HOME

Dritte Staffel "DSDS": Will noch jemand den Superstar finden?

Es geht wieder los: Deutschland sucht den Superstar. RTL zeigt die Suche junger Leute nach Ruhm und dem schnellen Geld. Ob auch diesmal wieder Millionen zuschauen werden?

Rekord-Einschaltquoten von 15 Millionen, Platinschallplatten und jede Menge Schlagzeilen - 2003 dominierte wohl kaum eine andere Fernsehsendung das öffentliche Bewusstsein mehr als "Deutschland sucht den Superstar". Schon bei der zweiten Staffel ließ das Interesse aber merklich nach. Nur noch fünf Millionen Zuschauer verfolgten das Wohl und Weh der jungen Talente, die oft recht deftig von der Jury – allen voran Dieter Bohlen und Plattenboss Thomas Stein – abgekanzelt wurden.

Eineinhalb Jahre später beginnt die dritte Runde der Superstars. Eine extra lange Pause habe man eingelegt, damit die Zuschauer auch wieder Lust drauf bekommen, so RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer. Da es sich um eine sehr lange Showreihe handelt, habe das Format "große Bedeutung" für den Sender. Zweimal wöchentlich werden die Superstars bis Ende des Jahres zu sehen sein. Ab dem 7. Januar beginnen dann die großen Shows, die unter einem Motto wie beispielsweise Big Band oder 70er Jahre stehen. Dort müssen die Kandidaten ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen. "Wir hoffen, dass wir an den Erfolg der letzten Staffel anknüpfen können. Die wird von der Presse ja oft als Flop dargestellt, hatte aber durchschnittlich 25,8 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen", so Eickmeyer.

Von 14.72 Bewerber kamen 120 in die Endrunden

Für die Castings in verschiedenen Städten war dieses Mal keine Anmeldung nötig. Die Altersobergrenze wurde von 28 auf 30 angehoben, das Mindestalter liegt bei 16. Beseelt von dem Wunsch nach Ruhm und dem großen Geld haben insgesamt 14.072 Bewerber teilgenommen, ein paar mehr als bei der ersten Staffel, ein paar weniger als bei der zweiten. "Das Interesse bei den Castings ist ungebrochen, wir haben auch gesehen, dass viele Talente nachgewachsen sind, die vorher noch nicht teilnehmen konnten" so RTL-Sprecherin Eickmeyer. 120 Frauen und Männer schafften es bis in die Endrunde. Bis Mitte Dezember werden davon nur noch 60 Teilnehmer übrig bleiben, bis zum Jahreswechsel stehen die zehn Finalisten fest. Der Sieger wird im März gekürt, einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Bohlen bleibt, der Rest der Jury ist neu

Das Grundprinzip der Sendung bleibt, einige kleine Änderungen wurden eingeführt. "Durch die doppelte Programmierung am Mittwoch und Samstag sowie die Straffung des Konzepts kommen wir schneller zu den großen Finalshows mit den Top-10-Kandidaten. Die Halbfinalsendungen bei der letzten Staffel, die sechs Shows mit 50 Kandidaten, waren zu lang, jetzt geht alles schneller, es gibt nur noch vier Shows mit 20 Kandidaten", so Eickmeyer.

Außerdem lässt die Dreier-Konstellation in der Jury keine Patt-Situation mehr zu, deswegen fallen auch schneller Entscheidungen. Aber die wichtigsten Änderungen sind neue Gesichter. "Wir wollten eine maximale Erneuerung des Formats, und deswegen gibt es neue Charaktere", sagt RTL-Sprecherin Eickmeyer.

Eine weitere Niederländerin im deutschen Fernsehen

Für Michelle Hunziker kommt also die Niederländerin Tooske Ragas, für Carsten Spengemann übernimmt Marco Schreyl, der vorher unter anderem fünf Jahre lang "Hallo Deutschland" für das ZDF moderiert hat. Ragas hat bereits "Idols", die holländische Variante der Superstars moderiert, verfügt über eine journalistische Ausbildung und sammelte bereits Erfahrungen beim Musikfernsehen. Ihr Mann, Bastian Ragas, ist Ex-Sänger der Boyband "Caught in the act". Mit ihm und seinem Sohn lebt Tooske Ragas in Amsterdam.

Jurymitglieder nach Fachkompetenz ausgewählt

Auch in der Jury sind neue Köpfe, die nach Fachkompetenz und Glaubwürdigkeit ausgesucht wurden. Heinz Henn, Gründungsmitglied bei der Plattenfirma BMG, der viele große Stars betreut hat, und Sylvia Kollek, die bei EMI und Capitol Records gearbeitet hat. "Beide sind nicht mehr bei einer Plattenfirma angestellt. Diese Unabhängigkeit war uns wichtig", so Eickmeyer. Immer noch mit dabei ist Dieter Bohlen. Der wird diesmal aber nicht mehr den Titel für den Sieger komponieren, das würde mit seiner Rolle als Juror nicht zusammenpassen. Stattdessen wird eine Gruppe von Produzenten den Titel unabhängig für den Sieger komponieren.

Kathrin Buchner