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ZDF-Sendung "Platz 22, willkommen beim ESC": Die "heute-show" über das deutsche Testdebakel

"heute-show" im ZDF mit Oliver Welke
"heute-show" im ZDF mit Oliver Welke
© Screenshot ZDF
Es klappt weder mit dem Impfen, noch mit dem Testen: Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt Deutschland ein schlechtes Bild ab. Für Oliver Welke von der "heute-show" zeichnen sich da Parallelen zum ESC ab.

Testen, testen, testen: Diese Losung wird seit gut einem Jahr von Ärzten und Experten gebetsmühlenartig wiederholt, um die Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können. Auch im Hinblick auf mögliche Lockerungen sollen die von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigten Schnelltests ein wichtiger Baustein sein. Doch es geht nicht richtig voran. Deutschland rangiert beim Testen nach Zahlen der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC auf Platz 22 – von 27 EU-Ländern. Für Oliver Welke und sein Team von der "heute-show" natürlich eine Steilvorlage.

"Willkommen beim ESC", scherzte der Moderator in der aktuellen Ausgabe der ZDF-Sendung und spielte damit auf die zuletzt immer wieder desaströsen Ergebnissen der Deutschen beim Eurovision Song Contest an. 2019 etwa landete das Duo Sisters auf dem vorletzten Platz. Mit Ausnahme von Sänger Michael Schulte (2018 Platz vier) lief es auch in den Jahren zuvor nicht besser.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Anzahl der Coronatest. Deutschland landet abgeschlagen im hinteren Drittel zwischen der Slowakei und Ungarn, zu den Spitzenreitern in Sachen Testen gehören Zypern, Österreich und Dänemark. "Ich sage es ungern, aber das ist peinlich. Man hatte Monate Zeit, massenhaft Schnelltests zu kaufen. Wenn der Staat seine Hausaufgaben machen würde, hätten die ganzen Durchhalteapelle an uns Bürger deutlich mehr Gewicht", so Welke in der "heute-show". Vor allem mit Minister Jens Spahn geht er hart ins Gericht und bezeichnet ihn als "Jens unten". 

Der Schulbesuch als eine Art "Menschversuch"

In der Kritik steht vor allem Spahns Vorpreschen in Sachen Schnelltest, ohne sein Konzept zuvor mit Apothekern oder anderen Verantwortlichen abgesprochen zu haben. Die angekündigte Einführung zum 1. März hat Bundeskanzlerin Angela Merkel deshalb wieder kassiert und spricht nun von einer geplanten Umsetzung "im März".

Dass Friseure, Gartencenter und Baumärkte ohne schlüssiges Testkonzept geöffnet würden, stößt bei Welke auf Unverständnis. Auch dass es einen Musiker wie Smudo von der Band Die Fantastischen Vier brauchte, um eine App zur Kontaktverfolgung mitzuentwickeln, klingt unglaublich. "Exakt so etwas brauchen wir und zwar jetzt. Genau wie die Tests. Massenhaft testen wäre super wichtig, bevor man die Schulen wieder aufmacht. Ach haben wir schon wieder aufgemacht? Na dann lasst uns mal das Beste hoffen", so Welke. Dass Schüler und Lehrer ebenfalls ohne konkretes Testkonzept wieder in die Einrichtungen zurückgekehrt sind, bezeichnet er als "Menschversuch".

ZDF-Sendung: "Platz 22, willkommen beim ESC": Die "heute-show" über das deutsche Testdebakel

"Sicher, es darf keine verlorene Schülergeneration entstehen. Aber man hätte doch vorher Mindeststandards vereinbaren müssen: für Tests, für Luftreiniger. Und natürlich, das wird Sie nicht überraschen, macht jetzt wieder jeder, was er will", sagte Welke. Auf zahlreiche Eltern sieht er weiterhin "allerhand nerviges Homeschooling" zukommen.

Zum Schluss bekommt noch Angela Merkel ihr Fett weg, die die Krise in einer Rede als Chance für die digitale Bildung bezeichnete. "Was die sich traut. Die selbe Frau, die 16 Jahre die Digitalisierung verpennt hat, sagt jetzt: Corona ist doch auch eine riesen Chance", so Welke.

Quelle: ZDF "heute-show"

jum

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