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"heute-show" zu Boris Palmer: "Inzwischen postet der Mann mehr Quatsch als Til Schweiger nach der fünften Flasche Rotwein"

Mit seinem Facebook-Post zur aktuellen Bahn-Kampagne hat Boris Palmer einen schönen Shitstorm ausgelöst. Serdar Somuncu kann das in der "heute-show" gut nachvollziehen – und tritt fröhlich nach. An der Werbung stört ihn ohnehin etwas ganz anderes.

Zu Boris Palmers Shitstorm hatte Serdar Somuncu in der "heute-show" wenig nettes zu sagen

Zu Boris Palmers Shitstorm hatte Serdar Somuncu in der "heute-show" wenig nettes zu sagen

ZDF

Es war eigentlich nur eine Werbekampagne wie jede andere: Mit einer neuen Broschüre wollte die Bahn zeigen, wie unterschiedlich die Fahrgäste sind. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer – laut "heute-show"-Moderator Oliver Welke "Deutschlands erfolgreichster Shitstorm-Produzent" – stieß das sofort sauer auf. Er sah sich von den gezeigten Promis mit Migrationshintergrund nicht repräsentiert und machte seinem Ärger mit einem Facebook-Post Luft. Nun folgte in der "heute-show" die Antwort von Serdar Somuncu.

Und die fiel gewohnt herb aus. "Inzwischen postet der Mann mehr Quatsch als Til Schweiger nach der fünften Flasche Rotwein", begann Somuncu seine fiese Analyse zur "Bahnwerbung, die Palmers Palme zum Wedeln bringt". Ohnehin könnte er nicht so richtig verstehen, warum ausgerechnet Palmer die Debatte lostrete. "Ich frage mich, warum der Bürgermeister von Tübingen Zeit hat sich so bescheuerte Fragen zu stellen. Damit ist es offiziell: In Tübingen passiert – nichts."

Das lief beim Bahn-Spot wirklich falsch

An der Werbung störte Somuncu ohnehin etwas völlig anderes: "Warum sollte ein Sternekoch wie Nelson Müller freiwillig ein Sandwich aus dem ICE-Bordrestaurant fressen? Daran kann man sterben!" Nico Roßberg sei schon lange mit der Bahn verbunden, erklärt ein Sprecher des Unternehmens in einem Einspieler. "Er steht für Schnelligkeit." Somuncu hakt feixend nach: "Warum macht er dann Werbung für die Bahn? Sorry, der musste raus."

Dass sich Palmer als Deutscher ohne Migrationshintergrund nicht vertreten fühle, kann Somuncu nicht nachvollziehen. "Jede Firma soll doch selber entscheiden, mit welchen Hackfressen sie Werbung macht", stellt Somuncu seine Meinung klar. Sonst müsste man auch anfangen nachzuzählen, wie viele Blonde und "Falschpigmentierte" es in der Werbung gebe. "Warum gibt es in der Tampon-Werbung eigentlich so wenige Männer? Hä? Ich fühle mich diskriminiert!" Alle der Palmer angeblich nicht bekannten Promis hätten einen deutschen Pass, merkt Somuncu an. "Ich würde sogar behaupten: Sie sind Deutsche."

Boris Palmer sei nun beleidigt, so Somuncu, "weil er genau den Shitstorm hat, denn er von Anfang an wollte." Der Bürgermeister hatte bei Facebook in einer Reaktion zu der Angelegenheit gepostet, dass er nun nichts mehr posten wolle – und bis Ende Mai eine Facebook-Pause einlege. "Wissen Sie was das bedeutet? Jetzt hat er Zeit, sich um Tübingen zu kümmern. Gott steh‘ dir bei, du kleine Stadt am Neckar."

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