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"Heute-Show": "Dikta-Tour 2017": Welke knöpft sich Erdogan vor

Am Zoff mit der Türkei kommt auch die "Heute-Show" nicht vorbei. Moderator Oliver Welke wird dabei sogar ernst. Show-Korrespondent Albrecht Humboldt präsentiert dagegen Erdogans neuesten Coup auf dem Weg zum Alleinherrscher.

Moderator Oliver Welke.

"Wir von der 'Heute-Show' schicken jedenfalls erstmal keinen Reporter direkt in die Türkei": Moderator Oliver Welke.

Eine Woche wie die letzte ist ein gefundenes Fressen für die "Heute-Show": Agenda 2010, Lebenslänglich für zwei Teilnehmer eines illegalen Autorennens, politischer Aschermittwoch - oder wie Moderator Oliver Welke angesichts des schlappen Verlaufs enttäuscht formulierte: "Laschermittwoch". "Die Kanzlerin ist halt einfach nicht gemacht fürs Bierzelt. Für die direkte Begegnung mit diesen, wie heißen sie noch? Menschen!", stellte Welke fest.

Besonders bekamen am Freitagabend aber die türkische Regierung und Präsident Recep Tayyip Erdogan ihr Fett weg. "Eins ist seit dieser Woche ganz sicher: Erdogan will’s wirklich wissen. Erstmals sitzt jetzt auch ein deutscher Journalist in der Türkei in Untersuchungshaft", kommentierte Welke die "Ü-Haft" für den "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel. Bis zu fünf Jahre müsse er da möglicherweise schmoren, nur weil er seine Arbeit gemacht habe. Und weil Yücel zwei Pässe habe, so Welke: "`Ne alte Regel: Du kannst gleichzeitig Türke und Deutscher sein, aber Türke und Journalist, das geht leider nicht."

Zwischendurch wird der Moderator sogar ernst: Mehr als 150 Journalisten säßen aktuell  in der Türkei im Knast. Das seien mehr als in China. In der Türkei gäbe es quasi nur noch AKP-nahe Medien.

Sehr erfreulich sei allerdings die Solidarität in Deutschland für Yücel, findet Welke. Bundeskanzlerin Angela Merkel "nennt Yücels Verhaftung 'bitter und enttäuschend' – übrigens auch der Titel ihrer Autobiografie", witzelt der Moderator.

Fakten über deutsche Satiresendung: Was Sie über die "Heute Show" noch nicht wussten

Dann nehmen sich die Satiriker den Wirbel um die Werbeauftritte türkischer Politiker für Erdogans Präsidialsystem-Referendum in Deutschland vor, oder wie es in der Sendung heißt: die "Dikta-Tour 2017": "So, und jetzt haben wir tatsächlich ... eine wasserdichte, amtliche diplomatische Krise am Bein, weil die Stadt Gaggenau den Auftritt des türkischen Justizministers abgesagt hat", konstatiert Welke. "Aber ich sag mal so: Die Türkei ist ja keine Nation, die schnell beleidigt ist". Ein Einspieler zeigt anschließend den türkischen Außenminister der vor laufenden Kameras die Deutschen zurechtweist: "Wenn ihr weiter Beziehungen zu uns halten wollt, lernt euch zu benehmen."

Laut der "Heute-Show" hat Erdogan aber schon einen Plan, der ihm einen Sieg bei seinem Referendum garantiert. "Erdogan überlegt jetzt schon, dass man am 16. April doch nicht mehr die Wahl hat zwischen "Ja" und "Nein", stattdessen wird wohl dieser Wahlzettel kommen, verkündet Show-Korrespondent Albrecht Humboldt:

mad