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Berlin: "Die Spießer haben gesiegt" - KitKat Club droht die Schließung

Freizügige Berliner Partygänger müssen sich bald nach einer neuen Location umsehen: Der berühmte KitKat Club steht vor dem Aus. Schon im nächsten Jahr könnte Schluss sein.

Gäste im KitKat Club

Gäste tanzen im Berliner KitKat Club

Picture Alliance

Am Samstag steigt im Berliner Kitkat Club der berühmte "Carneball Bizarr". Eine Party für Fetischfreunde. Der Dresscode ist streng: "Fetish, Lack & Leder, Uniform, Kinky, Glitzer & Glamour, Kostüme, Sack & Asche, elegante Abendgarderobe, Extravagantes jeder Art", heißt es auf der Website des Clubs. Doch nackt in der Disco tanzen, ohne dass sich jemand daran stört - damit könnte es bald vorbei sein. 

Der KitKat Club steht vor dem Aus. Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, hat der Eigentümer den Mietvertrag gekündigt. Auch dem SageClub, der sich im selben Gebäude befindet, sei ein Kündigungsschreiben zugegangen. Das sagte der Geschäftsführer der Clubcommission, ein Zusammenschluss von 250 Berliner Clubbetreibern und Veranstaltern, Lukas Drevenstedt. Demnach soll bereits in knapp sechs Monaten, im Sommer 2020, Schluss sein.

Für den KitKat Club gibt es noch Hoffnung

Der KitKat Club ist vor allem durch seine freizügigen Fetischpartys bekannt geworden. Hier finden regelmäßig Partys statt, bei denen auch Sex auf der Tanzfläche für die Clubgänger kein anstößiges Verhalten darstellt. Die Türpolitik ist streng. Wer den vorgegebenen Dresscode nicht einhält, wird abgewiesen. Grundsätzlich gilt: Je nackter, desto besser. Das KitKat ist einer der wenigen Clubs, an denen an der Garderobe Turnbeutel ausgegeben werden. Gäste können angezogen kommen und ihre Kleidung dann darin verstauen.

Eine kleine Hoffnung für Fetischfreunde gibt es jedoch noch. Der Grund für die Kündigung des Mietverhältnisses sind offenbar Immobilienspekulationen. Ob das Areal am U-Bahnhof Heinrich-Heine-Straße in Berlin Mitte abgerissen werde, sei allerdings unklar. Trotz der Kündigung sei es möglich, dass man sich noch zusammenfinde, sagte Drevenstedt.

Das KitKat ist eine Berliner Institution. 1994 fanden die ersten Veranstaltungen statt. Sie waren inspiriertvon Sunrise-Beach-Partys Ende der 1980er Jahre in Goa. Der Club zog mehrmals um, bis er 2007 in den jetzigen Räumlichkeiten eröffnet wurde. Inzwischen sind die freizügigen Partys weltweit bekannt.

Widerstand im Netz

In sozialen Netzwerken regt sich bereits Widerstand gegen die Schließung. "Das gute Kitty müsste doch eigentlich schon unter Denkmalschutz stehen", schreibt ein User auf Facebook. Auf Twitter schreibt ein anderer: "Die Spießer haben gesiegt."

mai
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