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TV-Kritik

Dschungelcamp Tag 3: "Linke Bazille" und "Betrüger": Böser Betten-Beef geht in die nächste Runde

Dicke Luft im Dschungelcamp: Der Streit zwischen Chris Töpperwien und Bastian Yotta spitzt sich zu. Vorerst fliegen nur Stinkefinger. Auch beim Ex-Liebespaar Evelyn und Domenico knistert weiter die Dschungelluft. Nur eine entspannt sich.

Von Simone Deckner

 Es gibt mehr Stars als Betten im Dschungelcamp. Da ist Streit programmiert. 

Es gibt mehr Stars als Betten im Dschungelcamp. Da ist Streit programmiert. 

Ein altes Sprichwort sagt: "Wie man sich battlet, so liegt man." So hat es zumindest der Currywurstmann verstanden. Jeden Tag sucht er mehr Beef mit seinem alten Buddy Bastian Yotta. Töpperwien ist zwar 2012 nach Amerika ausgewandert, um dort aus Foodtrucks German Currywurst zu verscherbeln ("There‘s no biz like Imbiss"), doch auf seine deutschen Tugenden pocht er auch im australischen Dschungel: Mit der Selbstverständlichkeit eines plauzenbehafteten Pauschaltouristen okkupiert der 44-Jährige in der Ferne seine Dschungelpritsche. Zwar fehlt ihm dazu das obligatorische Handtuch, aber die Botschaft ist gleich, sie lautet: meins!

"Ich habe mir hier ein Bett ausgesucht, ich bleibe hier drin", sprach der Currywurstmann, der sich an Tag 3 zu einer Art asozialem "Bett-Man" aufschwang. Ausgerechnet sein Intimfeind, Bastian "Morgenstund' hat Motivationsfloskeln im Mund"-Yotta hatte es gewagt, anzuregen, dass auch mal andere in den Genuss eines Bettes, genauer: seines Bettes, kommen könnten, Stichwort: Rotationsprinzip – eingeführt Ende der 70er Jahre von den Grünen, als sie sich noch nicht mit solchem Teufelszeug wie Twitter herum ärgern mussten.

Er könne nicht auf dem Boden schlafen, prinzipiell und außerdem das sei hier das Dschungelcamp, man nehme sich ein Bett und fertig. "Extrem egoistisch" sei das, ätzte Yotta. "Einfach eine Scheißaussage", pflichtete ihm Sandra Kiriasis bei. Der asoziale "Bett-Mann" bockte unterdessen munter weiter. Und ließ alle, inklusive Domenico abblitzen, der das Betten-Roulette qua Teamchef-Amt verfügen wollte.

Als Yotta den Currywurstmann nach einer weiteren Runde im bösen Betten-Beef kurz den Rücken zudrehte, zückte der gleich zwei Stinkefinger. Konfro light gewissermaßen. Beim Gespräch mit Gisele redete der 44-Jährige sich weiter in Rage: Er hätte den Yotta am liebsten "abgeknallt". Der Muskel-Millionär sei eine "linke Bazille" und "Betrüger", das wisse er "aus ganz sicheren Quellen", so Töpperwien, er habe sogar "Screenshots", die das beweisen sollen.

Dann sagte er den Satz, den bitchige Teilnehmer bei Castingsshows immer sagen, nämlich, den, dass er ja auch nicht hier drin sei, "um neue Freunde zu gewinnen." Immerhin: eine Freundin hat er mit Gisele gewonnen: Sie schloss sich der kleinen Töpperwien‘schen "Mein Bett gehört mir"-Partei an und verweigerte strikt jedwede Rotiererei. Sie habe es mit den Prüfungen schon schwer genug, da müsse sie wenigstens gut schlafen, erklärte sie den verdatterten Mitcampern.

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Apropos gewinnen: "Ich werde das schon irgendwie meistern", hatte Gisele verkündet, als sie erneut zur Dschungelprüfung geschickt wurde. Auf einer Glaubwürdigkeitsskala von 0-10 klang das so überzeugend wie minus 12. Genau so viele Minuten hätte die ehemalige Germany‘s Next Top-Model Kandidatin auch Zeit gehabt, um 12 Sterne aus einem Schiffswrack zu fischen. Am Ende wurden es: null.

"Kann man eigentlich unter Wasser bewusstlos werden?", hatte sie ängstlich ihre Mitcamper gefragt. "Will mich das theoretisch auch angreifen?", wollte sie von Sonja Zietlow und Daniel Hartwich wissen, als ihre bereits mit Tränen gefüllten Augen ein Baby-Krokodil entdeckten. Nachdem sie kurz Kontakt mit dem türkisblauen Wasser hatte, gab Gisele auf. "Ich bin irgendwie wie gelähmt, ich verstehe es nicht", schluchzte sie.

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Respekt gebührt dem menschlichen Zitteraal dafür, dass sie nicht mal mehr die Energie aufbrachte, bei der Rückkehr ins Camp ihre Kollegen anzuflunkern. Sie habe keine Sterne, habe es nicht mal geschafft, ganz ins Wasser zu gehen, konstatierte sie mitleidlos gegen sich selbst. Einer nahm ihr das richtig übel: Personal Jesus Yotta. Dass er nichts zu essen bekomme, sei für ihn "eine Katastrophe". Die Ursache für Giseles Versagen stand für den Mann, der seine Jünger gern gleich morgens um sich schart, zweifelsfrei fest: "Gestern hat sie beim 'Miracle Morning' mitgemacht und fünf Sterne geholt. Heute hat sie nicht mitgemacht, und keinen einzigen Stern geholt." Da vergehe ihm "auch langsam die Lust, sie zu coachen", sprach der Bastian und sah beinahe ein bisschen beleidigt aus.

Domenico zwinkert und schweigt

Noch einigermaßen lustvoll bei der morgendlichen Motivationshilfe aktiv dabei ist Alf-Herren-Schwarm Evelyn. "Das ist halt so 'ne Yogastunde, bloß ganz anders", erklärte die "Bachelor in Paradise"-Gewinnerin im Dschungeltelefon die Yotta-Exerzitien in the morning. Sie müssten da "halt so Sachen schreien". Sachen wie "I‘m hilty. Das heißt, dass man wundervoll ist", so Denglisch-Expertin-Evelyn fachmännisch.

Gar nicht wundervoll gestaltete sich bislang indes das Aufeinanderhocken mit ihrem Ex Domenico. Sie habe "ganz viele Fragen", so Evelyn, zum Beispiel diese nicht ganz unwichtige: "Warum hat er mir das angetan?" Domenico sei "definitiv" ihre große Liebe gewesen: "Ich dachte, das wird mal mein Ehemann", gab die Blondine zu Protokoll.

Das Liebesglück hielt indes nicht lange, denn neben Evelyn gab es da dooferweise noch eine andere Frau, die mittlerweile ein Kind von Domenico bekommen hat, und ihn gleich als Retoure dazu. "Er redet nicht mit mir, weil ja auch die Freundin zugucken könnte", vermutet Evelyn. "Ich kann hier nicht reden", beteuerte Domenico und zwinkerte trotzdem weiter munter in ihre Richtung. Eine Sache stellte die 30-Jährige im Gespräch mit Felix van Deventer aber klar: "Ich werde niemals in meinem ganzen Leben mit dem wieder zusammen kommen." Van Deventer, ganz jugendlicher Leichtsinn: "Geh‘ doch zu ‚Love Island‘!"

Den Preis für die beste Tina-York-Gedächtnisperformance heimste gestern eine andere ein: Sibylle Rauch. Die "Eis am Stiel"-Darstellerin schlief trotz Verbot tagsüber. Ein klarer Regelverstoß. Die 58-Jährige dazu, ziemlich aufgeweckt: "Ich habe nicht geschlafen, ich habe nur relaxed." Etwas relaxter kann auch Gisele in den nächsten Tag gehen: Sie wurde zwar schon wieder in die Dschungelprüfung gewählt, jedoch ausnahmsweise nicht allein: Bettnachbar Chris Töpperwien muss sie begleiten. Ein altes Sprichwort sagt ja: "Doppelt heult besser."