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Sänger unter dem Astronauten-Helm: Er gewinnt "The Masked Singer": Wo hat Max Mutzke die letzten Jahre gesteckt?

Er war der beste Sänger bei "The Masked Singer" - und gewann die Show verdient. Doch was hat Max Mutzke eigentlich seit seiner ESC-Teilnahme 2004 gemacht?

Max Mutzke gewinnt "The Masked Singer"

Die meisten hatten es geahnt: Max Mutzke verbarg sich unter dem Astronauten-Helm bei "The Masked Singer"

DPA

Manchmal genügen schon wenige Takte Musik, und das Publikum merkt, dass hier ein großer Sänger am Werk ist. So war es, als der Astronaut in der Show "The Masked Singer" loslegte. Und so war es bei Max Mutzkes TV-Debüt 2004. 

Damals wurde ein Star geboren. Dabei waren die Vorzeichen denkbar ungünstig. Denn es fand statt in einer von Stefan Raabs nervigem Praktikanten Elton moderierten Sendung - die dazu den klotzigen Namen "SSDSGOS" trug - "Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star". Mutzkes eigener Auftritt hätte unglamouröser kaum sein können: Trotz seiner erst 22 Jahre war das Haar bereits schütter, dazu trug er ein schlichtes hellblaues Sweatshirt.

Max Mutzke beeindruckte die Jury

Jeden anderen Sänger hätte man nach fünf Minuten wieder vergessen. Doch als Max Mutzke den Mund aufmachte, war sofort klar, dass hier gerade etwas Besonderes passiert. "Alles Wahnsinn", fasste Juror Stefan Raab seine Eindrücke zusammen. Joy Fleming sagte ihm damals eine Karriere auf internationaler Bühne voraus.

Mutzke gewann die Show "SSDSGOS", stürmte mit dem von Stefan Raab geschriebenen Song "Can’t Wait Until Tonight" die Spitze der deutschen Charts - und durfte dadurch am ESC-Vorentscheid teilnehmen. Dort stach der Newcomer so namhafte Künstler wie Sabrina Setlur, oder Laith Al-Deen aus und löste das Ticket nach Istanbul. Joy Flemings Prophezeiung war in kürzester Zeit eingetreten: Mutzke fuhr für Deutschland zum ESC und belegte einen hervorragenden achten Platz. Innerhalb von drei Monaten hatte er es vom unbekannten Badener zu einem europaweit geachteten Sänger geschafft.

2005 landete sein Album auf Platz 1

Andere hätten nun den frisch erlangten Ruhm dazu genutzt, eine schnelle Mark zu verdienen. Nicht so Mutzke. Anstatt rasch eine Platte rauszuhauen, solange der Name noch heiß ist, nahm sich der Künstler viel Zeit. Nicht das erst beste, sondern das bestmögliche Album wollte er produzieren. So dauerte es fast ein Jahr, ehe das nach ihm benannte Debüt in den Läden stand. Das Warten hatte sich gelohnt: "Max Mutzke" schaffte es auf Platz 1 der deutschen Album-Charts und verkaufte sich sechsstellig. 

In diesem gemächlichen Tempo führte der Sänger seine Karriere fort. Immer nach dem Motto: Qualität vor Quantität. Gleichzeitig erweiterte Mutzke sein musikalisches Vokabular und entwickelte sich in Richtung Jazz. 

Bei "The Masked Singer" schnupperte er Höhenluft

So viel Aufmerksamkeit wie zu Beginn seiner Karriere erhielt Max Mutzke nie wieder. Das ist auch gar nicht sein Ziel: Nicht mehrere hundert Millionen Europäer will er erreichen. Er ist mit einem kleinen, aber feinen Publikum zufrieden. Er tourt durch kleinere Hallen und Clubs, arbeitet mit ausgewählten Künstlern zusammen. Auch mit seinem Bruder Menzel spielte er, der ebenfalls Musiker ist und sich einen Namen als Jazztrompeter gemacht hat.

Neuerdings sieht man ihn wieder öfters im Fernsehen. Etwa in der ZDF-Satiresendung "heute-show". Mit seiner Teilnahme an "The Masked Singer" hat Mutzke nun noch einmal die große Bühne gesucht. Ein Dauerzustand wird das wohl nicht werden. Die Höhenluft liegt ihm nicht. Wäre er sonst im Astronautenanzug gekommen?