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Sensationsfund auf Tiroler Dachboden Musikwelt staunt über neues Werk von Mozart


Rund 250 Jahre nach seiner Entstehung ist ein bisher unbekanntes Werk von Mozart in seiner Heimatstadt Salzburg uraufgeführt worden. Auch im Netz ist das Klavierstück bereits zu hören.

Ein erst kürzlich gefundenes Klavierwerk von Wolfgang Amadeus Mozart ist am Freitag im österreichischen Salzburg präsentiert und vorgespielt worden. Es handelt sich um ein 84 Takte langes Allegro molto (Allegro = schnell; molto = sehr, viel).

Für die Musikwissenschaftler ist Mozart als Komponist "wenn schon nicht mit letzter Klarheit bewiesen, so doch sehr wahrscheinlich", sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Mozarteum, Ulrich Leisinger. Mozart (1756 - 1791) habe das Klavierstück wohl im Alter von elf Jahren geschrieben. Auf der Seite des Mozarteums können sich Interessierte einen Eindruck des Stückes verschaffen.

Das Stück liegt allerdings nicht in Mozarts Handschrift vor, sondern in der Abschrift eines Zeitgenossen. Eine Dozentin der Universität Innsbruck stieß bei der Erfassung von Musikhandschriften auf das Notenbuch aus der Zeit um 1780, das auf einem Dachboden in Tirol gefunden worden war.

Musikstück soll ins Köchelverzeichnis kommen

Im Köchelverzeichnis kommt das Stück nach Angaben der Forscher nicht vor, auch gibt es keine Hinweise darauf in den Aufzeichnungen der Familie Mozart. Aber die kompositorische Qualität, das historische Umfeld und vor allem die mit "Del Signore Giovane Wolfgango Mozart" zugeordnete Urheberschaft in der Abschrift lege Mozart als Komponisten "mehr als nahe".

Das neu entdeckte Allegro molto ist demnach ein Sonatensatz, der an ein Allegro im sogenannten Nannerl-Notenbuch sowie an die Klaviersonate KV 279 erinnert.

Zuletzt wurden 2006 im Archiv der Erzdiözese Salzburg und 2010 im Nannerl-Notenbuch der Stiftung Mozarteum Salzburg weitere Klavierstücke des jungen Mozart identifiziert. Nach weiterführenden Prüfungen soll das Musikstück auch ins Köchelverzeichnis von Mozarts Gesamtwerk integriert werden.

mlr/DPA/AFP DPA

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