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TV-Kritik

"Pocher und Papa auf Reisen": Zoff bei den Pochers: Vater und Sohn streiten in TV-Show über Zeugen Jehovas

Für eine neue RTL-Show reist Oliver Pocher mit seinem Vater Gerhard quer durch Thailand. Dabei wird klar: Der 70-jährige Buchhalter ist genau so eine Rampensau wie sein Sohn. Nur bei einem Thema gibt es dauerhaft Streit.

Oliver Pocher und sein Vater Gerhard

Oliver Pocher und sein Vater Gerhard in Thailand

TV Now

Ob Podcast, Fernsehen oder soziale Netzwerke: Oliver Pocher ist derzeit auf vielen Kanälen präsent, oft in Begleitung seiner Frau Amira. Nun tritt ein Familienmitglied auf den Plan, das bisher noch niemand kannte: Papa Pocher. Gerhard Pocher arbeitet seit 50 Jahren als Buchhalter im niedersächsischen Großburgwedel und ist fast ebenso lange mit seiner Frau Jutta verheiratet.

Pocher sagt über seinen Vater: "Er ist sehr gewissenhaft, sehr genau, penibel. Aber am liebsten würde er mein Leben führen." Dass in dem akribischen Buchhalter tatsächlich eine Rampensau steckt, beweist der 70-Jährige in der neuen RTL-Show "Pocher und Papa auf Reisen". In der ersten Folge macht das Vater-Sohn-Gespann Thailand unsicher. Gedreht wurde im Januar, als das Ausmaß der weltweiten Corona-Pandemie noch nicht absehbar war. Für beide ist es eine Premiere. Papa Pocher ist das erste Mal in Thailand, Sohn Oliver verbringt so viel Zeit mit seinem Vater wie "noch nie zuvor". Elf Tage reisen die beiden durch das asiatische Land und erleben dabei so manche Herausforderung - zum Beispiel sich ein Hotelbett zu teilen.

Das Spannendste sind aber nicht die zum Teil kuriosen Erlebnisse wie etwa die Teilnahme an einer Travestie-Show oder der Auftritt als DJ-Doppel bei einer Moonlight-Party, sondern die Anekdoten aus dem Familienalltag. Diese privaten Einblicke in Pochers Leben machen die TV-Show sehr sehenswert. Pochers Eltern sind seit 38 Jahren überzeugte Anhänger der Zeugen Jehovas. Wie seine Kindheit aussah, erklärt der Comedian so: "Ein- bis zweimal pro Woche sind wir von Haus zu Haus gegangen oder haben mit dem 'Wachtturm' in der Fußgängerzone gestanden. Dreimal in der Woche gab es Versammlungen, zusätzlich Kongresse und das Gedächtnismahl. Das war ein Fulltimejob und hat mir nie Spaß gemacht." Weihnachten und Geburtstage wurden nicht gefeiert, Geschenke habe er von seinen Eltern so gut wie nie bekommen. Als 18-Jähriger hat Oliver Pocher die Zeugen Jehovas verlassen, sein Vater missioniert bis heute.

Oliver Pocher und sein Vater streiten sich über Religion

Am Thema Religion droht die Reise deshalb nach nur drei Tagen zu scheitern, denn Pocher will mit seinem Vater in einem buddhistischen Kloster übernachten. Doch der 70-Jährige weigert sich, den Tempel zu betreten - "aus religiöser Überzeugung" wie er es formuliert. "Für mich ist der Buddhismus nicht die richtige, sondern die falsche Religion", sagt Gerhard Pocher. Am Ende erkundet er das thailändische Nachtleben, während Sohnemann im Kloster schuftet.

Pochers verkünden Nachwuchs

Bei einer klassischen Thai-Massage nähern sich Vater und Sohn wieder an, auch wenn beide nicht verheimlichen können, wie viel Spaß es ihnen macht, den jeweils anderen zu nerven und zu piesacken. Da steht Vater Pocher seinem Sohn in nichts nach. Der Drang, sich auf Kosten anderer zu amüsieren und selbst keine Schamgrenze zu kennen, ist offenbar erblich. Auch wenn Papa Pocher sagt: "Ich kann nicht über alles lachen, was er macht. Vor allem, wenn es sich unter der Gürtellinie abspielt. Da muss ich mich manchmal für ihn schämen."

Trotzdem bringt die Reise Vater und Sohn einander näher. "Es sind sehr viele positive Eindrücke geblieben. Wir haben deutlich zueinander gefunden und sind auf einem guten Weg", resümiert Oliver Pocher. Am Ende reicht's sogar für eine innige Umarmung zwischen Vater und Sohn.