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ESC in Lissabon Deutschland gehört plötzlich zum Favoriten-Kreis

ESC in Lissabon: Deutschland gehört plötzlich zum Favoriten-Kreis
Locken! Und sonst?Michael Schulte vertritt Deutschland beim ESC in Lissabon. Doch wer ist der 27-Jährige, der den Vorentscheid mit großem Vorsprung gewann? Am 30. April 1990 wird der Sänger in Eckernförde geboren. Seine Karriere beginnt 2008 auf Youtube. Dort begeistert Schulte mit Coverversionen – und sammelt über 40 Millionen Abrufe. Erfolgreichstes Video ist „Somebody That I Used to Know“ mit mehr als 4,4 Millionen Views. Ende 2011 tritt Schulte zum ersten Mal im Fernsehen auf: Bei „The Voice“ belegt er den dritten Platz. Sein Titel „Carry Me Home“ schaffte es sogar auf Platz acht der deutschen Charts. Im Herbst 2012 bringt Schulte sein erstes Album heraus. Neben weiteren Veröffentlichungen versucht er sich auch als Schauspieler in der ZDFneo-Serie „neoManiacs“.   Jetzt ruht auf Michael Schultes Schultern eine große Last: Er soll die ESC-Schmach der letzten Jahre für Deutschland vergessen machen.
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Vor jedem ESC wird international gewettet. Während sich an der Spitze der Buchmacher-Tabelle seit Tagen nicht viel tut, hat Deutschland plötzlich aufgeholt. Stimmen die Prognosen - oder kommt am Ende alles ganz anders?

Wenige Stunden vor dem Beginn des Finales des diesjährigen Eurovision Song Contest liegt Deutschland bei den Buchmachern gut im Rennen. Seit Freitag schwankt Michael Schulte aus Buxtehude mit seiner Ballade "You Let Me Walk Alone" in der Tabelle der Wettquoten zwischen Platz 5 und 6. Der 28 Jahre alte Singer-Songwriter hat also gute Chancen auf einen Platz unter den Top Ten. Seine bewegende Performance samt einer aufblasbaren Projektionswand kommt in Lissabon gut an.

Vor einer Woche standen die Chancen noch viel schlechter, da rangierte Schulte im hinteren Mittelfeld. Nun sei er "in Lauerstellung" und der Song plötzlich "eines der favorisierten  Lieder", schreibt ESC-Experte Jan Feddersen auf der deutschen Webseite des Wettbewerbs. Schulte konnte bei den Proben in der Altice Arena und beim Jury-Finale am Freitag die Herzen gewinnen.

Eleni Foureira aus Zypern hat die größten Chancen 

Der große Eurovision-Showdown startet am Abend um 21.00 Uhr. Insgesamt gehen 26 Länder ins Rennen, darunter auch Australien. Bei den Buchmachern liegt Eleni Foureira aus Zypern mit ihrem Dance-Popsong "Fuego" ganz vorne, die im glitzernden Catsuit und mit feuriger Bühnenshow antritt. Dahinter folgt die lange als Top-Favoritin gehandelte Netta aus Israel. Sie geht mit dem schrillen Frauenpower-Song "Toy" und knallbuntem Outfit an den Start.

Auch Irland, Frankreich und Schweden liegen den Wettquoten zufolge weit vorne. Allerdings ist der ESC immer für Überraschungen gut: Im vergangenen Jahr wurde Italien lange als Top-Anwärter auf den Sieg gehandelt und landete am Ende auf Rang 6.

Michael Schulte singt über seinen verstorbenen Vater

Michael Schulte hatte das gefühlvolle Stück für seinen vor 13 Jahren verstorbenen Vater geschrieben. Wenn er vor der aufblasbaren Projektionswand aus dem Dunkel auftaucht und mit seiner sanften Stimme "I'm a dreamer, A make-believer" anstimmt, zieht in der Arena Stille ein. Dann tauchen einzelne Worte aus dem Text und Fotos von Vätern und Söhnen auf der Leinwand auf. Viele Zuschauer sprechen von "Gänsehaut-Gefühl".

Feddersen kommentierte: "Es ist keine Geschichte, die er für sich erfindet. Die gibt es wirklich: ein Vater, um den er trauert, weil er ihn nach dessen Tod vermisste und immer noch vermisst, jetzt, da er selbst Vater wird." Schulte hatte erst am Donnerstag öffentlich gemacht, dass er im August Vater eines Jungen wird. Lange hatte er das Geschlecht des Kindes geheimgehalten.

Beim ESC-Finale wird Michael Schulte als Elfter auftreten, genau wie im vergangenen Jahr der spätere Sieger Salvador Sobral. Die Chancen, dass Deutschland nicht das vierte Jahr infolge Letzter oder Vorletzter wird, stehen also ganz gut.

jum/DPA

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