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Musikstreaming: Bruch mit jahrelangem Boykott: "Die Ärzte" gibt es nun doch auf Spotify und Co.

Jahrelang hat die deutsche Band "Die Ärzte" das Musikstreaming boykottiert und sich dagegen stark gemacht. Nun hat die Gruppe ihre Meinung geändert und bietet ihre Musik bei Spotify an. Die Fans dürfte es freuen.

Die Ärzte: Frontmann Farin Urlaub

Singt nun doch "für" Spotify: "Die Ärzte"-Frontmann Farin Urlaub

Picture Alliance

Für viele Jahre hat sich die deutsche Band "Die Ärzte" gegen Musikstreaming ausgesprochen. Strikt war Frontmann Farin Urlaub und seine Männer dagegen, man wollte nichts verschenken, die Schönheit und Haptik ihrer Werke waren ihnen wichtiger. Kategorisch hatte man lange Zeit eine Teilnahme an Musikstreaming abgelehnt. Urlaub sagte einst sogar, er sei "davon so angewidert, dass ich da weder als Kunde noch als Musiker sein möchte". Nun hat die Gruppe offensichtlich ihre Meinung geändert - und bietet zukünftig ihre Musik doch auf Spotify und Co. an. 

"Um auch in Zukunft eine weltumspannende, ganztägige Versorgung mit echter die ärzte-Musik zu gewährleisten, bieten wir ab dem 16. November 2018 alle nicht verbotenen die ärzte-Alben auch zum Streamen an", hieß es dazu auf der Website der "Ärzte". Vom Debütalbum "Devil" aus dem Jahre 1984 bis zu dem 2012er-Album "auch" gibt es nun zum Hören. Dazu kommen mehrere Live-Alben, ein Unplugged-Konzert und Zusammenstellungen ihrer Werke. Spotify-Konkurrent Deezer hat sich gleich zwölf Playlists für Ärzte Fans überlegt: Songlisten für Rebellen und Verliebte, für Stromsparer, Einsteiger oder Arrogante.

"Die Ärzte": 16 Cent für 200.000 Aufrufe

Dabei waren die Ärzte schon mal kurz bei Spotify. Das wurde aber nach kurzer Zeit wieder eingestampft. Sie sagten, sie hätten dabei zu wenig Geld eingenommen. Farin Urlaub sagte diesbezüglich: "Folgende Anekdote dazu. Die Leute von Spotify waren sich so sicher, dass diese komischen Krautbands, von denen sie noch nie etwas gehört haben, auch mitmachen würden. Und dann waren wir für ein paar Tage auf Spotify, bis unsere Anwälte Einspruch erhoben haben. Es waren ungefähr 200.000 Abrufe. Und ein Jahr später kam die Abrechnung. Ich hätte es fast nicht bemerkt." Auf dem Konto eingegangen waren: 16 Cent. 

Quellen: Kölner Stadt-Anzeiger, Rolling Stone, Peiner Allgemeine

 

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wlk