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Für die Pflege Joko und Klaas kapern sieben Stunden Sendezeit – nicht die erste grandiose Aktion

Joko und Klaas machen auf Pflegenotstand aufmerksam
Sehen Sie im Video: "Ich will Taten!" – nach Pflegeaktion von Joko und Klaas fordern Twitter-User Reaktion von Politik.
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Joko und Klaas haben ihre Sendezeit für einen wichtigen Zweck benutzt: den Notstand in der Pflege. Nicht das erste Mal, dass die Moderatoren für die gute Sache kämpfen. 

Mit dieser Aktion haben Joko und Klaas erneut Geschichte geschrieben. Sieben Stunden lang sendeten sie am Mittwochabend eine intensive Reportage, in der sie Pflegerinnen und Pfleger bei ihrer täglichen Arbeit begleiteten. Die Aufnahmen gingen unter die Haut, die Reaktionen auf Twitter waren überwältigend. 

Joko und Klaas haben mal wieder Geschichte geschrieben

Dass Joko und Klaas wissen, womit sie Aufmerksamkeit erzeugen, ist nicht erst seit Mittwochabend klar. Bereits in der Vergangenheit nutzten sie ihre gegen ProSieben gewonnene Sendezeit für gute Zwecke und lieferten Denkanstöße. Im Mai 2019 hatte ihnen der Sender ebenfalls 15 Minuten Sendezeit zugestanden, nachdem die beiden Moderatoren in einer Game-Show gegen ProSieben gewonnen hatten. Damals stellten sich die beiden in den Hintergrund und nutzten je fünf Minuten für eine wichtige Sache: Seenotrettung, Obdachlosenhilfe und den Kampf gegen Nazis in Jamel (eine Reportage über das Anti-Nazi-Festival in dem Ort lesen Sie hier.) Im darauffolgenden Herbst setzten sie in ihren 15 Minuten ein klares Zeichen gegen Rechts. In einer nachgestellten Teleshopping-Sendung stellen die Entertainer den Entkräfter vor: Ein Gerät, "das rechtspopulistische Ansichten entlarven kann".

Im Mai vergangenen Jahres stand ihnen erneut eine Viertelstunde zur Verfügung, die sie in Gänze an Kolleginnen abgaben. Prominente Frauen wie Stefanie Giesinger und Palina Rojinski erzählten eindrucksvoll von sexueller Belästigung. Statistiken zu Gewalt gegen Frauen wurden genannt, auf Stigmata hingewiesen und emotional aufgerüttelt. Auf Twitter trendete der Hashtag "Männerwelten" zur Sendung innerhalb kürzester Zeit, unzählige Frauen berichteten von ihren eigenen Erfahrungen. Mittlerweile wurde "Männerwelten" für einen Grimme-Preis nominiert. 

Bericht über Moria erschütterte

Im September vergangenen Jahres folgten erneut 15 Minuten, die wohl keinen Zuschauer kalt gelassen haben. Statt den Fokus auf sich selbst zu legen, zeigten die beiden einen Film über das Flüchtlingslager Moria. "Wir wissen, dass die Lage sehr kompliziert ist. Wir wissen auch, dass es keine einfache Lösung gibt", sagte Winterscheidt in der Sendung. "Aber egal, wen man wählt oder wie man über die Flüchtlingskrise denkt: Wir wollen, dass zukünftig jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren. Nur zwei Flugstunden entfernt, wo Deutsche Urlaub machen."

Die TV-Moderatoren Klaas Heufer-Umlauf (l.) und Joko Winterscheidt

Er solle auf keinen Fall mit Kindern geschaut werden, warnten Joko und Klaas vor Beginn des Beitrages. Im Mittelpunkt stand darin der 21-jährige Milad aus Afghanistan, der per Videoaufzeichnung sein Geflüchtetenschicksal erzählt. "Es war der größte Fehler meines Lebens, auf diese Insel gekommen zu sein", sagte Milad rückblickend. 

Statt 15 Minuten haben Joko und Klaas jetzt ganze sieben Stunden Sendezeit gekapert. Und das aus gutem Grund: Sie wollten damit zeigen, wie schlimm die Situation von Pflegern und Pflegerinnen in Deutschland ist – besonders während der Pandemie, aber auch abgesehen davon. Das Duo weiß, wie es die bestmögliche Aufmerksamkeit erzeugt, Fernsehgeschichte schreibt und vor allem: die eigene Reichweite bestmöglich nutzt. 

ls

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