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"Wickert trifft" Was Annalena Baerbock beim Trampolinspringen fürs Leben gelernt hat

Ulrich Wickert im Gespräch mit Annalena Baerbock
Ulrich Wickert im Gespräch mit Grünen-Chefin Annalena Baerbock
© Audio Now
In der fünften Ausgabe seines Podcasts besucht Ulrich Wickert die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock. Die erzählt viel von ihrer Jugend - und spricht freimütig über ihre Schwäche.

Sie könnte bei der Bundestagswahl im kommenden Herbst Kanzlerkandidatin werden: Für die fünfte Folge von "Wickert trifft" besucht der frühere "Tagesthemen"-Moderator die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock. Ganz dem Konzept seines Podcast folgend konzentriert sich Ulrich Wickert vor allem auf den Mensch und weniger die Politikerin. Und fängt mit der Jugend der 39-Jährigen an.

Die war von viel Sport geprägt: Baerbock betätigte sich sehr erfolgreich als Trampolinspringerin. Ein Sport, den sie leistungsmäßig betrieb: Sie nahm an mehreren Deutschen Meisterschaften teil und gewann drei Mal Bronze. Für den Sieg hat es nie gereicht, was sie in ihrer Jugend durchaus geärgert hat. Heute sagt sie: "Hab' es jetzt mit 40 verkraftet."

Das war jedoch nicht ihre einzige sportliche Betätigung. Zum Ausgleich spielte sie zusätzlich noch Fußball im Verein. Aufgewachsen ist die Grünen-Politikerin auf einem großen Bauernhof in Schulenburg, einem kleinen Dorf nahe Hannover. Dort lebte sie zusammen mit zwei Schwestern und Cousinen in einer Art Wohngemeinschaft.

Annalena Baerbock hat vom Sport gelernt

Vom Sport, insbesondere dem Trampolinspringen, habe sie viel für ihren späteren Lebensweg gelernt, so Baerbock. Disziplin, aber auch Mut. Dass jeder Sieg auch vorher eine Niederlage bedeutet. Und Teamarbeit: dass man nicht alles alleine machen kann. Vor allem müsse man sich gut einschätzen können, seine Stärken und auch seine Grenzen kennen. 

Baerbock nennt ein konkretes Beispiel, wo ihre Erfahrungen zum Tragen kamen: bei ihrer Bewerbung für den Parteivorsitz. "Es gibt Momente im Leben, da musst du auf deine innere Stimme hören", erklärt sie, "wo man sagt: 'Jetzt springe ich.'" Das hat sie 2017 gemacht, als sie überraschend ihre Kandidatur bekanntgab - ohne diesen Schritt vorher abzusprechen. 

Der Mut wurde belohnt, Baerbock wurde 2018 zusammen mit Robert Habeck zur Bundesvorsitzenden der Grünen gewählt. Ob sie im kommenden Jahr eine ähnliche Courage beweisen wird, wenn es darum geht, dass ihre Partei zur Bundestagswahl einen Kanzlerkandidaten aufstellt?

Baerbock über ihre Schwäche

Zwar plädierte Baerbock vehement dafür, dass ihre Partei mit einem eigenem Spitzenkandidaten antritt - doch ob sie selbst oder ihr Co-Vorsitzender Robert Habeck das sein wird, das ließ sie offen. 

Insgesamt drehte sich das Gespräch erfrischend wenig um konkrete politische Positionen. Stattdessen bekam man die Gelegenheit, die sonst so kontrollierte Politikerin mal von einer eher persönlichen Seite kennenzulernen. Wenig überraschend sieht sich Baerbock nicht als Romantikerin, sondern als eher rationalen Menschen. So sei sie auch zu den Grünen "von der rationalen Seite" gekommen. 

Die Mutter zweier Töchter sprach auch freimütig über ihre Schwäche: Wenn sie leidenschaftlich sei, rede sie sehr schnell, so Baerbock. Ihre ersten Talkshow-Auftritte seien deshalb schwierig gewesen. Mittlerweile hat sie Atemunterricht genommen und dabei festgestellt, dass sie falsch atmet, dadurch komme sie schnell in eine Kurzatmigkeit. 

Das Training scheint sich ausgezahlt zu haben: Unter Wickerts souveräner Frageführung geriet Baerbock selten in Atemnot. 

Die neue Folge des Podcasts "Wickert trifft" mit Annalena Baerbock ist ab dem 29. Oktober auf Audio Now und anderen bekannten Podcast-Plattformen abrufbar.

che

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