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1000. "Tatort" Maria Furtwängler: "Diese gehetzte Melodie hat mir eine Riesenangst eingejagt"

Zum 1000. Tatort: Maria Furtwängler und Axel Milberg in grauer Kleidung
Zum 1000. "Tatort" gemeinsam als Ermittler aktiv: Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm und Axel Milberg alias Klaus Borowski
© Georg Wendt/DPA
1000. "Tatort", besondere Folge: Charlotte Lindholm und Borowski ermitteln in "Taxi nach Leipzig" erstmals gemeinsam. Dem stern berichten Maria Furtwängler und Axel Milberg von ihrer Beziehung zum Kult-Krimi und dem Schießtraining bei der Polizei.
Von Franziska Reich

"Ich bin kein Fan von körperlicher Gewalt, aber ich finde, es muss beides geben: 19 Tote bei Til Schweiger und Mord durch einen vergifteten Keks bei mir." Das sagt Schauspielerin Maria Furtwängler alias "Tatort"-Kommissarin Charlotte Lindholm im neuen stern. Aus Anlass des 1000. Tatorts am kommenden Sonntag traf sich die niedersächsische "Tatort"-Ermittlerin mit ihrem Kieler Kollegen Klaus Borowski, gespielt von Axel Milberg, zum gemeinsamen stern-Gespräch.

Die beiden Schauspieler sind seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden. Für die "Tatort"-Jubiläumsfolge "Taxi nach Leipzig" standen beide nun zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera. Darin werden die beiden Kommissare von einem traumatisierten Elitesoldaten entführt. "Wir machen alles falsch. Herrlich", sagt Axel Milberg. "Und wir sind uns überhaupt nicht sympathisch", sagt Maria Furtwängler. "Um zu überleben, müssen wir lernen, an einem Strang zu ziehen, als Ermittler, aber auch als Schauspieler."

Schießtraining - "das fand ich irre"

Die ARD-Reihe habe Furtwängler schon als Kind geprägt, erzählte sie dem stern. "Als ich acht war, schlich ich ins Wohnzimmer, versteckte mich hinter dem Sofa, während meine Eltern 'Tatort' schauten. Diese gehetzte Melodie am Anfang hat mir eine Riesenangst eingejagt. Ich hatte das Gefühl, in etwas hineingeraten zu sein, was meine Fähigkeit, Spannung auszuhalten, weit überschritt. Es war so furchtbar, dass ich lange Zeit bei der Melodie abgehauen bin." Bis heute spüre Furtwängler das Kribbeln bei den ersten Tönen, "dieses schreckliche Zittern".

Durch die Rolle habe sich ihr Blick auf die Polizei gewandelt. "Manchmal habe ich mich ertappt, wie ich bei der Begegnung mit Polizisten dachte: wir", so Furtwängler. Zur Vorbereitung auf ihre Rollen haben beide Schauspieler ein Schießtraining bei der Polizei absolviert. "Das fand ich irre", sagte Milberg zum stern. "Wie beim Ego-Shooter-Spiel. Ich stand mit einer Maschinenpistole im Anschlag, vor mir auf einer Leinwand tauchten Verdächtige auf, und du musst blitzschnell entscheiden: Holt die Frau eine Wasserflasche hinter ihrem Rücken hervor, oder zieht die eine Knarre?" Er habe einem Typen in die Hand geschossen, "das war ziemlich gut". Furtwängler hingegen empfand das Training als "unglaublichen psychischen Stress". Zwar habe sie früher im Garten oft mit dem Luftgewehr ihrer Brüder auf Vögel gezielt, "aber natürlich nie geschossen". "Spätestens, als ich die Wucht des Schusses im ganzen Körper gespürt habe und wusste, dass dieser Schuss auf den Mann auf der Leinwand tödlich gewesen wäre, war ich doch ganz froh, nur Schauspielerin zu sein", so Furtwängler.

200.000 Euro pro "Tatort"? Keine Realität

Die Schauspielerin äußerte sich auch zu den Berichten, wonach sie mit 200.000 Euro pro Folge die höchste Gage aller "Tatort"-Hauptdarsteller erhalte. "Die genannte Zahl hat leider wenig mit der Wirklichkeit zu tun", so Furtwängler. Das Einzige, was ihr an der Spekulation gefalle: "Es wäre die erste Gehaltsliste, an deren Spitze eine Frau steht". Axel Milberg erklärt zu dem Vorgang: "Ich beneide die Kollegin nicht um die Pole Position. Das ist heikel, weil es auch unter Kollegen als 'wahrscheinlich stimmt das' wahrgenommen wird."


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