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Benjamin Biolay: "Ich bin romantischer als Gainsbourg"

Mit seinem "Rose Kennedy" trat Benjamin Biolay in Frankreich eine Euphorie los, die jede Beaujolais umnebelte Nacht übertraf. Nun meldet sich der "Retter der französischen Chansonszene", der als junger Gainsbourg gefeiert wird, mit einem neuen, hitverdächtigen Album zurück: "Trash Yé Yé".

Von Annette Stiekele

Den maßgeblichen Vertreter der französischen Neochanson-Szene stellt man sich irgendwie stilvoll, ätherisch und versponnen vor. Jedenfalls nicht so: Es ist später Vormittag, Benjamin Biolay erscheint bleich, mit vom Schlafmangel verhangenen Blick. Am Oberarm blitzt ein Tattoo. Eine nicht mehr taufrische Jeans und ein schlichtes schwarzes Shirt übergestreift, wirkt er eher wie der Vertreter einer Grindcore-Metal-Band, als der französische Schöngeist, der im Jahre 2001 die überstylten Geigen und poetischen Gesänge von "Rose Kennedy" erfand. Damit trat der smarte Franzose eine Hysterie in Frankreich los, die jede Beaujoulais umnebelte Nacht übertraf. Fortan galt er als der wiedergeborene Serge Gainsbourg. Er grüßt mürrisch und ordert Zigaretten. "Lights?", wird er gefragt, "Um Gottes willen, Nein!" empört er sich.

Doch hinter dem harten Rockerimage kommt dann doch noch die zarte Songwriterseele ans Licht. Nachdem die dunklen Klänge seines letzten Albums "A l'Origine" viele verstört haben, erscheint in diesen Tagen mit "Trash Yé Yé" ein ausgesprochen zugängliches neues Biolay-Werk. Es ist sein Viertes, wenn man das gute Dutzend weiterer Platten weglässt, bei dem er - ähnlich wie Gainsbourg - als Komponist und Produzent für andere aktiv war. Er hat Talenten wie Keren Ann zum Durchbruch verholfen, die Karriere seiner kleinen Schwester Coralie Clément angeschoben oder den Sound von Altstars wie Francoise Hardy, Henri Salvador oder Juliette Gréco verjüngt.

Früh war der 1973 geborene Biolay, der als Kind musischer Eltern in Villeranche-sur-Saone bei Lyon aufwuchs, von der Musik besessen. Zunächst von der klassischen. Mit fünf Jahren lernt er Geige, dann Tuba, dann Posaune. Er schafft es aufs Konservatorium. Später greift er zur Gitarre. Spielt in verschiedenen Rockbands. 1996 hat er seinen ersten Plattenvertrag als Solokünstler bei der EMI in der Tasche. Danach ging es steil bergauf.

Das Leiden des Dandys an der Welt

Auf "Trash Yé Yé" erleben wir einen neuen Biolay. Mal röhren da in bester britischer Rockmanier die Gitarren, dann wieder verlegt er sich, wie in der Single "Dans La Merco Benz" auf einen niedlichen Reggae-Pop à la Manu Chao. Und auch ziemlich tanzbare Uptempo-Nummern wie "Rendez Vous Qui Sait" fehlen nicht. Die Texte sind wie immer vielschichtig. Rätselhaft. Meistens Melancholisch. "Douloureux Dedans" handelt vom Leiden des Dandys an der Welt. In "La Garconniere" beschreibt er eine Absteige, in der Ehemänner ihre Geliebten empfangen. Die Liebe? Die bleibt irgendwo zwischen verlassenen Betten und Bars voll kaltem Rauch hängen. Der früher an James-Bond-Scores erinnernde Bombastsound weicht nun noch stärker einer an John Lennon geschulten Weltläufigkeit. Da wundert es nicht, dass Biolay das Album nicht etwa an der Seine eingespielt hat, sondern in einem Landhaus im amerikanischen Woodstock.

"Ich hüte mich, das Chanson zu retten"

Mit dem Mythos des Kette rauchenden Chansonniers liegt Biolay seit jeher im Clinch: "Ehrlich gesagt, immer wenn jemand ein Akkordeon hervorzieht, suche ich das Weite. Ich respektiere Jacques Brel, aber seine Lieder deprimieren mich." Angesprochen auf seinen Ruf als Genreretter legt sich die Stirn des Dandys sofort in Falten. "Ich hüte mich, das Chanson zu retten, ich würde eher sagen, ich bringe es um. Dabei hätte das französische Chanson eine Modernisierung dringend nötig, zur Not mit Gewalt." Deutliche Worte. Und Gainsbourg? "Er hat viele Akzente gesetzt, viele Spuren auch in englischer Sprache hinterlassen." Gleiches tut Biolay. Fängt Strömungen aus der ganzen Welt ein. Und legt seinen dunklen, das Idol beinahe imitierenden, untertourigen Sprechgesang darüber. Bei aller Gemeinsamkeit grenzt sich der Sänger ab: "Ich bin sehr viel romantischer als Gainsbourg. Ich singe viel mehr über meine Gefühle, während er sein Leben lang eingesperrt in seiner Person verharrte. Vielleicht bin ich eher zynisch, aber ich versuche keinesfalls fortzuführen, was er begonnen hat."

"Wir waren plötzlich Allgemeingut"

Dass die Geschichten, die Biolay auf "Trash Yé Yé" zu erzählen hat, nicht sehr lustig sind hat auch damit zu tun, dass das Leben mit dem Franzosen zuletzt hart ins Gericht ging. Die Ehe mit Chiara Mastroianni ist mittlerweile geschieden. Der Druck, der auf diesem Glamourpaar - er der junge Chansongott, sie die begabte Tochter von Frankreichs Überactrice Catherine Deneuve und Italiens Superstar Marcello Mastroianni - lastete, war von Anfang an zu hoch. "Ich habe das unterschätzt", gibt Biolay zu. "Chiara hatte als Schauspielerin lediglich in einigen Independent-Filmen mitgewirkt. Als wir bei unserer Hochzeit aus dem Rathaus kamen warteten da hunderte Fotografen. Wir waren plötzlich Allgemeingut. Das war brutal."

Über weitere Gründe der Trennung schweigt sich Biolay aus. Nur gelitten habe er wie ein Hund. Jetzt hat er in Paris eine kleine Wohnung ganz in der Nähe bezogen, sieht die gemeinsame Tochter so oft es geht. Klingt nach einer einvernehmlichen Lösung, aber "Nein, einfach ist das niemals." Den Kosenamen seiner Tochter, "Bambi Rose" trägt er jetzt als Tattoo immer bei sich. Als sensibler Melancholiker gehe er mit dem Schmerz immer bis ganz ans Ende, bekennt Biolay. Und erst wenn er ganz am Boden liege, rappele er sich irgendwie wieder auf.

Flucht nach Woodstock

Dabei hilft die Kunst. Das frische, absolut Hit verdächtige Album. Neue Herausforderungen, wie sein Schauspieldebüt in den Filmen "En Visite" und "Sang Froid", die im Herbst auch bei uns in den Kinos anlaufen sollen. An Biolays Seite spielt dabei die entzückende Virginie Ledoyen. Mit ihr wurde ihm prompt eine Liaison nachgesagt. Parallel allerdings auch mit seiner musikalischen Neuentdeckung Elodie Frégé. Die 25-jährige Blondine, seiner Exfrau optisch nicht unähnlich, gewann 2003 den "Star Academy"-Wettbewerb, die französische Version der "Pop-Akademie". Im vergangenen Jahr produzierte Biolay ihr zweites Album "Le Jeu des Sept Hereurs". Langeweile dürfte in seinem Leben so bald nicht aufkommen. Und wenn ihm der Rummel in Frankreich um seine Person zuviel wird, bleibt immer noch die Flucht nach Woodstock.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(