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stern-Interview mit Maroon 5: "Wir haben uns die Anerkennung redlich verdient"

Maroon-5-Frontman Adam Levine spricht im stern-Interview über sein fünftes Studioalbum, das Geheimnis des langfristigen Erfolgs seiner Band und das Leben als frischgebackener Ehemann.

Von Frank Siering, Los Angeles

Adam, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit. Wie fühlt es sich an, als verheirateter Ehemann durchs Leben zu gehen?

Fantastisch! Ich bin total happy und konnte es – ganz ehrlich – kaum abwarten. Ich habe mich immer danach gesehnt, die Frau fürs Leben kennenzulernen. Und mit Behati (Prinsloo) habe ich genau die Frau getroffen, mit der ich den Rest meines Lebens teilen möchte.

Und die guten Nachrichten reißen nicht ab. Dieser Tage kommt das fünfte Studioalbum "V" ihrer Band "Maroon 5" auf den Markt. Nebenher arbeiten Sie auch noch als TV-Juror in der US-Show "The Voice". Sind Sie ein Workaholic?

(lacht) Ein bisschen schon. Ich schlafe sehr wenig. Ganz ehrlich, ich habe ein bisschen Probleme damit, einfach nur rumzuhängen. Ich brauche immer eine Aufgabe. Früher war ich genau das Gegenteil.

Was meinen Sie damit?

In meinen Zwanzigern war ich faul und habe den ganzen Tag durchgeschlafen. Da war ich ein totaler Nachtmensch. Heute lebe ich gesund und bin sehr diszipliniert.

Maroon 5 gibt es schon seit Jahren. Ihre Bandmitglieder sind auch ihre besten Freunde. Wie wichtig ist Freundschaft eigentlich im Musikgeschäft?

Sehr wichtig. Zumindest für mich. Du musst dich mit Leuten umgeben, die dir die Wahrheit sagen. Du kannst nichts Substantielles aufbauen, wenn du lauter Ja-Sager um dich herum hast. Das gilt übrigens nicht nur fürs Geschäft. Auch im Privatleben brauchst du Menschen, die dir mal die Meinung sagen.

Was ist denn das Erfolgsgeheimnis von Maroon 5, die es immerhin schon seit 2002 gibt?

Du musst ehrlich mit dir und deinen Fans umgehen. Einfach nur den schnellen Dollar machen mit ein paar zusammengeschusterten Songs - das funktioniert nicht.

Sie sind ein großer Popstar – mit einem ebenso großen Ego?

Um Musik machen zu können, muss alles stimmen. Auch im Kopf. Du kannst nicht durch die Gegend laufen und nur an die Befriedigung deines Egos denken. Dann bist du von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Viele Jahre wurde Maroon 5 von den Kritikern als lockere Fahrstuhl-Band belächelt. Heute dürften Sie die Lacher auf ihrer Seite haben. Denn die Band existiert noch immer – und ist besser und größer denn jeh zuvor.

Der einfachste Weg, die Kritiker zum Schweigen zu bringen, ist es doch, lange genug im Business zu bleiben. Du musst lernen, dich der Entwicklung der Zeit anzupassen. Du und auch deine Musik werden in dem Moment irrelevant, wenn du dich von deinem Ego treiben läßt.

Wie hat sich ihr Leben in den letzten zehn Jahren verändert?


So vieles hat sich gar nicht verändert. Ich empfinde heute weniger Druck als noch in meiner Jugend. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass ich allen beweisen muss, wie gut wir wirklich sind.

Sie sind zwar noch jung, aber denken Sie dennoch ab und zu mal darüber nach, die Musikkarriere hinter sich zu lassen und etwas anderes zu machen?

Wenn du das Glück hast, eine solide Karriere hingelegt zu haben, dann kannst du irgendwann einmal selbst bestimmen, wann du aufhören willst. Und das ist ein tolles Gefühl. Es gibt dir eine Freiheit, die unbezahlbar ist.

Was würden Sie denn machen, wenn es nichts mit Musik zu tun hat?

Ich habe niemals wirklich darüber nachgedacht. Viele Bands, ob nun die Rolling Stones oder Abba, haben lange um Anerkennung kämpfen müssen. Wir haben uns diese Anerkennung der Fans redlich verdient. Deshalb machen wir auch weiter.

Wie schaffen Sie es, auf dem Teppich zu bleiben?

Du verhinderst nur dann, ein Arschloch zu werden, wenn du Freunde hast, die dir ab und zu mal sagen, dass du dich wie ein solches aufführst. Ich habe solche Freunde im Leben. Und das hilft mir, auf dem Teppich zu bleiben.

Werden Sie mit "V" auf Tour gehen?

Ja, im nächsten Jahr planen wir eine Tour. Wir fangen in den USA an und kommen dann auch nach Deutschland.