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"Polizeiruf 110" Verrat und Wiedergutmachung: Dieser Krimi taucht tief in die Geschichte ein

"Polizeiruf 110"
Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, l.) und seine Cottbusser Kollegin Alexandra Luschke (Gisa Flake) müssen für die Aufklärung ihres Mordfalls alte Dokumente prüfen.
© rbb/Maor Waisburd / ARD
Sein neuer Fall führt Kommissar Adam Raczek nach Cottbus - und zurück in die NS-Zeit. Wie hängt der Mord an einer Bauingenieurin mit den Besitzansprüche eines Holocaust-Überlebenden zusammen?
  • 4 von 5 Punkten
  • Ein Kriminalfall, der in die dunkle NS-Zeit zurückführt

Worum geht's?

In Slubice wird die Leiche der Ingenieurin Daniela Nowak gefunden. Das Opfer lebte in Cottbus und arbeitete für den Bauunternehmer Karl Winkler, der dort einen ganzen Häuserblock saniert. Hängt der Mord mit dem Bauprojekt zusammen? Wie Kommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) herausfindet, wollte sich das Opfer mit dem Israeli Zvi Spielmann treffen, einem Holocaust-Überlebenden, dessen Vater eines der Häuser gebaut hatte und Ansprüche darauf erhebt. Die Lösung lauert irgendwo tief in der Vergangenheit.

Warum lohnt sich dieser "Polizeiruf 110"?

Die zwölf dunklen Jahre zwischen 1933 und 1945 prägen die deutsche Gesellschaft bis heute. Doch mit dem Sterben der letzten Zeitzeugen bricht ein vitaler Teil der Erinnerungskultur weg. Deswegen ist es umso wichtiger, immer wieder die Geschichte und Geschichten zu erzählen. Die "Polizeiruf"-Folge "Hermann" leistet einen kleinen, aber wertvollen Beitrag dazu - der zudem mit dem aus der Netflix-Serie "Shtisel" bekannten israelischen Schauspieler Dov Glickman in der Rolle des Holocausüberlebenden Zvi Spielmann einen grandiosen Besetzungs-Coup aufweist.

Was stört?

Leider ist der Fall nicht immer einfach zu verstehen. Was an der Materie liegt: Eine Geschichte, die sich um alte Schenkungsurkunden und Nebenklauseln in Verträgen aus den 1930er Jahren dreht, ist naturgemäß etwas trocken. Manch ein Zuschauer könnte sich davon abschrecken lassen.

Der Kommissar?

Adam Raczek kehrt zurück an seine frühere Wirkungsstätte. Er hat bereits zuvor in Cottbus gearbeitet- und dort nicht nur Freunde hinterlassen. Insbesondere mit seinem damaligen Dienststellenleiter Markus Oelßner (Bernd Hölscher) verbindet ihn eine herzhafte Abneigung. Deutlich besser klappt die Zusammenarbeit dagegen mit seiner Ex-Kollegin Alexandra Luschke (Gisa Flake), die Raczek regelmäßig zu einem gemeinsamen Feierabendbier überreden will.

Ein- oder ausschalten?

Trotz einiger Verständnisschwierigkeiten lohnt sich die Geschichtsstunde: Schalten Sie unbedingt ein.

Adam Raczek ermittelte zuletzt in diesen Fällen:

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