FESTIVAL Richard-Strauss-Tage in Garmisch


Vom 10. bis zum 15. Juni verwandelt sich das Olympia-Eissportzentrum in Garmisch-Partenkirchen in einen Konzertsaal. Dann finden dort zum 13. Mal die Richard-Strauss-Tage statt.

»Salome« brachte dem Münchner Komponisten Richard Strauss Glück und Wohlstand. Mit dem stattlichen Erlös dieser 1904 vertonten Oper vom Leben und Tod der Prinzessin Salome, einer Stieftochter von König Herodes, konnte sich der Komponist und Dirigent den Bau einer ansehnlichen Villa in Garmisch- Partenkirchen leisten. Alle seine späteren Werke entstanden in der Gemeinde unterhalb der imposanten Zugspitze.

Von 1933 bis 1935 war Richard Strauss Präsident der propagandistisch ausgerichteten Reichsmusikkammer, und obwohl es zum Streit mit den Nazis kam, komponierte er 1936 die Hymne zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog es Strauss in die Schweiz. Erst vier Jahre später kam er schwer erkrankt zurück in seine Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen, wo er am 8. September 1949 starb. Richard Strauss gilt heute als einer der weltweit meistgespielten Opernkomponisten.

Seit 13 Jahren ehrt Garmisch-Partenkirchen seinen wohl berühmtesten Bürger mit einem prominent besetzten Musikfestival, den Richard-Strauss-Tagen, die heuer vom 10. bis zum 15. Juni dauern. Auch diesmal wirken wieder einige hochkarätige Vertreter der klassischen Musikwelt mit. So gastieren die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Mariss Jansons. Sie werden am Eröffnungsabend mit der »Alpensinfonie« von Strauss und einer Symphonie von Wolfgang Amadeus Mozart das Olympia-Eissportzentrum der Wintersportgemeinde in einen Konzertsaal verwandeln. Den Eröffnungsvortrag hält Nike Wagner zum Thema »Richard Strauss und die Moderne«.

In Garmisch gern gesehene Gäste sind auch in diesem Jahr wieder der Wiener Opernkritiker Marcel Prawy und Dietrich Fischer-Dieskau, der die Bayerische Kammerphilharmonie dirigiert. Im Rahmen eines Symposiums will der Münchner Musikexperte Joachim Kaiser die Rolle der Frauengestalten bei Richard Strauss untersuchen. Als kompetente Gesprächspartnerinnen hat er sich die Sängerinnen Hildegard Behrens, Gwyneth Jones, Martha Mödl und Birgit Nilson eingeladen. Am 14. Juni steht Inge Borkh, eine der berühmtesten Strauss-Interpretinnen, im Mittelpunkt. Zu ihrem 80. Geburtstag wird sie mit einer »Elektra«- Hommage gewürdigt.

Günter Bitala, dpa


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