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Castingshows auf der Kippe: "The Voice of Germany" trotzt dem Abwärtstrend

Viele Castingshows konkurrieren um die Gunst der TV-Zuschauer. Doch die schalten nicht mehr so oft ein wie früher. Einzig "The Voice of Germany" und Platzhirsch "DSDS" könnten am Ende übrig bleiben.

Sie singen, singen und singen in die Kamera. Meist so, dass die Fernsehzuschauer eine Gänsehaut bekommen. Weil die Stimmen so gut sind - oder so schlecht. TV-Castingshows nähren für viele Kandidaten nach wie vor die große Hoffnung, prominent zu werden. Für die Privatsender sind sie Prestigeobjekte: Jeder, der etwas auf sich hält, hat mindestens eine. Doch einige Quoten der Castingformate schwächeln. An diesem Sonntag läuft das Finale der dritten Staffel der Vox-Show "X Factor" - und noch ist nicht klar, ob es danach weitergeht.

Möglicherweise lichten sich die Reihen der Sänger-Wettbewerbe so langsam. "Irgendwann gibt es eine Sättigung", sagt Aycha Riffi vom Grimme Institut. An jedem zweiten Abend gibt es aktuell eine Castingshow im Fernsehen und viele laufen parallel: Sei es beispielsweise "Deutschland sucht den Superstar", "Popstars" oder "The Voice of Germany".

Irgendwann sei es eben nicht mehr so spannend, mit No-Names - also unbekannten Menschen - mitzufiebern, meint Riffi. Und mit dem Überdruss komme der Quotenabsturz. Das Halbfinale von "X Factor" sahen am vergangenen Sonntag 1,22 Millionen Menschen: Tiefstwert. Zu Rekordzeiten hatte die Sendung weit mehr als doppelt so viele Zuschauer.

Vorreiter "Popstars"

Auch um "Popstars" auf ProSieben ist es nicht gut bestellt. Im Jahr 2000 war es Deutschlands erste Castingshow, importiert aus den USA. Die Idee: Retortenbands werden zusammengestellt. Einige hatten dann auch große Charterfolge, wie die No Angels, Bro'Sis und Monrose. Doch in diesem Jahr wurde die Staffel mangels Zuschauern verkürzt - und beim Finale waren die Quoten so schlecht wie nie. "'Popstars' ist und bleibt eine starke Marke für ProSieben", lässt der Sender schwammig verlauten, wie schon vor mehreren Wochen.

Genauso wenig lässt sich Vox in die Karten schauen, was der Plan für den deutsche Ableger der internationalen Musik-Talent-Show "X Factor" ist. "Wir konzentrieren uns jetzt auf die laufende "X Factor"-Staffel, alles weitere wird wie immer nach Abschluss bekannt gegeben", heißt es. "Bei der Entscheidung zu einer weiteren Staffel werden am Ende viele Faktoren betrachtet, natürlich auch die Quoten." Immerhin: Es werden "Optimierungsmöglichkeiten" ausgelotet.

Talentsuche ohne Fremdschämfaktor

Übrig bleiben könnten letztlich die Gegenspieler "The Voice of Germany" von ProSieben und Sat.1 und "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) von RTL. Der Grund: Beide zielten klar in eine unterschiedliche Richtung, sagt Riffi vom Grimme Institut. Echte Talente versus hübsche Ausgeflippte. "Bei 'The Voice of Germany' wird oft das Wort 'authentisch' benutzt, sei du selbst. Während es in den anderen Castingshows heißt 'Das Gesamtpaket muss stimmen'."

Obwohl erst letztes Jahr gestartet, entpuppte sich "The Voice of Germany" rund um die Coaches Nena, Xavier Naidoo, Rea Garvey und The BossHoss als Zuschauermagnet: Einen Großteil der Sendungen schalten zwischen 4 und 5 Millionen Zuschauer ein. "Die Show ist erfolgreicher, weil die Leute eine Übersättigung an Freaks haben, und an Leuten, die nichts können", meint Riffi. Den Anfang habe die Show für den Eurovision Song Contest 2010 "Unser Star für Oslo" gemacht. Es gehe eher um eine seriöse Talentsuche, als darum, sich über Leute lustig zu machen.

Die zweite Sparte besetzt nach wie vor "Deutschland sucht den Superstar". Mit ähnlich gutem Erfolg: Zwischen 4 und 5 Millionen Menschen sahen DSDS auf den Bildschirmen. Anfang nächsten Jahres startet die Jubiläumsstaffel Nummer 10 mit einer umgebauten Jury: Neben Dieter Bohlen sollen unter anderem die Tokio-Hotel-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz neuen Pep bringen. Die Castings werden bereits aufgezeichnet. "Die Freakshow läuft aber momentan in anderen Formaten ab", ist sich Riffi sicher. Statt der Castingsshows am Abend seien es nun die Scripted-Reality-Soaps am Nachmittag.

kgi/Anja Mia Neumann, DPA/DPA
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo