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Shaun Toub und Niv Sultan Iraner und Israelin friedlich vereint: Das sind die Hauptdarsteller der Serie "Tehran"

Shaun Toub und Niv Sultan
Shaun Toub und Niv Sultan sind die Hauptdarsteller der Spionage-Serie "Tehran"
© Apple TV +
Ihn kennt man aus "Homeland" und "Iron Man", sie steht am Anfang ihrer Karriere: Shaun Toub und Niv Sultan sind die Hauptdarsteller der neuen Agentenserie "Tehran". Der stern stellt sie vor.

"Wir hassen uns." Auf die Frage nach dem Verhältnis des gebürtigen Iraners zu seiner israelischen Kollegin Niv Sultan gibt Schauspieler Shaun Toub zunächst die erwartbare Antwort. Denn in "Tehran", der gerade gestarteten Agentenserie auf Apple TV+, sind die beiden verfeindet: Toub spielt den Chef der iranischen Spionageabwehr, Sultan eine junge Mossad-Agentin, die sich für einen Sabotageakt in die Islamische Republik eingeschlichen hat. 

Doch der 1963 in Teheran geborene Schauspieler hat nur einen Spaß gemacht. Tatsächlich betont Toub, wie herzlich das Verhältnis am Set gewesen sei. In all den Wochen habe es nicht einen einzigen Streit gegeben. Der Mann, der in "Homeland" und auch anderen Produktionen häufig fiese Typen spielt, ist privat ganz anders: Er sei "der lustigste Typ der Schule", hieß es schon in seinem Highschool-Jahrbuch über ihn, er werde ganz gewiss in der Welt des Entertainment Erfolg haben.

Tatsächlich hat der 57-Jährige viele komische Rollen gespielt, er wirkte unter anderem in der Comedy-Serie "Seinfeld" mit, wie er dem stern erzählt. Doch ein Film beeinflusste seine weitere Karriere: "Alles hat sich geändert, als ich 'L.A. Crash' gemacht habe", sagt er. In dem Episodenfilm, der sich um das Thema Rassismus dreht, spielt Shaun Toub einen persischen Kurzwarenhändler, der die Nerven verliert und auf ein kleines Kind schießt. Der Film bekam viel Aufmerksamkeit und gewann den Oscar als bester Film. Das habe seine Wahrnehmung als Schauspieler geändert, sagt er. "Ich war aber immer der lustige Typ."

Niv Sultan ist noch kaum bekannt

Dank seiner Rollen in "Iron Man", "Homeland" sowie zahlreichen weiteren Filmen und Serien ist Toub mittlerweile ein bekannter Schauspieler. Ganz im Gegensatz zu seiner jungen Kollegin Niv Sultan. Die 28-Jährige hat erst wenig Filmerfahrung und ist außerhalb ihrer israelischen Heimat noch völlig unbekannt.

Das dürfte sich mit "Tehran" ändern - weshalb sie sofort Feuer und Flamme war, als sie von der Serie hörte: "Ich wollte die Rolle unbedingt haben, als ich das Drehbuch gelesen habe", sagt sie dem stern. Um die Mossad-Agentin Tamar Rabinyan glaubhaft spielen zu können, musste sie sich gründlich vorbereiten.

Da die Serie im Iran spielt, musste sie in vier Monaten Farsi lernen. Dazu hat sie Krav Maga trainiert - eine israelische Selbstverteidigungstechnik, die sie als kampferprobte Agentin auf gefährlicher Mission immer wieder einsetzen muss. Zudem hat sie sich intensiv mit der iranischen Kultur beschäftigt. Eine "tolle Erfahrung", wie die Israelin sagt.

Shaun Toub wurde in Teheran geboren

Was das angeht, hat Shaun Toub keinen Nachholbedarf. Er kennt sich in der iranischen wie israelischen Kultur aus. Er wurde in Teheran geboren, stammt aber aus einer jüdischen Familie. Mit 13 verließ er sein Geburtsland, er lebte in England, der Schweiz und zog schließlich in die USA, wo er heute lebt. 

Damit ist er jemand, der nicht in Freund-Feind-Schemata denkt, sondern auch bei internationalen Konflikten zuallererst die Menschen sieht. Dieses Bewusstsein verhindert, dass er den von ihm gespielten Chef der iranischen Spionageabwehr einseitig als Fiesling anlegt. Er gewinnt ihm durchaus positive Seiten ab und zeigt ihn als liebenden Ehemann. Denn, das ist Toub wichtig: "Am Ende geht es um Menschen."

Die Serie "Tehran" ist auf der Streamingplattform Apple TV+ abrufbar.

Lesen Sie hier eine ausführliche Kritik der Serie "Tehran"


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