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TV-Kritik

"Die Yottas - Mit Vollgas durch Amerika": "If I sieh se Strahlen in jur Eis, sen ju get it"

Tausendsassa, Lebemann, toller Hecht: So präsentiert sich Bastian Yotta in seiner neuen Doku-Soap auf ProSieben. Doch trotz Protz und Busen wird schon in der ersten Folge klar: Die Geissens fehlen.

Bastian und Maria Yotta

Ein Foto aus glücklichen Tagen: Bastian und Maria Yotta 

Der Bastian, der kann alles. Der 38-jährige Auswanderer aus Landshut hat es in Amerika geschafft und präsentiert gerne seinen dekadenten Lebensstil. Er wohnt mit seiner vollkurvigen Freundin Maria in einer Villa in Los Angeles, fährt Ferrari und Bentley, versammelt jede Menge schöne Frauen um sich und bewahrt sein Geld ("Ich fühle mich nur wohl, wenn ich 500.000 Dollar in bar zuhause habe") in vollgestopften Taschen im Badezimmer auf. Nur eins, das kann er nicht: akzentfreies Englisch sprechen.

Die neue ProSieben Doku-Soap "Die Yottas - mit Vollgas durch Amerika" zeigt Bastian Gillmeier und Maria Hering genauso, wie sie das gerne haben wollen: als protziges Traumpaar, für das es keine Grenzen nach oben gibt. Sie wollen die neuen Geissens sein - nur cleverer, jünger und vor allem besser aussehend.

Die Yottas - Neues vom "Denver-Clan"

Es ist wie damals, als die Serie "Dallas" vom "Denver-Clan" Konkurrenz bekam. Der alten Sue Ellen (Linda Grey) machte plötzlich die vollbusige Sammy Jo (Heather Locklear) den Rang streitig. Und Alexis Colby (Joan Collins) war noch eine Spur garstiger, dreister und reicher als der olle Öl-Baron J.R Ewing (Larry Hagman) - und vor allem sexier. 

Sex sells und think big, das haben die Yottas zu ihrem Lebensmotto erhoben. Oder wie Bastian Yotta es nennen würde: "Sink big." Denn mit seinem Sprachtalent verhält es sich ähnlich wie bei Günther Oettinger: Er kann alles, außer Englisch. Mit Sätzen wie "Sere is wan ruul, if I sieh se Strahlen in jur eis, sen ju get it", holpert er sich durch die Sendung - oder besser gesagt durch Los Angeles.

Bastian Yotta

"You can work and workout at se same time." Bastian Yotta ist von seiner neuesten Erfindung überzeugt.


Bastian Yotta will mit Schreibtisch Milliardär werden

Die Doku-Soap begleitet die Yottas durch ihren Alltag. Doch der ist schon nach zehn Minuten auserzählt. Beide haben auf mysteriöse Weise ganz viel Geld gemacht - "ein Teil mit einem Abnehmbuch", will eine Off-Sprecherin Glauben machen - und geben es nun mit vollen Händen aus. Aufstehen, Geld zählen, rumprahlen - so sieht der Tag bei den Yottas aus. Gähn.

Unterhaltsam wird es erst, als Bastian Yotta seine neue Geschäftsidee vorstellt: Er hat einen Schreibtisch mit integriertem Laufband entwickelt. "Wenn du gehst, bist du viel mehr in Motion", schlaubergert er dazu. Einen Prototyp gibt es auch schon und der sieht so kurios aus, als käme er direkt von Professor Doktor Honigtau Bunsenbrenner und Assistent Beaker aus den Muppet-Labors. Damit will er bis 2018 zum Milliardär werden? Mimimimimi.

Doch der Bastian lässt sich von Zweiflern nicht unterkriegen. "Wenn draußen schönes Wetter war, hat meine Mutter früher immer gesagt: 'Aber morgen soll's regnen.' Ich hasse sowas", macht er seine Abneigung gegenüber Nörglern deutlich. Er braucht kein Tschaka und kein Koks: Herr Yotta strotzt nur so vor Selbstvertrauen.

Die Geissens fehlen

Wie's mit der dreiteiligen Doku-Soap weiter geht? Die Yottas begeben sich auf einen Road-Trip durch die USA. Im Wohnmobil und mit Debbie, der persönlichen Assistentin, im Schlepptau. Die Frau, die es vermutlich bei Porno-Castings nicht geschafft hat und so bei den Yottas hängen blieb, trägt nicht nur die Einkaufstüten, sondern reicht Bastian Yotta auch die Getränke an. "Maria, magst du Debbie mal sagen, dass ich gerne ein Wasser hätte." "Debbie, Herr Yotta hätte gerne ein Wasser." So geht das dann.

Eigentlich enttäuschend, dass ein Bastian Yotta Wasser und kein Champagner trinkt. Und spätestens in diesem Moment vermisst man sie wieder: die Ewings, die Carringtons und die Geissens. Roooooobert!

Geburtstags-Sause im Schnee: So lassen es die Yottas beim Skifahren krachen
Maria Yotta

Da wird Bastian Yotta warm ums Herz: Maria macht es sich vor dem Kamin bequem.