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"Goodbye Deutschland!": Crazy Ronald auf der Flucht vor linken Chaoten

Nach seinem Debakel als Innensenator Hamburgs hat sich Ronald Schill ins Ausland abgesetzt. Die Auswanderer-Doku "Goodbye Deutschland" spürte ihn in Rio auf - wo er vor allem eines im Kopf hat.

Von Carsten Heidböhmer

Ronald Schill

In der Doku "Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" hat ein Kamerateam Ronald Schill in Rio de Janeiro besucht.

"Gott hat die Welt in sechs Tagen geschaffen. Und am siebten hat er sich einzig und allein der Schönheit Rio de Janeiros gewidmet." So preist Ronald Barnabas Schill, in seinem früheren Leben Richter und Innensenator von Hamburg, seine neue Heimat Rio de Janeiro an. Seit zehn Jahren lebt er nun dort, für ihn ist es die "am schönsten gelegene Stadt der Welt."

Man kann ihn verstehen. Zwar wohnt Schill in einer Favela - mehr ist mit seiner Pension von 1700 Euro nicht drin -, doch wenn er auf seiner Terrasse sitzt, hinter ihm das Meer und die Copacabana, dann möchte man gerne mit ihm tauschen.

Doch es ist nicht der schöne Blick, der den einstigen "Richter Gnadenlos" dazu gebracht hat, seine Zelte am anderen Ende der Welt aufzuschlagen. Neben dem Meer sind es die unkomplizierten Frauen. Das stellt Schill gleich mal klar: Er sei nicht nach Brasilien ausgewandert, "um monogam zu leben". Rio muss ihm wie das Schlaraffenland vorkommen, denn: "Hier wackeln die Frauen selbst beim Einkauf mit dem Po."

Mehrere Gespielinnen

Und der frühere Senator ist bereits fündig geworden. Eine knackige Brasilianerin namens Jara ("ist eine Augenweide") wohnt gerade bei ihm. Die beiden kennen sich seit zwei Jahren, der jungen Frau scheint es durchaus ernst zu sein. "Ronald is my first real boyfriend", schwärmt sie. Doch darauf will sich der potente Ex-Politiker nicht festnageln lassen: "Freundin, Geliebte, Gespielin", so sieht Schill die Beziehung. Später gesteht er, gleich mehrere Gespielinnen zu haben.

Damit scheint er den Off-Kommentator mächtig beeindruckt zu haben. "Zum Glück ist Ronald nicht nur Macho, sondern auch Kavalier", säuselt der servile Sprecher, während Schill seine Jara nötigt, mit Stöckelschuhen 570 Treppenstufen zum Strand herabzusteigen. "Wenn es meinem Schönheitsideal dient, darf es nicht zu anstrengend sein", doziert der gnadenlose Auswanderer, der die Brasilianerin dann immerhin ein paar Schritte trägt. Er ist ja schließlich ein Kavalier.

In der Favela sicherer als in Hamburg?

In diesem Stil feiert die Doku das freizügige Leben des gebürtigen Hamburgers. Klar, bei der Auswandererdoku handelt es sich um kein kritisches Reportageformat. Aber seine zwei von Skandalen überschatteten Jahre in der Hamburger Politik mit den Worten zu bewerten, seine Verdienste als Senator "seien umstritten“ -  das ist dann doch ein wenig verharmlosend für den politischen Flurschaden, den er in der Hansestadt verursacht hat.

Schill ficht das alles nicht an. Er verbreitet weiter munter seine Sichtweise in die Kamera: Political Correctness gehe ihm "am Arsch vorbei". Was die Leute in Deutschland über ihn denken sei ihm egal. Und in seinem Leben habe er erst zweimal gekokst ("macht temporär impotent").

So weit, so irre. Den Vogel schießt er aber mit seiner Erklärung ab, weshalb er als einstiger Vertreter eines harten Rechtsstaats in einer Favela mit hoher Kriminalitätsrate lebe.

Er sei, so Schill, hier sicherer als in Hamburg. Denn dort würden "die linken Chaoten Jagd auf ihn machen." Da fällt dann auch dem dauerschulterklopfenden Off-Kommentar für einen Moment nichts ein.