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Bayerischer Fernsehpreis: Senta Berger schlägt Iris Berben

In ihrer Rolle als rechtschaffene Sachbearbeiterin hat sie die Jury überzeugt: Senta Berger ist bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises mit dem "Blauen Panther" ausgezeichnet worden. Auch Herbert Knaup und Annette Frier wurden geehrt.

Senta Berger und Herbert Knaup haben am Freitagabend in München den begehrten "Blauen Panther" bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises erhalten. Die beiden Sieger der Kategorie TV-Film teilen sich die Ehre der besten Darsteller mit den Siegern der Kategorie Serie, Annette Frier und Florian Martens. Die neben anderen Schauspielpreisen wie Lola oder Löwe hoch begehrte Panther-Trophäe ist mit je 10.000 Euro Preisgeld verbunden. Nominiert waren unter anderem auch Iris Berben, Götz George, Heike Makatsch, Eva Mattes, Richy Müller und Matthias Schweighöfer. Den "Blauen Panther" für sein Lebenswerk erhielt der 74-jährige Komponist Klaus Doldinger.

Die 69-jährige Berger habe in der Titelrolle des ARD-Films "Frau Böhm sagt nein" (WDR) in einer völlig neuen Rolle überrascht, urteilte die Jury: Als Sachbearbeiterin für die Vorstandsbezüge begehrt sie auf, als die Manager Millionen-Boni bekommen sollen und gleichzeitig Mitarbeiter entlassen werden. Der 54-jährige Knaup überzeugte durch "Mundart-Schauspielkunst in Vollendung" in der Rolle des kauzigen Kommissars Kluftinger im Allgäu-Krimi "Erntedank" (BR).

Den Preis als beste Seriendarstellerin verdiente sich die 36-jährige Annette Frier laut Jury als Anwältin "Danni Lowinski" in der gleichnamigen Sat.1-Serie "mit Leichtigkeit und großem Können". Florian Martens, 51, erhielt den Panther für seine nunmehr seit 16 Jahren "mit derselben faszinierenden Identität" und authentisch verkörperte Rolle als Kommissar Otto Graber in der ZDF-Reihe "Ein starkes Team".

"Tatort"-Komponist wird für Lebenswerk geehrt

Doldinger nahm den Ehrenpreis der Panther-Porzellanstatue aus den Händen des bayerischen Wirtschaftsministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Martin Zeil (FDP) entgegen. "Seine Film- und Fernsehmusiken sind epochal: Emotional, international, unterhaltend und auf den Punkt gebracht", lobte der Vertreter von Regierungschef Horst Seehofer (CSU). Der Komponist und Jazzsaxofonist Doldinger, dessen bekannteste TV-Melodien wohl die zur ARD-Serie "Tatort" sowie dem Film "Das Boot" sind, hat insgesamt rund 2000 Kompositionen geschaffen und davon eine Vielzahl dem Fernsehen gewidmet.

Ein weiterer Panther ging an Stefan Raab für seine Casting- Show "Unser Star für Oslo" (ProSieben). Der Initiator und Jurypräsident der Star-Suche für den Eurovision Song Contest bekam den Bayerischen Fernsehpreis für qualitativ gute Unterhaltung. Weitere Preisträger sind unter anderen der Regisseur der filmischen Aufarbeitung des Flugzeugunglücks über Überlingen (ARD), Till Endemann, sowie Jörg Wontorra für seine Fußballsendung "Doppelpass" (Sport1).

Gewinner "Allein unter Schülern"

Gleich zwei Preise heimste der Sat.1-Film "Allein unter Schülern" ein. Nina Gummich bekam den zum fünften Mal ausgelobten Nachwuchspreis als Darstellerin. Für das Drehbuch zu der Story um einen Ex-Offizier und Neu-Lehrer im Kampf mit den Töchtern und Schülern wurde Carolin Hecht mit dem Bayerischen Fernsehpreis bedacht. Ebenfalls mit dem Fernsehpreis ausgezeichnet wurde das "RTL- Extra Spezial: Angst vor den neuen Nachbarn". Der Beitrag von Jan Rasmus und Düzen Tekkal setzt sich mit der Integration von Ausländern am Beispiel Bonn auseinander.

Bei den Dokumentationen waren Uta von Borries und Stephan Rebelein für die Kinderarmuts-Folge "Leben auf kleinstem Fuß" der ZDF-Reihe "37 Grad" sowie Thomas Kufus und Volker Heise für ihre Echtzeit-Doku "24h Berlin" (Arte/RBB) erfolgreich. Ein weiteres ernstes Thema lieferte Niki Stein und erhielt den "Blauen Panther" für seinen Film über die Scientology-Organisation "Bis nichts mehr bleibt" (ARD/SWR). Für die Auslandsberichterstattung aus dem Iran wurde der Leiter des ARD-Studios Teheran, Peter Mezger (Bayerischer Rundfunk), prämiert.

DPA / DPA