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Zum Tod von Herbert Feuerstein Harald Schmidt: "Er hat mir befohlen, zuerst zu sterben – jetzt ist es anders gekommen"

Herbert Feuerstein (l.) und Harald Schmidt 1992 während ihrer gemeinsamen Zeit für "Schmidteinander"
Herbert Feuerstein (l.) und Harald Schmidt 1992 während ihrer gemeinsamen Zeit für "Schmidteinander"
© Gerhard Schnatmeyer / Picture Alliance
Enge Freunde waren sie nie, aber kongeniale Partner und TV-Stars mit ihrer Sendung "Schmidteinander": Harald Schmidt verabschiedet sich mit rührenden Worten von Herbert Feuerstein.

Late-Night-Legende Harald Schmidt hat mit wohlwollenden Worten auf den Tod seines langjährigen "Schmidteinander"-Kompagnons Herbert Feuerstein reagiert. Der Satiriker starb im Alter von 83 Jahren in Erftstadt bei Köln, wie sein Haussender WDR am Mittwoch unter Berufung auf Feuersteins Ehefrau mitteilte.

"Feuerstein war ein Genie – das hat er mir selbst gesagt, und ich habe es ihm bestätigt", sagte Schmidt dem WDR. "Während 'Schmidteinander' hat er mir befohlen, zuerst zu sterben – jetzt ist es anders gekommen."

Im Rateteam der von Harald Schmidt zunächst im WDR und später in der ARD moderierten Show "Pssst!" entwickelte sich ab 1990 die Symbiose Schmidt-Feuerstein, die später in der zum Kult gewordenen Sendung "Schmidteinander" perfektioniert wurde: Schmidt bestimmte, Feuerstein wurde gequält – alles zur Unterhaltung des Publikums. Bis 1994 dauerte diese Liaison.

Feuerstein hatte das durch seine brillanten Comedy-Elemente erfolgreiche "Schmidteinander" konzipiert, er bediente sich dafür mit einigen Elementen bei erfolgreichen Late-Night-Shows aus den USA. Für Schmidt bedeutete die Sendung den Aufstieg zum über Jahre unangefochten populärsten Late-Night-Talker in Deutschland. Feuerstein soll der Erste gewesen sein, der diese Karriere voraussah: "Als ich Schmidt kennenlernte, wusste ich sofort: Das ist der deutsche David Letterman."

Harald Schmidt und Herbert Feuerstein waren Kollegen, aber keine Freunde

Das persönliche Verhältnis von Schmidt und Feuerstein war hingegen eher unterkühlt. "Auf persönlicher Ebene hatten wir uns in der Tat nie viel zu sagen", sagte Feuerstein einmal. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2017 wünschte ihm Schmidt "ewiges Leben". Das klang nett, war aber auch eine kleine Spitze des praktizierenden Katholiken gegen den "total gläubigen Atheisten", der Feuerstein war. Schmidts Begründung: "Strafe muss sein."

Bei ihrem letzten Treffen an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Berlin-Tegel habe er Feuerstein gesagt, dass er ihm im Grunde seine Karriere verdanke, erzählte Schmidt nun dem WDR. "Er hat es mir bestätigt. Feuerstein ist unsterblich, zumindest solange mir noch wildfremde Leute auf Rolltreppen das Putzgeräusch der Zwergbrillenratte vorspielen", so Harald Schmidt in Anspielung auf einen Sketch aus "Schmidteinander". "Zum Abschied danke und leise servus auf der Nasenflöte - tschüss, Feuerstein", sagte der 63-Jährige.

jum/AFP/DPA

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