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"Schulz & Böhmermann": Giulia Siegel: "Mein Vater gibt sein Geld für seine Frauen aus"

In ihrer Talkshow probierten Jan Böhmermann und Olli Schulz etwas Neues aus - und teilten sich die Moderationszeit auf. Das beflügelte die Gespräche. Vor allem Giulia Siegel sprach ungewöhnlich offen über ihre Kindheit.

Giulia Siegel bei "Schulz & Böhmermann"

In der Talkshow "Schulz & Böhmermann" sprach Giulia Siegel über ihre Kindheit.

Mit einem inszenierten Streit fing es an: Jan Böhmermann und Olli Schulz zofften sich vor der Kamera so heftig, dass an einen gemeinsamen Auftritt nicht zu denken war. Eine Info-Tafel erklärte die Situation: "Um eine Ausstrahlung trotz des Konfliktes zu gewährleisten, hat sich der verantwortliche Redakteur mit den Managements der Künstler auf einen Kompromiss verständigt."

Der sah dann so aus, dass Schulz die erste Hälfte der Sendung alleine moderierte, Böhmermann danach übernahm. Was sich als Glücksfall erwies: Während "Schulz und Böhmermann" häufig unter zu vielen Interventionen der zwei Gastgeber krankt, kam das Gespräch mit nur einem Moderator viel besser in Gang. Dadurch gerieten die Gäste Frederick Lau, Adele Neuhauser, Gerald Hensel und Giulia Siegel regelrecht in Plauderstimmung.

Giulia Siegel plaudert aus dem Nähkästchen

Vor allem Letztere taute in der Sendung schnell auf und erzählte viele Details aus ihrer Jugend als Tochter des Schlager-Moguls Ralph Siegel. Dass etwa auf ihren Kindergeburtstagen Dschingis Khan in voller Verkleidung auftraten. Dies gehörte zu den wenigen positiven Erinnerungen, die Siegel über ihr Elternhaus zu berichten wusste. 

Ansonsten scheinen sich Vater und Mutter nicht sonderlich um die Kinder gekümmert zu haben. "Wir haben mit unseren Eltern nicht immer so viel Kontakt gehabt", sagte sie. Die seien drei Monate im Jahr in Amerika gewesen, "wir haben die gar nicht gesehen", sagt Giulia. Und auch sonst gab es kaum ein gemeinsames Leben: Der Produzent Ralph Siegel sei oft früh morgens von der Arbeit heimgekommen, die Mutter erst um zwei Uhr mittags aufgestanden. Um die Erziehung habe sich ein Kindermädchen gekümmert - von dem weiteren Personal habe sie dagegen nicht viel gehabt: "Ich hab den Butler nie genutzt." 

Jan Böhmermann und Olli Schulz machen weiter

Wenig verwunderlich, dass die junge Giulia früh das Weite gesucht hat. Sie sei bereits mit 14 ausgezogen und habe sich bei ihrem ersten Freund einquartiert. Kurios auch ihr Bericht, wer ihr zu der Nestflucht geraten habe: "Mein damaliger Frauenarzt hat gesagt, Giulia, wenn du glücklich werden willst, dann hau ab von zuhause", sagt die 42-Jährige. "Seitdem stehe ich auf eigenen Beinen." Denn finanzielle Unterstützung habe sie nicht mehr bekommen: "Mein Vater gibt sein Geld für seine Frauen aus, für seine Kinder hat er noch nie Geld ausgegeben."

Angesichts der aufschlussreichen Talkrunde ist es fast schade, dass auf den inszenierten Streit nach 60 Minuten eine gespielte Versöhnung zwischen Jan Böhmermann und Olli Schulz folgte. "Wenn die Konkurrenz nicht da ist, wird das zu stringent. Dann kann das auch der Lanz machen", analysierte Böhmermann. Womit er sicher nicht ganz Unrecht hat. Aus diesem Grund stand am Ende der Entschluss: "Komm, wir machen weiter."