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Starkregen in Deutschland Sender war selbst von Unwetter betroffen – WDR reagiert auf Kritik und räumt Fehler ein

Überflutete Straßen in der Stadt Hagen
Überflutete Straßen in der Stadt Hagen
© Dieter Menne / DPA
Der WDR steht für seine Berichterstattung über das Unwetter in Nordrhein-Westfalen stark in der Kritik. Der Sender hat reagiert und Defizite eingestanden. Die hätten jedoch einen Grund.

Das Wettertief "Bernd" sorgte am Mittwoch und in der Nacht zu Donnerstag in NRW für Starkregen, Hochwasser und Verwüstungen. Mehrere Menschen kamen ums Leben, noch immer werden Dutzende vermisst. Noch in der Nacht wurde erste Kritik am Westdeutschen Rundfunk (WDR) laut. Der Vorwurf: Regionalsender hätten die Bewohner der Region nicht rechtzeitig gewarnt, sie regelrecht allein gelassen. 

Auf Twitter zeigten sich zahlreiche Nutzer empört und fassungslos und auch von Journalisten-Kollegen kam Kritik. Thomas Lückerath, Chefredakteur des Medienmagazins "DWDL", sprach in einem Kommentar von "unterlassener Hilfeleistung". Der frühere Leiter und Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios Berlin, Ulrich Deppendorf, beklagte, dass im Ersten kein "Brennpunkt" gesendet wurde. "So beschädigt man die Informationskompetenz der ARD", twitterte der 71-Jährige.

Das sagt der WDR zur Kritik an der Berichterstattung

Auf Anfrage des stern teilte der WDR Folgendes mit: "Aus Anlass der Unwetter-Lage in NRW hat der WDR gestern und heute sein Programm im Fernsehen, Radio und für das Netz umgestellt. Auch in der vergangenen Nacht hat der WDR über die Unwetter-Lage und die Situation der Menschen in NRW berichtet. Auf allen Radiowellen gab es halbstündlich monothematische Sonderausgaben der Radionachrichten, Reporter:innen haben über die besondere Situation vor Ort berichtet. Im Netz auf WDR.de und bei WDR Aktuell gab es zur Situation in Wuppertal, Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis durchgehend aktualisierte Informationen. 1LIVE hat in seiner Nachtversorgung für die jungen Wellen der ARD alle 15 Minuten über die Lage informiert. Weitere ARD Nacht-Programme, wie die ARD Infonacht, wurden aus dem WDR Newsroom mit Informationen versorgt, so dass auch WDR 5 in den Nachtstunden alle 15 Minuten in Gesprächen mit den Korrespondent:innen informieren konnte."

WDR-Studio in Wuppertal selbst vom Unwetter betroffen

Der Sender teile jedoch die Einschätzung, dass die Berichterstattung aus Wuppertal zu kurz gekommen sei. Das hatte nach Angaben einer WDR-Sprecherin folgenden Grund: "Das dortige WDR-Studio war selbst so stark vom Unwetter betroffen, dass es ab 3 Uhr in der Nacht nicht mehr selber senden konnte." Daraufhin hätten die Studios in Düsseldorf und Köln übernommen, um die Menschen im Bergischen Land zu informieren. Die Beiträge kamen demnach von WDR-Reporter:innen, die in Wuppertal unterwegs waren. Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Wuppertal in den frühen Morgenstunden den Strom abgestellt. Aktuell werde versucht, "das Studio mit Hilfe alternativer Übertragungswege wieder livefähig" zu machen. 

Im Laufe des Tages sollen zwei Sondersendungen im WDR ausgestrahlt werden – um 17 Uhr und um 20.15 Uhr. Zudem haben die Radiosender 1LIVE, WDR 2, WDR 4 und WDR 5 ihr Tagesprogramm umgestellt und berichten seit heute morgen 5 Uhr fast monothematisch.

jum

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