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Doku über Prinzessin Diana: William und Harry sprechen über Diana - persönlich wie nie

Anlässlich ihres 20. Todestags hat die ARD Prinzessin Diana mit einer Doku geehrt. Darin sprechen die Prinzen William und Harry in bisher noch nie da gewesene Offenheit über ihre verstorbene Mutter.

Unverkennbare Mutterliebe sieht man bei Prinzessin Diana, wenn sie mit ihren Söhnen zusammen ist

Die Prinzessin von Wales war musikalisch, sie spielte seit ihrer Kindheit Klavier. Daher versuchte sie schon früh, ihren Söhnen die Scheu vor dem Instrument zu nehmen, wie hier in ihrem Heim im Kensington Palast.

Am 31. August jährt sich dieses Jahr der tragische Autounfall von Diana, Princess of Wales, zum 20 Mal. Ihre beiden Söhne waren erst 15 und 12, als ihre Mutter in einer Sommernacht des Jahres 1997 in einem Pariser Krankenhaus so plötzlich starb.

In den letzten Monaten hatten die Prinzen bei einigen Gelegenheiten schon öffentlich angedeutet, dass sie bis vor kurzer Zeit nie richtig trauern konnten um den damals wichtigsten Menschen in ihrem Leben, weil sie nicht wussten wie, und in ihrer Umgebung - innerhalb der Royal Family und in ihren Internatsschulen -  immer noch die berühmte britische "stiff upper lip" in allen Lebenslagen als erstrebenswert galt. So empfindet gerade Harry es bis heute als unsäglich, dass man die Brüder damals dazu nötigte, den langen Weg vom St. James Palast bis zur Westminster Abbey hinter dem Sarg ihrer Mutter herzugehen.

William und Harry teilen ihre persönlichen Erinnerungen

 William hat wohl durch seine lange, stabile Beziehung mit seiner früheren Freundin und jetzigen Ehefrau Kate mit ihrer ziemlich bürgerlich-normalen Familie im Hintergrund gelernt, Trauer zuzulassen, hat erlebt, was es bedeutet, emotional aufgefangen zu werden. Sein Bruder, ehemals berühmt-berüchtigt als Partyprinz, der nichts anbrennen lässt, hat sich auch erst in den letzten Jahren gewandelt und sich professionelle Hilfe geholt, wie er kürzlich in einer Radiosendung zugab.

Die Dokumentation, die die beiden persönlich zusammen mit dem britischen Fernsehsender ITV konzipiert und aufgenommen haben, geht noch ein Stück weiter: William und Harry teilen ihre persönlichen Erinnerungen, glückliche und traurige, auf erstaunlich unbefangene Art.

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Sie blättern - konkret und in übertragendem Sinne - in ihrem Familienalbum, zeigen Photos aus einer weitgehend glücklichen und behüteten Kindheit vor 1992 (bis zur Trennung der Eltern), und erzählen Anekdoten. Ihre Mutter sei im Grunde selbst immer das totale Kind geblieben, stets für einen Spaß gut, ihre oberste Erziehungsmaxime habe  gelautet: "Man kann alles anstellen was man will, man darf sich nur nicht erwischen lassen". Dass zwei halbwüchsige Jungs das toll fanden, ist klar. Ob das eine besonders kluge Erziehungsmethode war für Kinder, die ein Leben lang in der Öffentlichkeit stehen würden mit all ihren Taten, sei dahingestellt.

Vielleicht wollen sich William und Harry nur an die guten Seiten Dianas erinnern

Sicher ist, dass die Prinzessin von Wales eine sehr liebevolle Mutter war, die ihren Söhnen Liebe und  Zuwendung im Übermaß schenkte. Das heben die Söhne in der Sendung immer wieder hervor. Ungesagt bleibt, welch’ schwierige Seiten sie auch hatte, dass sie vor ihren Söhnen ihren Liebeskummer auslebte, deren Vater beschimpfte und bei der Wahl ihrer Liebhaber nach der Trennung von Ehemann Charles nicht besonders diskret vorging, zum Leidwesen ihrer Söhne, die ihre Mutter in den späten 1990er Jahren allzu häufig auf den Titelseiten bunter Blätter im Bikini in heißer Umarmung mit verschieden Männern sehen mussten.

Vielleicht haben William und Harry das verdrängt oder möchten sich bewusst nur an die guten Seiten Dianas erinnern.

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Entsprechend kommen Freunde und Förderer der Charities zu Wort, die Diana besonders wichtig waren, aus den Bereichen AIDS- und Landminen-Bekämpfung sowie Hilfe für Obdachlose, auch Elton John und Rihanna schwärmen vom Charisma und dem unermüdlichen Engagement der Prinzessin der Herzen für die Schwachen und Hilfsbedürftigen.

So möchten die Prinzen, dass die Welt ihre Mutter in Erinnerung behält, deswegen haben sie zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form öffentlich ihr Herz ausgeschüttet: weil sie die Deutungshoheit über Dianas Vermächtnis für sich beanspruchen wollten.

"Never explain, never complain!"

Das Recht dazu haben sie zweifellos. Dass der Blick auf die so lange schon schmerzlich vermisste Mutter durch eine rosarote Brille getrübt ist, wundert nicht.

Ihren Vater Prinz Charles, zu dem sie immer auch ein gutes, wenn auch vielleicht emotional nicht ganz so enges, Verhältnis hatten, hätten sie trotzdem wenigstens einmal erwähnen können. Irgendeinen Anteil daran, den beiden das Rüstzeug für ihr Leben mitgegeben zu haben, wird er schon auch gehabt haben.

Vielleicht gibt es ja in zehn oder 20 Jahren, nach dem Tod von Prinz/König Charles, dann doch noch mal eine TV-Doku der Prinzen, in der sie ihren Vater würdigen. Bis dahin dürfen sie sich aber gerne wieder an die oberste Maxime ihrer Granny, der Queen, halten: "Never explain, never complain!" Sich nie erklären, sich nie beschweren.

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