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GNTM 2021 Ihr Bruder wollte sie töten: GNTM-Kandidatin Liliana spricht über ihre Misshandlung

GNTM-Kandidatin Liliana
GNTM-Kandidatin Liliana
© Marc Rehbeck / ProSieben
Liliana Maxwell ist Kandidatin in der aktuellen GNTM-Staffel und offenbarte in einem Instagram-Video körperliche Misshandlungen durch ihren Bruder. Mit dem stern hat sie über ihre traumatische Kindheit gesprochen.

Frau Maxwell, Sie haben auf Instagram ein Video veröffentlicht, in dem Sie über den körperlichen Missbrauch durch Ihren Bruder sprechen. Warum haben Sie das publik gemacht?

Ich glaube durch den Spruch "Ich mag Menschen nicht", den ich oft wiederholt habe, hatte ich das Gefühl, dass ich missverstanden wurde. Ich wollte erklären, was ich meine und woher das kommt.

Wo sind Sie geboren und aufgewachsen?

Ich bin in Turin, Italien geboren, aber in Nigeria aufgewachsen. Da meine Mama alleinerziehend war, konnte sie nicht gleichzeitig arbeiten und auf zwei Kinder aufpassen. Ihr wurde gedroht, dass ihr die Kinder weggenommen werden. Daher hat sie dann entschieden, uns zur Oma nach Nigeria zu bringen.

Wie alt waren Sie, als die Angriffe durch Ihren Bruder begonnen haben?

Ich war zu dem Zeitpunkt acht oder neun. Ich habe nie verstanden, warum mein Bruder so geworden ist und so gehandelt hat.

Warum konnte Ihre Familie die Angriffe nicht verhindern?

Jeder hatte Angst vor meinem Bruder. Jede einzelne Person in der Familie. Meine Oma hat alles versucht, etwas dagegen zu machen. Sie hat geredet, geweint, sogar versucht mit meinem Bruder zu streiten, was nicht geklappt hat. Mein Onkel hat es auch versucht, und beide wurden verletzt. Mein Bruder war aber auch sehr, sehr schlau. Als er bemerkte, dass die Familie anfing sich einzumischen, hat er immer gewartet, bis keiner da war. Er wusste, wann ich von der Schule zurückkomme, wann meine Oma oder mein Onkel nicht zu Hause waren, und kam erst dann.

Hat er auch anderen Menschen etwas angetan?

Er war gemein und egoistisch. Auch zu anderen war er nicht der netteste Mensch auf Erden. Seine ganze Aggression hat er aber an mir ausgelassen.

Haben Sie Ihren Bruder bei der Polizei gemeldet oder angezeigt?

Nein, das haben wir nicht. Meine Oma hat immer versucht, alles friedlich zu lösen. Sie glaubte immer, sie könne ein paar Sinne in seinem Kopf ansprechen. Sie hat immer versucht, mich zu schützen, so gut sie konnte. Meiner Mutter hat sie davon nichts erzählt.

Sie erzählen, dass Sie Ihren Bruder zuletzt vor neun Jahren gesehen haben und er an dem Tag versucht hat, Sie zu töten. Was ist nach der Attacke passiert, wer hat Ihnen geholfen?

Eine Woche davor hat meine Onkel mich verteidigt und meinen Bruder geschlagen, dafür dass er mich geschlagen hat. Ich glaube, dass das meinen Bruder mehr provoziert und verletzt hat. Deshalb war das für ihn das letzte Mal, und er wollte alles beenden, was Gott sei Dank nicht geklappt hat. Ich weiß jetzt nicht mehr, wer das war, weil ich die Person nicht gesehen habe, ich weiß nur noch, dass mich jemand weggebracht hat. Ab dem Zeitpunkt musste ich immer von Verwandten zu Verwandten ziehen. Entweder war ich bei meiner Tante oder bei meinem Onkel zu Hause.

Bis zum Tod Ihrer Großmutter haben Sie in Nigeria gelebt. Wie ging es danach weiter?

2011 ist meine Oma gestorben und meine Mama kam von Italien nach Nigeria. Erst dann hat sie wirklich erfahren, wie das mit meinem Bruder war. Ich habe mit Mama nie darüber geredet! Sie hatte Angst, wieder alleine nach Italien zu fahren. Sie meinte, wenn sie uns mit meinem Bruder alleine lässt, und ohne ihre Kinder nach Hause reist, dann wäre einer von uns tot gewesen, bis sie zurückgekehrt ist. Und das wäre ich gewesen. Also nahm sie uns mit nach Italien.

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Wer oder was hat Ihnen geholfen, diese schrecklichen Erfahrungen aus Ihrer Kindheit zu verarbeiten?

Ich arbeite bis heute daran, mich selbst zu verbessern. Ich muss lernen zu lieben und geliebt zu werden, lernen, wie man mit Menschen umgeht oder Menschen vertraut. Eines der größten Dinge, die mir geholfen haben war zu dem Zeitpunkt K-Pop. Ich habe mich in K-Pop verliebt! Das war meine Ablenkung. Koreanische Musik, koreanisches Drama, koreanische Serien und sogar die Sprache! Ich hatte etwas, was mir gehörte und dieses Gefühl war sehr schön! Ich hatte das erste Mal im Leben das Gefühl, dass ich mich mit irgendwas identifizieren könnte. Ich fand Glück und Freude darin.

Häusliche Gewalt, vor allem gegen Frauen und Kinder, ist ein weltweites Verbrechen. Die Corona-Krise hat die Situation vieler Opfer noch schwieriger gemacht. Hier finden Betroffene Hilfe.

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet unmittelbar Beratung per Telefon, E-Mail und im Chat – auch in Fremd- und einfacher Sprache. Die Beratung ist vertraulich, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Telefon: 08000 116 016 Internet: www.hilfetelefon.de

Unterstützung erhalten gewaltbetroffene Frauen und Mädchen auch bei gewaltlos.de in einem Forum und direkt im Chat mit einer qualifizierten Mitarbeiterin. Website: www.gewaltlos.de


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