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Moses Pelham angeklagt: Streit um Kraftwerk-Beat beschäftigt Europäischen Gerichtshof

Darf der Song "Nur mir" von Sabrina Setlur weiterhin verfügbar sein oder hat Produzent Moses Pelham den Beat des Liedes illegal von Kraftwerk übernommen? Der Europäische Gerichtshof soll nun im Streit um das Musik-Sample entscheiden.

Streit um Kraftwerk-Beat: Moses Pelham vor Gericht

Moses Pelham muss sich im Streit um den kopierten Kraftwerk-Beat seit mehreren Jahren vor Gericht verantworten

1977 veröffentlichte Kraftwerk den Song "Metall auf Metall". 20 Jahre später legte Produzent Moses Pelham den Rhythmus des Liedes in Endlosschleife unter den Song "Nur mir" mit der Rapperin Sabrina Setlur – ohne Erlaubnis. Der folgende Rechtsstreit zwischen Pelham und den Elektropop-Pionieren zieht sich mittlerweile seit knapp zwei Jahrzehnten hin. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) soll dem ein Ende bereiten.

Der Bundesgerichtshof (BGH) setzte das Verfahren am Donnerstag aus, um dem EuGH eine Reihe von Fragen vorzulegen. Damit geht der Fall nach Luxemburg, ehe ihn Karlsruhe mit einem abschließenden Urteil entscheiden könnte.

Urteil wäre von grundsätzlicher Bedeutung

Kraftwerk-Mitbegründer Ralf Hütter sieht sich um seinen Beat bestohlen und hat Pelham verklagt. Der Streit hat für die Musikbranche grundsätzliche Bedeutung: Das Sampling ist in Hip-Hop und Rap heute ein gängiges Stilmittel.

Das Bundesverfassungsgericht hatte zuletzt eine Lanze für die Kunstfreiheit gebrochen und ein Verbot des Setlur-Songs gekippt. Der BGH zweifelt jetzt allerdings an, ob die Verfassungsrichter in der Sache überhaupt etwas zu sagen haben. Nach Auffassung des Senats sind die relevanten Vorschriften in der EU komplett vereinheitlicht. Gibt es keine nationalen Spielräume mehr, prüfen die deutschen Gerichte und der EuGH nur, ob möglicherweise EU-Grundrechte verletzt sind.

fri / DPA