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Volkstrauertag Prinz Charles hält im Bundestag Gedenkrede auf Deutsch

Royaler Besuch in Berlin am Sonntag. Der britische Thronfolger Prinz Charles war zusammen mit seiner Frau Camilla in die Hauptstadt gekommen. Dort traf er den Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit seiner Gattin Elke Büdenbender, um dann gemeinsam den Volkstrauertag zu begehen und 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Kranz niederzulegen. Mit dieser Geste sollte unter anderem auch die deutsch-britische Freundschaft unterstrichen werden. Nach Angaben des Büros von Prinz Charles, sollte die Veranstaltung unter anderem das Engagement der Alliierten für die Befreiung von der nationalsozialistischen Besatzung und für den Wiederaufbau würdigen. Und außerdem aller Opfer von Krieg und Tyrannei gedenken. Im Anschluss hielt Prinz Charles am Sonntag eine Rede im Deutschen Bundestag: "Wir müssen entschlossen gegen Akte unsäglicher Grausamkeit gegen Menschen aus Gründen ihrer Religion, ihrer Rasse oder ihres Glaubens vorgehen, wo immer sie in der Welt vorkommen. Wir müssen bei der entschlossenen Verteidigung der Zukunft nebeneinander stehen, wir schulden das unseren Kindern und Enkeln. Die Herausforderungen für diese Zukunft sind offenkundig, sei es durch diese schreckliche Pandemie, die nicht nur unsere öffentliche Gesundheit, sondern auch unseren Wohlstand und unsere Sicherheit bedroht. Oder von der existentiellen Bedrohung unseres Planeten und unserer Lebensweise durch den Klimawandel und den katastrophalen Verlust der biologischen Vielfalt." Der 72-jährige Prinz Charles reiste 1962 zum ersten Mal nach Deutschland. Seitdem war er über 30 Mal in öffentlicher Funktion wie auch als Privatmann in Deutschland zu Besuch.
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Prinz Charles hat am Volkstrauertag eine Gedenkrede im Bundestag gehalten und die Bedeutung der deutsch-britischen Freundschaft hervorgehoben.

Royaler Besuch in der deutschen Hauptstadt: Am Sonntag hat Prinz Charles die Gedenkrede zum Volkstrauertag im deutschen Bundestag gehalten. Zunächst hörten der 72-jährige britische Thronfolger und seine Ehefrau, Herzogin Camilla , der Ansprache von Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes, sowie jungen Rednern der Jugendprojekte "Peace Line" und "Never Such Innocence" zu. Für die musikalische Umrahmung sorgten das Streicher-Ensemble Furiant Quartet sowie das Musikkorps der Bundeswehr Siegburg mit Sopranistin Kathleen Ziegner. Danach trat der Prinz von Wales ans Rednerpult.

Prinz Charles beginnt seine Rede auf Deutsch

"Sehr geehrter Herr Bundespräsident", begann der Thronfolger seine Ansprache auf Deutsch. "Es ist mir eine große Ehre, eingeladen worden zu sein und bei diesem Anlass heute zu sprechen." Es ginge ihm an diesem Tag darum, die "starken Bände zwischen unseren beiden Ländern zu erneuern". Der Prinz erinnerte sich an seinen ersten Berlin-Besuch vor über 50 Jahren. Inzwischen hat er Deutschland mehr als 30 Mal besucht.

In seiner Rede wechselte Prinz Charles immer wieder zwischen Deutsch und Englisch, schwärmte von den deutsch-britischen Beziehungen und betonte, wie sehr beide Länder einander in Wissenschaft, Musik und Kunst inspiriert hätten. Beide hätten maßgeblich voneinander profitiert und das Verhältnis beider Nationen sei immer "mehr als nur ein geschäftliches" gewesen. "Die zentralen Bande zwischen uns werden stark bleiben. Wir werden immer Partner und Verbündete sein."

"Wir müssen wachsam bleiben"

Prinz Charles erinnerte zudem an die Versöhnung zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich nach dem Zweiten Weltkrieg und betonte, dass beide Länder 75 Jahre nach Ende des Krieges "als unberechenbare Partner in fast allen Bereichen" zusammenstünden. Versöhnung sei immer ein schwieriger, aber unverzichtbarer Prozess. So dankbar man für das Erreichte sein könne, sollte man es jedoch "nicht als Selbstverständlichkeit erachten", mahnte der Thronfolger.

Vor allem in Anbetracht des bevorstehenden "Brexit" sei es dem Prinzen ein großes Anliegen, dass das Vereinigte Königreich und Deutschland auch in Zukunft als enge Partner zusammenarbeiten, auch wenn die Beziehung zwischen beiden Ländern sich aufs Neue ändere. "Wir müssen zusammenarbeiten. Wir müssen wachsam bleiben und uns unermüdlich für gegenseitiges Verständnis und gegenseitigen Respekt einsetzen." Der 72-Jährige sagte: "Gemeinsam sind wir eine unverzichtbare Kraft für das Gute in der Welt." Im Anschluss folgte eine kurze Ansprache des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier sowie eine Gedenkminute.

Franz-Walter Steinmeier besuchte 2018 Denkmal in London

Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der britischen Königsfamilie an der deutschen Gedenkfeier teilnimmt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte vor zwei Jahren als erstes deutsches Staatsoberhaupt am britischen Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs am Ehrenmal in London einen Kranz mit der Inschrift "Dankbar für Versöhnung, hoffnungsvoll für eine Zukunft in Frieden und Freundschaft" niedergelegt.

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