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ESC-Favorit Måns Zelmerlöw: Schwedische Liebesgrüße aus der Lederhose

Ginge es nach Aussehen, hätte er schon gewonnen: Måns Zelmerlöw ist der heißeste männliche Pop-Export aus Schweden seit Björn und Benny von Abba. In Wien erobert er nicht nur Ann Sophies Herz.

Von Jens Maier, Wien

Zieht dem Måns die Lederhose aus: In Wien verteilt Zelmerlöw diese Pappfiguren von sich in Tracht und mit Conchita-Bart. Die Hose kann man ihm ausziehen.

Zieht dem Måns die Lederhose aus: In Wien verteilt Zelmerlöw diese Pappfiguren von sich in Tracht und mit Conchita-Bart. Die Hose kann man ihm ausziehen.

Sein Song? Schwedische Popware mit Instant Appeal. Sein Auftritt? Eine geniale Choreographie mit computeranimierten Strichmännchen. Seine Stimme? Ausreichend, um auf der Bühne zu bestehen. Doch diese drei Dinge sind noch lange nicht das alles, was der Schwede Måns Zelmerlöw zu bieten hat. Schon seit Wochen wird der 28-Jährige mit seinem Song "Heroes" als Favorit auf einen Sieg beim Eurovision Song Contest gehandelt. In Wien zieht er nun seine Trumpfkarte: den Herzbuben.

Egal wo Zelmerlöw auftaucht, sofort wird er umringt von Reportern und Fans. Beim Empfang der Delegationen am Sonntagabend vor dem Wiener Rathaus waren nicht die Spanierin Edurne oder die Russin Polina Gagarina die meistfotografierten und interviewten Teilnehmer des Abends, sondern er. Egal ob Selfies, Autogrammwünsche oder einfach nur mal Anfassen - der schwedische Sänger versteht es mit Bravour, zu gefallen. Er ist Mister Charming. Und hat damit einen entscheidenden Vorteil für die Chancen auf den Sieg.

Måns Zelmerlöw könnte es Lena gleich tun

Denn die Zuschauer zuhause, die am Samstagabend per Voting über den Eurovision-Sieger mitentscheiden werden, rufen eben nicht nur für den besten Sänger oder den schönsten Song an, sondern auch für den sympathischsten Teilnehmer. "Besonders jene Künstler kommen gut an, mit denen sich die Zuschauer identifizieren könnten", sagt Phil Jackson vom Eurovision Research Network, das sich wissenschaftlich mit dem ESC beschäftigt. "Viele suchen auf der Bühne jemanden, den sie gerne selbst zum Freund oder zur Freundin haben möchten."

Wie viel Aufmerksamkeit ein Teilnehmer bei Pressekonferenzen und bei den anwesenden Fans auf sich ziehen kann, ist deshalb auch immer ein Indiz dafür, wie groß seine Chancen auf den Sieg sind. Ein ähnliches Phänomen gab es bereits bei Lena Meyer-Landrut 2010 in Oslo. Als Außenseiterin gestartet, war "Lovely Lena" plötzlich der Liebling von Journalisten und Fans - und brachte einen haushohen Sieg nach Hause. Måns Zelmerlöw könnte es ihr gleich tun.

Auch die deutsche Teilnehmerin Ann Sophie ist seinem Charme verfallen. Im Video-Interview mit dem stern ließ sich Zelmerlöw zu einer kleinen Liebeserklärung an die Sängerin hinreißen: "Ann Sophie, ich bin hier und ich warte auf dich. Ich hoffe, dass wir uns morgen sehen unten im Dorf", sagte er auf Deutsch mit schwedischem Akzent. Ann Sophies Antwort: "Das ist total süß von ihm. Wir haben uns schon bei einem Promotionkonzert in London kennengelernt, jetzt freue ich mich, ihn hier wiederzusehen." Der Måns, der kann's.