach etwas aus.

Lassen wir selbst das mal beiseite. Viel interessanter ist doch, dass Turbonarziss Trump es zum Punkt 1 seiner Agenda macht, klarzustellen, dass noch nie jemand besser ausgesehen hat. Gibt es nichts Wichtigeres? Keine dringlicheren Aufgaben?

Interessiert es beispielsweise den Rust Belt, wie glamourös sein Einstieg ins höchste Amt der Nation war? (ganz nebenbei: Trump tanzt, wie er redet). Sollte er nicht, in dieser ersten Rede erklären, wie er die Jobs zurückbringen will? (Was in etwa gleichbedeutend damit wäre, im Ruhrgebiet wieder die Zechen zum Laufen zu bringen.) Stattdessen will er, der beleidigte Imperator, erst einmal die Medien "zur Rechenschaft ziehen".

Ui. Eleganter Einstieg in die Leitung der freien Demokratie. Geht es Trump am Ende womöglich doch nur... um Trump? Ein solches Verhalten jedenfalls kennt man eher von afrikanischen Despoten. Dass der Leader des freien Westens Richtung Mugabe tendiert, daran müssen wir uns wohl erst noch gewöhnen. Man kann nur hoffen, dass die Atomcodes mehr als 140 Zeichen haben.

Melania Trump - eine echte FLILF

Der, "der an seinen Taten gemessen" werden soll, hat gleich die erste Chance mächtig versemmelt, seine Kritiker ein paar Nuancen runterzutönen. Passenderweise kommt von nicht wenigen aus der "lasst ihn doch mal machen"-Fraktion eine ehrlich geifernde Begeisterung für Melania Trump und ihre Aura der Verfügbarkeit. Eine echte FLILF. Lechz. Ja, richtig, auf diesem Niveau wird ja jetzt Politik diskutiert.

Trumps Pressesprecher: Sieben Akte ohne Gnade - das große Theater des Sean Spicer

Als arroganter Deutscher bin ich ständig versucht, über den großen Teich zu rufen: "Das habt ihr jetzt davon, ihr Idioten." Nur hat die eine Hälfte der Amerikaner versucht, ihn zu verhindern. Und die andere stand in weiten Teilen vorher schon so mit dem Rücken zur Wand, dass es kaum befriedigend ist, mitzuerleben, wie arbeitslose Stahlarbeiter mit roten Basecaps auf diesen Scharlatan hereinfallen. Einer gewinnt - alle verlieren.

Am Ende hat Trump es dennoch geschafft, Hundertausende Menschen zu bewegen. (Allein in L.A. waren es um die 750.000) Wenn auch nur in einem selten gesehenen Protestmarsch gegen ihn und seine Kultur der Werteerosion. Dass der #womensmarch auch sehr stark von Männern frequentiert wurde und wird, ist ein alternativer Fakt für sich.

Die Verdauungsschwere der satten Gesellschaft ist vorbei

Und doch haben die Trumps dieser Welt etwas Gutes: Sie repolitisieren unsere Generation. Menschen, die bislang höchstens für neue iPhones oder Pokemon aus dem Haus gegangen sind, gehen auf die Straße, weil sie ein echtes Anliegen haben. Es geht wieder um etwas.

Die Verdauungsschwere der satten Gesellschaft ist vorbei. Das hilflose Schulterzucken hat ein Ende. Warum aber stets dieser Blick nach Amerika? Man könnte doch die Position derer vertreten, die meinen, es ginge uns nix an. Aber das tut es natürlich doch. Denn selbst, wenn bei vielen von uns latenter Antiamerikanismus mitschwingt, dann stehen sie uns trotz des "die sind ja bekloppt" doch kulturell ziemlich nah.

Hier kommt die Angst hoch, dass der wohl größte Vertreter der westlichen Welt der Vorbote einer Zeit der Kurzschluss-Mentalität ist, in der lieber gebrüllt wird als argumentiert. Die Scheiße schwappt zu uns rüber.

Dummheit kennt keine Landesgrenzen

Wer schreit, hat eben doch recht. Wer lügt, ist eben kein Lügner, sondern liegt alternativ richtig. Warum sollte es hier anders laufen? Dummheit und Frustration kennen keine Landesgrenzen.

Mag sein, dass es schön ist, wenn Trump die politische Kaste und die Gesellschaft mal kräftig durchwirbelt. Ist halt nur blöd, wenn er allen dabei das Genick bricht.

Aber womöglich ist er gar kein miserabler Staatsmann.
Er ist vielleicht nur alternativ gut.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.