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Emmy-Verleihung: "24" sahnt ab

Beste Serie in der Kategorie Drama, bester Hauptdarsteller, beste Regie - die Emmy-Jury hat die Actionserie "24" regelrecht mit Trophäen überhäuft. An den Rekord der Serie "West Wing" kommt "24" aber noch lange nicht heran.

Die Actionserie "24" ist der große Gewinner bei der diesjährigen Vergabe des amerikanischen Fernsehpreises Emmy. "24" wurde als beste Serie in der Kategorie Drama ausgezeichnet, Hauptdarsteller Kiefer Sutherland erhielt einen Emmy als bester Schauspieler. Die Serie, die in Deutschland bei RTL2 zu sehen ist, erzählt vom Kampf des US-Geheimagenten Jack Bauer gegen Terroristen und andere Kriminelle - in Echtzeit. Eine Stunde im Leben Bauers entspricht einer Stunde Sendezeit, die ganze Staffel erstreckt sich über einen Tag im Leben des Agenten. Die Serie erhielt am Sonntag auch einen Preis für die beste Regie.

Den Emmy als beste Comedy-Serie erhielt "The Office". Das im Vorfeld hoch gehandelte Medizin-Drama "Grey's Anatomy" ging bei der Zeremonie am Sonntag in Los Angeles dagegen leer aus.

Als bester Darsteller in der Sparte Komödie erhielt Tony Shalhoub ("Monk") einen Emmy. Bei den Frauen konnte Julia Louis-Dreyfus den viel zitierten "Seinfeld"-Fluch besiegen, wonach die Ensemble-Mitglieder der in den USA äußerst erfolgreichen Serie keine erfolgreiche neuen Shows auf die Beine stellen können. Sie gewann für ihre neue Serie "The New Adventures of Old Christine" die goldene Trophäe. Beste Darstellerin in einer Drama-Serie wurde Mariska Hargitay für ihre Rolle in "Law & Order: Special Victims Unit".

Abgesetzt und ausgezeichnet

Den Preis als bester Nebendarsteller in einem Drama erhielt Alan Alda für seine Rolle als republikanischer Präsidentschaftskandidat in der Serie "The West Wing". Es war der 26. Emmy für die Serie, die damit einen Rekord aufstellte. Die Serie wurde inzwischen nach sieben Staffeln beendet. Einen Emmy als beste Nebendarstellerin in einem Drama erhielt Blythe Danner für ihren Auftritt in der inzwischen ebenfalls eingestellten Fernsehserie "Huff". Megan Mullally erhielt die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin in der Kategorie Komödie für ihr Mitwirken in der Sitcom "Will & Grace". Auch von "Will & Grace" gibt es keine neuen Staffeln mehr. Zu den weiteren Preisträgern gehörte unter anderem der Sänger Barry Manilow.

Durch den Abend führte Komiker Conan O'Brian, der gleich zu Beginn der live übertragenen Show für Aufsehen sorgte. In einem Kurzfilm wurde gezeigt, wie O'Brian an Bord eines Privatjets Champagner trinkt und fragt "Was kann heute Abend schon schief gehen?". Dann stürzt das Flugzeug auf einer Insel ab, die der aus der Serie "Lost" ähnelt. Kritiker zeigten sich empört über die Absturzszene, nachdem kurz zuvor bei einem Flugzeugunglück im US-Staat Kentucky 49 Menschen ums Leben gekommen waren.

Spott für Mel Gibson

Außerdem ermahnte O'Brien alle Preisträger, sich die üblichen Dankesworte für ihre Eltern zu sparen. Man nehme ihnen sowieso nicht ab, dass sie eine glückliche Kindheit verlebt hätten - denn dann wären sie jetzt nicht im Show-Business. Lange Dankesreden gelten als Quotenkiller bei den zahlreichen Preisgalas im US-Fernsehen.

Spott musste sich unter anderem Mel Gibson gefallen lassen, der kürzlich durch antisemitische Äußerungen unangenehm aufgefallen war. "Selbst Kinostars haben jetzt ihre eigenen Fernsehshows", witzelte O'Brien. "Mel Gibson hat eine neue Show auf Al-Dschasira."

AP/DPA / AP / DPA