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Songzeilen Paul McCartney, Billie Eilish und Co.: Diese Stars singen über den Klimawandel

Klimawandel Billie Eilish Paul McCartney
Billie Eilish und Paul McCartney singen über den Klimawandel
© Tony King/Geisler-Fotopress/Ian West/PA Wire / Picture Alliance
Musiker haben dank ihrer Musik die Möglichkeit, eine große Menschenmasse zu erreichen. In den vergangenen Jahren haben immer mehr Stars diese genutzt, um auf das wohl wichtigste Problem unserer Zeit aufmerksam zu machen: den Klimawandel.

Musik kann Hoffnung schenken, auf Missstände aufmerksam machen, Trost spenden und in manchen Fällen auch Botschaften übermitteln. Immer mehr Künstler haben in den vergangenen Jahren angefangen, ihre Reichweite zu nutzen, um auf eine der größten Problematiken unserer Zeit aufmerksam zu machen: den Klimawandel.

Songs über den Klimawandel

Dabei nutzen sie kluge Songtexte, um ihr Publikum aufzurütteln, ohne dabei belehrend oder missionarisch zu klingen. Neil Young zum Beispiel. Der 74-Jährige ist ein alter Hase im Showgeschäft, aber über den Klimawandel regt er sich genauso auf wie die Jugend. Seiner Wut lässt er in seinem Song "Shut It Down" freien Lauf:

People tryin' to save this Earth
From an ugly death
People tryin' to live
Working in a world of meat factories
All around the planet
There's a blindness that just can't see
They're all wearing climate change
As cool as they can be

(Menschen versuchen, diese Erde zu retten, vor einem hässlichen Tod. Menschen versuchen, zu leben, arbeiten in einer Welt von Fleischfabriken. Auf der ganzen Welt. Es gibt eine Blindheit, die einfach nicht sehen kann. Sie alle tragen den Klimawandel, so cool wie sie nur sein können)

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Paul McCartney und Billie Eilish rütteln auf

Die meisten jungen Fans erreicht wohl derzeit Billie Eilish. Die 18-Jährige und ihr Bruder Finneas O'Connell schrieben zusammen das Grammy-prämierte Erfolgsalbum "When We All Fall Asleep Where Do We Go". Den beiden war es wichtig, auf die Probleme ihrer Zeit aufmerksam zu machen, auf die Missstände, die sie selber erleben. In der Single "All the Good Girls go to Hell" nehmen sie sich somit den Klimawandel vor. Inspiriert haben sie die schlimmen Waldbrände der vergangenen Jahre in ihrem Heimatstaat Kalifornien. Wenig Interpretationsspielraum bietet diese Songzeile:

Hills burn in California
My turn to ignore ya
Don’t say I didn’t warn ya

(Hügel brennen in Kalifornien. Jetzt bin ich an der Reihe, euch zu ignorieren. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt)

Wenn ein Beatle sich zu Wort meldet, dann hören alle zu. Paul McCartney will aufrütten, nutzt dafür seine Stimme in seinem Song "Despite Repeated Warnings". Und der Titel ist schon mehr als eindeutig: "Trotz wiederholter Warnungen." Sir Paul moniert: 

Despite repeated warnings
Our danger's up ahead
The captain won't be listening
To what's really said

(Trotz wiederholter Warnungen liegt unsere Gefahr vor uns. Der Kapitän wird nicht zuhören, dem, was wirklich gesagt wird)

Zusammenarbeit mit Greta Thunberg

Die britische Band The 1975 holte sich direkt Hilfe von dem Gesicht der Klimabewegung: Greta Thunberg. Für das Intro "The 1975"ihres 2019 erschienenen Albums arbeitete die Band um Frontsänger Matt Healy mit der jungen Schwedin zusammen.

Darin warnt die Aktivistin davor, nicht zu handeln.

"Wir müssen unseren Ausstoß von Treibhausgasen stoppen, und entweder tun wir das, oder wir tun es nicht. Sie sagen, dass nichts im Leben schwarz oder weiß ist, aber das ist eine Lüge, eine sehr gefährliche Lüge", hört man Thunberg unter anderem sagen, unterlegt von Synthesizern.

Taylor Swift hat sich über Jahre ihrer Karriere hinweg viele Feinde gemacht, weil sie sich weigerte, politisch Stellung zu beziehen. Bei Rechten kam die blonde Ex-Countrysängerin gut an. Der Vorwurf vieler ihrer Fans war deshalb, sie würde sich nicht äußern, um genau diese Fans nicht zu verlieren. Doch die Wahl von Präsident Trump änderte alles für Swift. In ihrer Netflix-Dokumentation "Miss Americana" spielt die 30-Jährige darauf an, wie die US-Jugend nach der Präsidentschaftswahl 2016 angefangen hat, sich politisch zu engagieren und zu demonstrieren. In ihrem Song "Only The Young" singt Swift: 

They aren’t gonna help us,
Too busy helping themselves.
They aren’t gonna change this,
We gotta do it ourselves

(Sie werden uns nicht helfen, sind zu beschäftigt damit, sich selbst zu helfen. Sie werden das nicht ändern, wir müssen es selbst machen)

Miley Cyrus lebt ebenfalls in LA. Und auch sie weiß, welch große Reichweite sie hat und wie viele Menschen sie – überall auf der Welt – mit ihrer Stimme erreicht. Doch Cyrus bezieht sich in ihrem Song "Wake up America" in erster Linie auf ihr Heimatland, wenn sie singt: 

Oh, the Earth is calling out

I wanna learn what it's all about
But everything I read is global warming, going green
I don't know what all this means
But it seems to be saying
Wake up America
We're all in this together
It's our home so let's take care of it

(Oh, die Erde ruft. Ich möchte wissen, worum es geht. Aber alles, was ich lese, ist die globale Erwärmung, der grüne Weg. Ich weiß nicht, was das alles bedeutet, aber es scheint zu sagen: Wach auf Amerika. Wir stecken da alle gemeinsam drin. Es ist unser Zuhause, also kümmern wir uns darum)

Lana Del Rey hingegen wird in ihren Lyrics zu "The Greatest" von ihrem neuesten Album "Norman Fucking Rockwell" weniger explizit. Die Botschaft ist trotzdem eindeutig. In dem Song singt sie zum Schluss: 

LA is in flames,
It’s getting hot

(LA steht in Flammen, es wird heiß)

Eine ziemlich klare Anspielung auf die jährlichen Waldbrände, die die Gegend immer weiter zerstören.

All diese Songs werden nicht dafür sorgen, dass die CO2-Belastung in der Luft weiter sinkt. Was sie aber können: Menschen erreichen. Und das kann in dieser Zeit ein großer Trumpf sein. 


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