HOME
Analyse

Eurovision-Vorentscheid: "Radikaler Neuanfang" beim ESC-Vorentscheid - wird jetzt alles gut?

Neuanfang beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest: Der NDR setzt auf ein kompliziertes Konzept aus internationalen Jurys und Experten und will damit wieder punkten. Kann das klappen?

Levina beim ESC

Die deutsche ESC-Teilnehmerin Levina wurde in diesem Jahr in Kiew Vorletzte.

In diesem Jahr reichte es in Kiew mit gerade mal sechs Punkten nur für einen traurigen vorletzten Platz. 2016 wurde Deutschland mit zwölf Punkten in Stockholm Letzter und das Jahr davor in Wien war der deutsche Beitrag den Zuschauern und Jurys aus Europa nicht mal einen einzigen Zähler wert: Die Bilanz der deutschen Kandidaten beim Eurovision Song Contest war in den vergangenen Jahren verheerend. Seit Roman Lob (2012, "Standing Still", Platz 8) landete kein Beitrag mehr in den Top Ten. Jetzt soll alles besser werden, doch an der entscheidenden Stelle passiert wenig.

Am Freitag gab der NDR sein Konzept für den 2018 bekannt. Wie in den vergangenen Jahren sollen sich mögliche Kandidaten in einem Online-Casting bewerben. Daraus werden die fünf Sängerinnen oder Sänger gewählt, die im kommenden Jahr im deutschen Vorentscheid auf der Bühne stehen. Neu ist, dass nicht mehr nur die deutschen Zuschauer, sondern eine internationale Experten-Jury und ein sogenanntes "Europa-Panel" über den deutschen Beitrag für den ESC 2018 in Lissabon entscheiden werden.

Klingt kompliziert? Ist es auch! 

Europa was? Das "Europa-Panel" werde aus 100 Personen bestehen, die in einem "mehrstufigen Auswahlprozess in den sozialen Netzwerken" gesucht würden, teilte der mit. Die 100 Mitglieder des Gremiums entscheiden von der Vorauswahl aller Kandidaten bis hin zur finalen Abstimmung in der Sendung über den deutschen Beitrag mit. Die internationale Jury werde aus 20 bis 25 Personen bestehen, die in den vergangenen Jahren in ihren jeweiligen Heimatländern Mitglieder der nationalen Jury waren.

"Wir haben in den letzten Monaten viele intensive Gespräche geführt, alles auf den Prüfstand gestellt und externen Rat und Kritik eingeholt. Unser Ziel ist ein radikaler Neuanfang, bei dem nichts so bleiben soll, wie es in den letzten Jahren war", sagte Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der bei der ARD für den ESC zuständig ist. Ziel sei es, den internationalen Publikumsgeschmack besser zu treffen.

Deutsche Zuschauer können beim ESC-Vorentscheid überstimmt werden

Die Veränderungen bedeuten, dass die deutschen Zuschauer nicht mehr das letzte Wort haben werden. Bislang hatten allein die Anrufer bestimmt, wer für zum ESC fährt. Jetzt entscheiden "Europa-Panel" und Experten-Jury mit, könnten das Ergebnis der deutschen Zuschauer am Ende sogar überstimmen.

Mit ähnlichen Modellen sind andere Nationen beim Eurovision Song Contest bereits erfolgreich. Im schwedischen Vorentscheid "Melodifestivalen" wählen seit Jahren internationale Jurys und Experten den Beitrag mit aus, überstimmten dieses Jahr sogar die schwedischen Zuschauer. Die wollten mehrheitlich Sänger Nano im ESC-Finale sehen. Da Robin Bengtsson mehr Stimmen von einer internationalen Jury bekam, durfte trotzdem er nach Kiew fahren. Mit Erfolg - er landete am Ende auf Rang fünf.

Wird jetzt alles gut? Nein

Kann mit dem neuen Konzept auch Deutschland endlich wieder punkten? Nicht zwangsläufig. Denn das neue System geht davon aus, dass das Potenzial von Sängern und Song bislang durchaus vorhanden war, sich die Zuschauer aber falsch entschieden hatten. In diesem Jahr gab es aber überhaupt nur die Wahl aus zwei verschiedenen Songs - viel zu wenig! Allein in Schweden wurden den Zuschauern im Vorentscheid 28 Lieder zur Wahl gestellt.

Die internationale Beteiligung durch Experten-Jury und "Europa-Panel" kann also nur der erste Schritt sein, um beim ESC wieder zu punkten. Viel wichtiger ist es, gute Lieder zu finden. Man werde "mit Komponisten, Produzenten und Labels für jeden der fünf Teilnehmer nach einem authentischen, besonderen Lied suchen", teilte der NDR mit. Doch das versuchte der Sender bereits in den Vorjahren - mit bekanntem Ergebnis.


Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo