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Heute Show: "Welche wehrlose Partei koaliert Merkel als nächstes zu Klump?"

Der Bundestagswahlkampf ist langweilig wie nie, findet die "Heute Show". Und haut kräftig auf beide Kandidaten.

Fakten über deutsche Satiresendung: Was Sie über die "Heute Show" noch nicht wussten

Es ist ein Trauerspiel: Die Deutschen dürfen am nächsten Sonntag den Bundestag neu wählen, trotzdem ist weiter politisches Sommerloch. Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin ist fast sicher, da bleibt sie Spannung weg. "So langweilig wie dieser Gebirgsbach, zum Kotzen", wie Oliver Welke es so schön formuliert. Grund genug für seine "Heute Show" einmal kräftig auf den Tisch zu hauen.

Spannend ist eigentlich nur noch die Frage: Wer regiert mit - oder nach Welke: "Welche wehrlose Partei koaliert Merkel als nächstes zu Klump?" Denn dass die Kanzlerin an der Macht bleibt, ist so gut wie sicher. Trotz seines ausdauernden Lachens hat Gegenkandidat Martin Schulz (SPD) keine Chance: "Der sitzt doch auch nur noch zuhause und denkt: 'Warum bin ich Idiot damals rangegangen, als der blöde Gabriel angerufen hat?"

Merkel Heute Show

Die Kanzlerin hat es nicht so mit der Bürgernähe, witzelt die "Heute Show"

Keine Versprechen für Wutbürger

Bei der vorgetäuschten Bürgernähe vor der Wahl konnte aber auch Merkel nicht mehr überzeugen, trotz Festzeltbesuchen und Würstchen-Futtern. Die Kernaussage der Kanzlerin in den Wahlkampf-Sendungen: Gleich fünf oder sechs verschiedene Varianten von "Ich kann da nichts versprechen." Welke sieht das als Trend im deutschen Wahlkampf. "Wir versprechen nichts - aber das halten wir dann auch." 

Ginge es nach den Wutbürgern, wäre die Kanzlerin schon lange weg: "Bei jedem Merkel-Auftritt brüllen sich jetzt enthemmte Menschen die dritten Zähne aus dem Hals." Es folgt ein Medley wütender Bürger, die stark sächselnd verbal auf Merkel einhauen. "Wahrscheinlich sollten wir wie die Wehrmacht einsehen: Wir haben den Osten verloren", witzelt Welke.

Damit die Schreikehlen sich besser erholen, hat sich die "Heute Show" extra ein eigenes Medikament ausgedacht: Doofbendan für die Schreihalsschmerzen. Verfügbar in den Geschmacksrichtungen Pils, Doppelkorn und Döner. "Und für besonders große Arschlöcher natürlich auch als Zäpfchen." Nun ja.

Aufgeblasene Außenpolitik

Auch in der Außenpolitik herrscht Wahlkampf. Dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen die deutsche Politik pöbelt, ist ja nichts Neues. "Leider begeben sich unsere Politer, weil Wahlkampf ist, auf ein ähnliches Niveau." Da wird irgendetwas von der deutschen Ehre getwittert - vom Kanzleramtschef, beklagt Welke. "Soll der Kaiser ab morgen die Deutsche Flotte nach Istanbul schicken, oder was?"

Die Erklärung ist aber schnell gefunden: "Wahlkampf - da blasen alle schön die Backen auf - weil das so gut ankommt auf den Marktplätzen." 

Auf diese folgt am Ende der "Heute Show" der junge Außenreporter Fabian Köster dem SPD-Kanzlerkandidaten. Einen ganzen Tag reiste Köster Martin Schulz von einem Wahlkampf-Auftritt zum nächsten hinterher. Richtig ergiebig war das nicht. Einen guten Lacher gibt's aber. Als Schulz Köster sagt, Welke mache ihn immer wach - während Köster in zum Einschlafen bringe, antwortet der junge Komiker: "Wenn Sie so schlagfertig sind, warum waren Sie das nicht nicht beim TV-Duell?" Schulz lacht. Immerhin nimmt er sein - wahrscheinliches - Scheitern mit Humor. Etwas anderes bleibt ihm aber auch kaum übrig.

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mma