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Jahresrückblick der "heute-show": Wenn es "goldene Vollpfosten" regnet und Max Mutzke ein Lied für Andreas Scheuer singt

Die Satiriker der ZDF-"heute-show" ziehen in ihrer letzten Sendung des Jahres Bilanz und alle Register: Anti-Preise für die "Vollpfosten" des Jahres, Schmählieder für die größten Verlierer. 

Oliver Welke sitzt am Moderationspult, neben ihm steht der "goldene Vollpfosten"

"heute-show - Der Jahresrückblick": Oliver Welke sitzt am Moderationspult, neben ihm steht der "goldene Vollpfosten"

ZDF

Beinahe Jahresende, es ist der 13. Dezember (ein Freitag, ausgerechnet!). Die "heute-show" zelebriert die letzte Sendung für 2019. Zeit für eine Bilanz, Zeit für den Anti-Preis der ZDF-Satiriker: der "Goldene Vollpfosten" wird verliehen. Die Preisträger, respektive die Geschmähten: Boris "Brexy Motherfucker" Johnson, Andreas "das Missverständnis des Jahres" Scheuer und Friedrich "der Möchtegern-Putschist" Merz. Unter anderem. "Wir hauen die Pfosten hier nur so raus", kündigt Moderator Oliver Welke das Unheil an. Lasset die Gaga-Gala beginnen.

Dieser Jahresrückblick bringt eigentlich alles mit, was auch schon Günther Jauch in seiner Retrospektive versprach: "Menschen, Bilder, Emotionen". Nur nicht ganz so kuschelig. Da wird etwa Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit dem Ferkelklöten-Vollpfosten geehrt, auch von solchen geschmückt, für ihr vermeintliches Nicht-Engagement im Kampf um die Abschaffung der Ferkelkastration ohne Betäubung. "Ja, reiß' mir doch die Eier ab!", entfährt es "heute-show"-Choleriker Gernot Hassknecht. Selbst "Momente der Hoffnung", so der nonchalante Sebastian Pufpaff, entpuppen sich als satirische Breitseiten. Denn, gemeint: der "Niedergang des HC Strache", dem ehemaligen Vize-Kanzler Österreichs, der spektakulär über eine geheime Videoaufnahme ("Ibiza-Affäre") stürzte. Anmerkung des Moderators: "Ich fand' 'Verstehen Sie Spaß?' schon immer scheiße, aber diese Folge ...!"

Die "heute-show" kürt die Vollpfosten des Jahres

An diesem Abend haben Heinz-Christian Strache und Andreas Franz Scheuer (so der volle Name, übrigens) etwas gemein: Sie beide werden als besondere (Un-)Ehrenmänner durch ein Ständchen geehrt. Max Mutzke (ESC 2004, "The Masked Singer"-Gewinner) singt für den Bundesverkehrsminister zur Melodie von "We are the World":

"Einen neuen Job / 

für Andi Scheuer/ 

denn dann ist der halb so schädlich /

und halb so teuer" 

Für HC Strache wird zur Melodie von Adeles "Hello" gedichtet:

"Strache soll säuft auf Ibizaaaa / 

macht Oligarchen-Nichten klaaaar / 

doch die scharfe Russin / sie ist gar nicht echt /

guck' mal ihre Fußnägel, Füße, da wirds ma' schlecht"

Doch auch ein Jahresende kommt irgendwann zum Ende. Das sei übrigens auch eine Gemeinsamkeit zwischen dem Jahr 2019 und der SPD, flachwitzt Sebastian Pufpaff. Es folgen noch ein ironischer Schwenk ins ZDF-Postzentrum (Oliver Welke: "Leider holen die meisten unserer Preisträger den Preis gar nicht ab."), ein empörter Talk mit einem noch empörteren Albrecht Humboldt über das umstrittene Klimapaket ("Da wird ja der Soja-Bratling in der Pfanne verrückt") und ein Beitrag von Feldreporter Lutz Van der Horst, der "diesen jungen Leuten" in "Van der Horst for Future" auf den Zahn fühlt. Und, nach 55 Minuten, ist sie schließlich formvollendet: die lange Liste aller (Anti-)Preisträger.

  • Die Briten werden für ihr "Never-Ending-Brexit-Drama" ausgezeichnet. Dafür gibt's den "Fish-and-Chips-Pfosten" (Welke: "Mit echter Remoulade drauf, bah.")
  • Andreas Scheuer für sein Lebenswerk. "Gratulation zum Verbrennungsvollpfosten".
  • Alle Deutschen mit den vielen SUV: "Grün wählen - aber dicke Karren kaufen? Für diese Scheinheiligkeit gibt's für uns alle einen Vollpfosten"
  • Markus Söder für den radikalsten Imagewechsel. Sein Vollpfosten ist zu einer Hälfte in Bayern-Optik und zur anderen in Grünen-Optik gehalten.
  • Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident in Bayern, für seine ungelenken Aussagen zum Tragen von Messern. In seiner Trophäe verbirgt sich, klar, ein Messer.
  • Julia Klöckner bekommt den Vollpfosten mit Ferkelklöten.
  • Friedrich Merz wird als "Möchtegern-Putschist" geehrt. Dafür gibt's den Vollpfosten in der "Umfaller-Version" überreicht. Weil: Immer wenn es ernst werde, falle Merz um.
  • Und die SPD bekommt den "Schizophrenie-Vollpfosten", die sich zwischen Ablehnung und Zustimmung in Sachen GroKo nicht entscheiden könne.

Am 31. Januar meldet sich die "heute-show" zurück. Welke: "Bis dahin, schöne Weihnachten, tschüss."

Quelle: "heute-show – Der Jahresrückblick" (ZDF Mediathek)

fs