HOME

Satire-Sendung: "Greise Aufziehpuppe", "billiger Sündenhorst" - So hart nimmt die "Heute Show" Seehofer ran

Die Regierungs-Krise geht nach Maaßens Beförderung in die nächste Runde. Grund genug für die "Heute Show", sich mal wieder Horst Seehofer vorzuknöpfen. Diesmal aber noch härter als gewohnt.

Es ist eine schwierige Lage für die "Heute Show". Die Maaßen-Krise ist noch in vollem Gange - aber die Witze mussten schon sitzen. "Sie glauben gar nicht, wie oft wir die Sendung heute umgeschrieben haben", fängt Oliver Welke schon gleich zum Einstieg an. Schließlich war noch gar nicht klar, dass Hans-Georg Maaßens "Fristlose Beförderung" (Welke) doch noch neu verhandelt wird. "Sie wissen da mehr als ich", witzelt Welke. "Vielleicht hat Merkel Maaßen ja längst rausgeschmissen und eröffnet mit Seehofer eine Herrenboutique in Wuppertal."

Soweit kam es dann ja doch nicht. Trotzdem hatte Welke viel zur Krise zu sagen. "Der Fall Maaßen ist für mich sowas wie die perfekte Bauanleitung für noch mehr Politikverdrossenheit. Wie soll man der Bevölkerung das erklären?", fragt Welke fast verzweifelt in die Kamera. "Und unabhängig von Maaßen geht das Elend ja weiter in der GroKo. Merkel und Seehofer haben doch nur noch ein Ziel: Sich gegenseitig den Lebensabend zu versauen." Dazu ein Bild der beiden als Leo und Kate am Bug der Titanic. "My Horst will go on" - das sitzt.

"So groß und stark wie zwei Schweinehälften"

Doch Welke ist noch nicht fertig. "Sie hat inzwischen null Autorität. Und Horst dreht ja völlig frei. Man kann ja Merkel und ihre Politik furchtbar finden", redet sich Welke in Rage. "Aber nicht, wenn man gleichzeitig seinen alten Minister-Hintern in ihrem Kabinett parkt."

Noch weiter geht Dietmar Wischmeyer in seinem mit trauriger Musik unterlegten Pseudo-Mitleidsbeitrag "Menschen im Abseits". "Liebe Mitmenschen, bitte vergessen wir nie: Hinter jeden politischen Intrige und jeder noch so bekloppten Scheißidee, steckt immer auch ein Mensch", erklärt er feinfühlig. Und fügt deutlich trockener hinzu: "Und dieser Mensch heißt meistens Horst Seehofer." Dann geht es dem Heimatminister endgültig an den Kragen.

"Der wird doch nur deshalb nicht rausgeschmissen, damit die CSU nach der vergeigten Bayernwahl einen billigen Sündenhorst hat." Äußerlich sei Horst noch ganz bayrisches Mannsbild, witzelt Wischmeyer. "So groß und stark wie zwei Schweinehälften". Aber innerlich sei das längst anders. Dann folgen peinliche Einspieler, in denen Seehofer auf der Bühne des CSU-Parteitags  gezwungen ist "als greise Aufziehpuppe den Söder anzuhimmeln".

Letztes Ziel: Merkel

Doch noch ist Horst nicht am Ende. "Nichts ist so gefährlich wie ein angeschossenes Wildschwein, das durchs politische Unterholz tobt", warnt Wischmeyer. Er vermutet ein klares Ziel von "Crazy Horst": "Der will die Merkel mit sich in den Orkus runterziehen als letztes großes Lebensziel bevor er in den ewigen Modelbahnkeller einrückt."

Die Konkurrenz sieht Wischmeyer übrigens nicht viel positiver: Für seine nächste Episode von "Menschen im Abseits" hat er sich SPD-Vorsitzende Andrea Nahles als Ziel auserkoren. Sie sollte sich wohl dick anziehen.

Fakten über deutsche Satiresendung: Was Sie über die "Heute Show" noch nicht wussten