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"Heute-Show" Frauenfeindlichkeit in der AfD: Carolin Kebekus klettert auf den "Pavianhügel" im Bundestag

Carolin Kebekus in Safarikleidung und mit Fernglas
Carolin Kebekus in einem Sketch der "Heute-Show"
© Screenshot heute-show
Der Verfassungsschutz darf die AfD nicht beobachten, Carolin Kebekus schon. In einem Sketch für die "Heute-Show" mimt die Komikerin eine Primatenforscherin und knöpft sich das Frauenbild der Partei vor.

Unter dem Motto "Terra Nix - der Bundestag wird zum Pavianhügel" hat sich Carolin Kebekus in der "Heute-Show" die Einstellung der AfD zu Frauen vorgeknöpft. Der Sketch zeigt die Komikerin als Tierforscherin auf der Tribüne des Bundestags, komplett mit Tarnnetz und in Klamotten, die auch die bekannte Primaten-Expertin Jane Goodall tragen könnte.

"Liebe Naturfreund*in, späte Debatte im deutschen Bundestag, unten leitet Claudia Roth die Sitzung und dann werden wir gleich ein spannendes Phänomen erleben: Sobald eine Frau spricht, wird es schlagartig laut im AfD-Gehege", legt Kebekus los und guckt dann durch ihr Teleskop, das AFD-Politiker Gauland und einen Kollegen beim Gestikulieren zeigt. "Zwei alte Männchen plustern sich auf und pieksen mit dem Fingern in die Luft. Rechts übrigens ein Silberrücken, der bald von der Herde zurückgelassen wird", kommentiert Kebekus und stichelt weiter: Das sei eine klassische Dominanzgeste, die bedeute: "Du bist nur eine grüne Frau, wir haben einen Penis!"

Carolin Kebekus

Kebekus in der "Heute-Show": AfD-Männchen in der Brunftzeit "besonders aggressiv"

Es bleibt aber nicht nur lustig, Kebekus wird schnell konkret, es geht um Herabwürdigungen, die die AfD im Bundestag vor allem Frauen gegenüber austeile. "Frauen aller Parteien berichten über ein Klima der ständigen Einschüchterung und Beleidigung", bestätigt "Heute-Show"-Moderator Oliver Welke. "Genau deshalb sitze ich hier oben in sicherer Entfernung. Jetzt im Frühjahr sind die besonders aggressiv, wegen Brunftzeit, Fellwechsel sowas", wirft Kebekus ein.

Dann geht's um die Ablehnung der Frauen-Quote in der AfD. "Hier steht eine Art evolutionär mit dem Rücken zur Wand. Frauen reicht es nicht mehr, einen guten Sauerbraten zu machen und deutsche Kinder rauszupressen. Das macht denen Angst. Deshalb auch der Kampf gegen die Quote", sagt Kebekus. Und zeigt einen Clip, in denen AfD-Politiker darüber sprechen, dass die Frauenquote zur Folge hätte, dass auch Migranten und Menschen mit Behinderung eine Quote fördern würden. "Sind Frauen jetzt eine Minderheit?", fragt Welke. "Minderwertig", korrigiert ihn Kebekus. 

Der Sketch endet, als angeblich ein "AfD-Männchen" auf die Empore hinauf klettert und Carolin Kebekus das Betäubungsgewehr zücken muss. Am Wochenende vor dem Weltfrauentag widmete die "Heute-Show" gleich mehrere Blöcke dem Thema Frauenfeindlichkeit. Der AfD-Beitrag mit Kebekus war hochaktuell, erst am Freitag Vormittag war bekannt geworden, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD nicht als Rechtsextremismus-Verdachtsfall einstufen und beobachten darf. Das Beobachten übernimmt stattdessen Kebekus, wie Oliver Welke erklärte.

sst

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