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Buhrufe bei "Elton zockt": Deutschlands neuer Hass-Martin

Arrogant, selbstgefällig, großkotzig: Kandidat Björn sorgt bei der ProSieben-Show "Elton zockt" für Pfiffe im Publikum. Auch auf Twitter wird er beschimpft - obwohl er fast alle Spiele gewinnt.

Von Christoph Fröhlich

Kennen Sie noch Hass-Martin? Jenen Kandidaten, der vor mehr als vier Jahren souverän "Schlag den Raab" dominierte, eine halbe Million Euro einheimste - und dabei sämtliche Sympathien des Publikums verspielte? Bislang galt der damals 24-jährige Pharmaziepraktikant aus Oldenburg unter TV-Zuschauern als einer der unausstehlichsten Teilnehmer der beliebten Spielshow. Seit gestern hat Hass-Martin nun einen ernstzunehmenden Konkurrenten: Björn. Er war einer der drei Kandidaten der Pro-Sieben-Show "Elton Zockt" am Samstagabend und schaffte es in nur wenigen Minuten, das eigentlich wohlgesonnene Publikum gegen sich aufzubringen. Was war passiert?

Der Anti-Elton

In der Sendung "Elton Zockt" treten drei Kandidaten in 13 verschiedenen Wettbewerben gegen Elton an. Während es für Stefan Raabs Dauerpraktikant nur um die Ehre geht, riskieren die Herausforderer viel: Um das Preisgeld von 100.000 Euro gewinnen zu können, müssen die Teilnehmer in jeder Challenge private Habseligkeiten mit oft hohem emotionalen Wert setzen, die im Falle einer Niederlage verschenkt oder zerstört werden. Kandidatin Tamara beispielsweise versetzt wegen fehlender Grammatikkenntnisse ein Dirndl ihrer Großmutter, Teilnehmer Matthias verzockt wegen zu langsamer Reflexe gleich im ersten Spiel ein Hochzeitsbild, das bei seiner Heirat in Las Vegas von ihm und seiner Ehefrau im Jahr 2009 angefertigt worden war.

Wie gefällt Ihnen die Sendung "Elton Zockt"?

Dann ist Björn an der Reihe. Er ist eine Art Anti-Elton: groß, schlank, sportlicher grauer Longsleeve statt knallroter Schlabberpulli. Er gibt sich im Einspielfilm siegessicher und bietet als Einsatz eine BVB-Dauerkarte, das Originaltrikot samt Beachvolleyball des Olympia-Siegers Julius Brink, einen gebrauchten Ford Mondeo und die Steiff-Box seines Sohnes.

An Mut fehlt es ihm nicht, das kommt beim Publikum gut an. Doch im Laufe der ersten Spiele wendet sich das Blatt schnell: Dreimal hintereinander lässt Björn Elton in verschiedenen Disziplinen alt aussehen, und wofür jeder Kandidat bei "Schlag den Raab" Standing Ovations bekommen würde, kassiert Björn erste Pfiffe und Buhrufe. Nicht weil der Kandidat Elton besiegt, sondern wegen der Art, wie er es tut.

Der Hass-Martin von "Elton Zockt"

Auf Twitter beschweren sich viele über seine "arrogante" und "großkotzige" Art und seinen "nicht lustigen" Humor. Was einigen Zuschauern besonders sauer aufstößt: Während die anderen Kandidaten zu Beginn des Wettbewerbs meist private Gegenstände setzen - Tamara etwa verzockt 1200 Euro teure Schuhe - setzt Björn die Steiff-Box seines Sohns. Dreimal hintereinander.

Schnell werden Vergleiche mit Hass-Martin angestellt und erste Gemeinsamkeiten entdeckt: Beide kommen aus Oldenburg.

In drei Spielen erzockt Björn 7.500 Euro. Die anderen Kandidaten nehmen kaum noch am Wettbewerb teil, was ProSieben auf Twitter erboste Leserkommentare beschert.

Der Sender reagiert zurückhaltend.

Im nächsten Wettbewerb, Elton und Björn müssen Frisbees durch einen immer enger werdenden Schlitz werfen, klatscht das Publikum bereits, wenn Björn daneben wirft. Doch auch bei diesem Spiel behält der Oldenburger die Oberhand, sein erspielter Kontostand wächst weiter.

Im vorletzten Spiel, beide müssen Goldbarren auf Waagen stapeln, setzt Björn seinen Ford Mondeo - und verliert. Die Schadenfreude auf Twitter ist groß.

Durch seine Niederlage verpasst Björn knapp den Einzug ins Finale, wo Matthias, der erst ein Hochzeitsbild, dann seinen Roller und schließlich alle seine Klamotten verlor, wenige Minuten später souverän 100.000 Euro erspielt. Björn dagegen muss sich mit 10.000 Euro begnügen - und mit der Bahn nach Hause fahren.