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"Bundesvision Song Contest": Das Lied vom NPD-Mann, der zur linken Frau wurde

Die Orsons wollen beim "Bundesvision Song Contest" fürs Saarland antreten. Doch es gibt Ärger um ihr Lied: Hauptperson Monika findet es gar nicht lustig und setzt sich zur Wehr.

Von Susanne Baller

Es ist schon eine irre Geschichte, von der Die Orsons in ihrem Song "Horst & Monika" erzählen. Sie handelt von Horst, der NPD-Mitglied ist und transsexuell. Der sich irgendwann operieren lässt, nun Monika heißt und dann als Kandidatin für Die Linke antritt. Und das verrückteste an der Story ist, dass sie wahr ist: Bereits im März 2011 hat der stern von Monika Strub berichtet, die ihr Leben gründlich umgekrempelt hat. Die von der Bomberjacke, die sie als Horst trug, in das lilafarbene Outfit der Monika gestiegen ist.

Das Video von "Horst & Monika"

Die Band will mit dem polarisierenden Song am Freitagabend beim "Bundesvision Song Contest" für das Saarland antreten. Doch ihr Auftritt ist umstritten. Mitglieder der Organisation ATME e.V. (Aktion Transsexualität und Menschenrecht) wollten den Auftritt verhindern und erstatteten Strafanzeige. Der Grund: Der Song verletze Monikas Persönlichkeitsrechte. "Dieses Lied ist Monika gar nicht recht", sagt Kim Schicklang, erste Vorsitzende des Vereins, stern.de, "sie ist keine Person des öffentlichen Lebens und einige Passagen in dem Song passen ihr nicht. Zum Beispiel, dass sie als Schläger dargestellt wird, das ist einfach falsch." Deshalb hatten sowohl der Verein als auch Strub selbst Strafanzeige gestellt. Beide hofften auf ein Eilverfahren, um "die Verbreitung einer Fehldarstellung" zu verhindern.

Eigentlich hat Monika kein Problem damit, ihr freudloses Leben als Horst öffentlich zu machen. In einem RTL-Beitrag zum Beispiel wird 2011 ihre Geschichte nacherzählt. Bilder aus dem Familienalbum schildern ihre Entwicklung vom Kind zu einem unglücklichen Teenager, der nicht nur an seinem einsetzenden Haarwuchs verzweifelt. Immer anders, immer allein war Horst, bis Nazis aus dem Nachbardorf ihn in ihre Männerwelt aufnahmen. Sein Anderssein versteckte Strub in der konservativen Gegend um den Kaiserstuhl hinter einer Nazi-Fassade - Rechtsradikalismus als Rettung.

Erst nach dem Tod seiner Mutter setzt ein Umdenken ein: Strub wendet sich von den Nazis ab, bekennt sich zu seiner Transsexualität, lässt sich operieren und aus Horst wird Monika. Und die kandidiert 2011 sogar für Die Linke für den baden-württembergischen Landtag. Die Partei kannte ihre rechte Vergangenheit und glaubte trotzdem an sie. Das Resultat des Wandels war jedoch kein Sitz im Landtag. Und die Nazis lauern Monika inzwischen auf, beschmieren ihre Haustür, greifen sie körperlich an.

Die Orsons entschuldigen sich

Inzwischen hat die Band auf die Vorwürfe von ATME reagiert, hat mit dem Verein gesprochen und sich mit einem langen Posting auf Facebook entschuldigt. Monika Strub möchte sich im Moment dazu nicht äußern, doch die Vereinsvorsitzende Schicklang klingt schon milder gestimmt. "Wie es genau weitergeht, wissen wir noch nicht. Transsexuelle Menschen werden oft fremdbestimmt. Diese Entmündigung soll aufhören."

Der Auftritt der Orsons beim "Bundesvision Song Contest" scheint jedoch nicht mehr in Gefahr: "Horst & Monika" wird gemeinsam mit dem Shootingstar Cro vorgetragen, der ebenfalls beim Label Chimperator unter Vertrag ist. Am Freitag erscheint zudem das erste Album der Orsons, "Das Chaos und Die Ordnung". Und der Titel passt auch irgendwie zu Monika.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo