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Vorspann zur US-Serie: Was Angela Merkel bei "Homeland" macht

Die Aktualität war schon immer der Trumpf von "Homeland". Doch in der neuen Staffel treiben es die Macher auf die Spitze. Sogar Kanzlerin Angela Merkel und die Flüchtlingskrise haben es in den Vorspann geschafft.

Homeland

Aus dem Vorspann von Folge 3 der 5. Staffel "Homeland"

Die TV-Serie "Homeland" hat sich von Anfang an durch einen starken Realitätsbezug ausgezeichnet. Dass sich die hier gezeigten Geschehnisse genauso oder so ähnlich abspielen könnten, macht den besonderen Thrill der US-Produktion aus. Anhand der Liebesgeschichte zwischen der CIA-Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) und dem Irakkriegs-Heimkehrer Nicholas Brody (Damian Lewis) erzählte "Homeland" davon, wie sich der Krieg gegen den Terror an der Heimatfront anfühlt - und bespielte dabei gekonnt die Ängste der Zuschauer vor Schläfern und muslimischen Terroristen.

Die Serie ist inzwischen in der fünften Staffel angekommen, doch noch immer hat sie an Brisanz nichts verloren. Brody ist zwar tot, der islamistische Terror dagegen mächtiger denn je. Mit dem Islamischen Staat versucht eine Terrorvereinigung die Landesgrenzen im Nahen Osten zu verschieben. Und genau hier beginnt die neue Staffel, die seit dem 4. Oktober ausgestrahlt wird. Carrie Mathison hat die CIA inzwischen verlassen und lebt in Berlin als Sicherheitsberaterin für eine Stiftung. Natürlich holt sie der "War on Terror" auch hier ein.

"Homeland" spricht deutsch

Der Vorspann unterstreicht die Gegenwartsnähe der Serie. Jede Folge hat ein eigenes kurzes Intro, in dem über der Titelmelodie Sprachschnipsel eingestreut werden. Es sind Dialogfetzen der zu zeigenden Episode. Da die Handlung zu großen Teilen in Berlin spielt, sind deutsche Sätze zu hören. 

Und die sind tatsächlich frappierend aktuell - wie der Vorspann zu Episode 3 belegt: "Europa ist für Millionen, die aus den Kriegsgebieten im Mittleren Osten fliehen ...", sagt etwa die Stimme einer Nachrichtensprecherin, ehe der Satz abbricht. Weiter heißt es: "Bundeskanzlerin Angela Merkel will weitere 30.000 Flüchtlinge in Deutschland aufnehmen." So klingt eine US-Serie auf der Höhe der Zeit. 

Die englischen Sätze drehen sich dagegen mehr um den Nahen Osten: "Der Islamische Staat ISIS hat sich zum weltweiten Kalifat erklärt, mit Autorität auf der Karte in ganz Nahost." Auch Edward Snowden wird erwähnt. 

Auch inhaltlich arbeitet sich die Serie an Themen ab, die tatsächlich auf der politischen Agenda stehen. Die systematische Ausspähung der Deutschen durch US-Sicherheitsbehörden ist ebenso ein Thema wie Whistleblowing. Die CIA arbeitet daran, einen Regimewechsel in Syrien durchzuführen und Staatspräsident Baschar al-Assad loszuwerden. Ein Nachfolger steht schon bereit. 

Ein Szenario, das tatsächlich denkbar scheint. Und genau das macht die Stärke der neuen "Homeland"-Folgen aus: Sie verarbeitet die Dramatik der gegenwärtigen Geschehnisse zu einer packenden Geschichte.