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ProSieben-Castingshow: "Popstars"-Finale mit Damenwahl

In der Band gibt es nur noch einen Platz - im Finale stehen aber vier Mädchen. Bei "Popstars" setzt ProSieben diesmal auf Damenwahl. Der Name der Band steht schon fest: LaVive. Und die soll endlich wieder an die Chartspitze - wie einst die No Angels.

Per Katapult in den Pophimmel - und sofort wieder zurück. Im vergangenen Jahr erlebten Vanessa und Leo bei der Castingshow "Popstars" einen ganz kurzen Höhenflug. Nach ein paar Monaten hatte die beiden der Alltag wieder. Bei der neuen Staffel hat der Sender ProSieben aus seinen Fehlern gelernt und den Zuschauern wieder mehr Mitbestimmungsrecht gegeben. Erst durfte der Bandname gewählt werden, dann stellten sich Woche für Woche acht Mädchen zur Wahl. Drei sind bereits in der Band LaVive. Im Finale nun wird für ein weiteres Mädchen der Traum vom - zumindest kurzen - Ruhm wahr.

Die neunte Staffel der Castingshow mit dem Untertitel "Girls Forever" endet nach vier Liveshows am Donnerstag mit einem Finale, das ab 20.15 Uhr live aus dem Coloneum in Köln gesendet wird. Dort sucht auch RTL seine "Superstars". Und dort hat auch schon früher Juror und Musikmanager Thomas Stein über das Schicksal junger Sänger bestimmt oder in der "Chartshow" mit Oliver Geissen über Hits von Gestern gesprochen. "In dieser Staffel ging es wieder von der Tanzarbeit zur Musik, auch durch mein Mitwirken an der Sendung", sagt Stein. Er und seine Jurykollegen - Sängerin Marta Jandovà (Die Happy) und "Chefjuror" Detlef "D!" Soost - hätten die Kandidatinnen nicht nur nach dem "Schönheitsprinzip", sondern vor allem nach Stimmen ausgewählt. Die Zuschauer hätten in den ersten Liveshows konsequent nach dem Leistungsprinzip entschieden, meint Stein. "Die Kandidatinnen haben bei uns viel gelernt, müssen aber um erfolgreich zu sein, immer weiter lernen und sich nicht auf der Woge des Erfolgs ausruhen", rät der Musikmanager aus München.

Kein Quotenbringer wie "DSDS"

Im Finale singen Esra aus Moers, Katrin aus Duisburg, Pascaline aus Siegburg und Yonca aus Kassel um den letzten Platz in der Band. In den ersten drei Liveshows haben die Zuschauer schon die Kandidatinnen Sarah, 22, aus Ahlen in Nordrhein-Westfalen, Meike, 24, aus Schwarzenbach an der Saale und Julia, 17, aus Oberhausen in die Band gewählt. Die erste Single soll "No Time For Sleeping" heißen und ist eine pumpende, tanzbare Nummer mit Rap-Einlagen. "Ich glaube, dass das ein guter, kommerzieller Song ist", meint Stein zum ersten Lied von LaVive.

Im Coloneum wird Moderatorin Charlotte Engelhardt für ProSieben auf Quotenfang gehen. Auch wenn die "Popstars"-Show kein Quotenbringer wie das RTL-Format "Deutschland sucht den Superstar" ist, so dürfte der Münchner Sender dennoch zufrieden sein: Die aktuelle Staffel erreichte bislang einen durchschnittlichen Marktanteil von 15,1 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer, wie es vom Sender heißt. Etwas mehr als die Staffel 2009 und deutlich über dem Senderschnitt, der im November bei 11,6 Prozent lag.

Monrose hat sich vor zwei Wochen getrennt

So gut erging es allerdings nur wenigen der gefundenen "Popstars": Das 2009 gecastete Duo Some & Andy musste sich mit hinteren Chart-Plätzen zufriedengeben, und nach dem gefloppten Album "First Shot" ließen Sender und Plattenfirma das Duo fallen und begaben sich im Frühling auf die Suche nach neuen Popsternchen. Auch die vergleichsweise erfolgreiche Band Monrose hat sich vor zwei Wochen nach bitteren Tränen getrennt. Ein Blick in die "Popstars"-Geschichte zeigt, dass sich neben Monrose und Some & Any auch die Bands Overground, Preluders, Nu Pagadi und Room 2012 mittlerweile getrennt haben. Einzig die Mädchenbands Queensberry und No Angels tanzen und singen noch. Erfolgreich sind beide Bands derzeit nicht. Und nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll auch die Band Queensberry ihren Plattenvertrag verloren haben.

Auch bei den No Angels herrscht derzeit Funkstille. Die erste "Popstars"-Band verkaufte zwar über fünf Millionen Platten und hatte vier Nummer-Eins-Hits. Bis zu ihrer Trennung 2003 zählte sie zur erfolgreichsten Girlgroup Europas. Doch das ist lange vorbei. Die Comeback-Versuche floppten. Neun Jahre nach der ersten Staffel wollen Stein und Co. nun wieder echte Stars finden. Zum Finale werden die Bands Ich + Ich sowie Monrose erwartet. Ein schlechtes Omen? Beide Musikgruppen haben vor kurzem ihr Aus beziehungsweise eine kreative Pause bekanntgegeben.

Andreas Sträter/DPA / DPA