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Mehmet Kurtulus: Der erste Türke als "Tatort"-Kommissar

Ein Nachfolger für Robert Atzorn in der Rolle des etwas spröden "Tatort"-Kommissars Jan Casstorff ist gefunden. Mehmet Kurtulus wird demnächst in Hamburg ermitteln. Damit hat auch die beliebte Krimi-Reihe ihren ersten "Quoten-Türken".

Von Kathrin Buchner

Leser diverser Klatschblätter könnte Mehmet Kurtulus bekannt vorkommen: Der bald 35-jährige Schauspieler verdankt seine relative Popularität wohl eher der Tatsache, dass er mit Showstar Désirée Nosbusch liiert ist als seinem darstellerischen Talent. Das wird ihm allerdings nicht gerecht. Denn Kurtulus hat als Charakter-Darsteller etliche Erfolge eingeheimst.

Für seine Rolle als läuterungswilligen Kleinkrimineller Gabriel in Fatih Akins Debütfilm "Kurz und schmerzlos" bekam er 1998 den Grimme-Preis. Damit startete Kurtulus durch, nachdem er davor kleinere Rollen in diversen Fernsehproduktionen übernommen hatte. Auch in Akins Roadmovie "Im Juli" spielte er einen Türken. Doris Dörrie besetzte in dann in ihrer Beziehungsdrama "Nackt" (2002) jenseits des Klischee-Türken.

Nach der demnächst allein erziehenden Kommissarin Maria Furtwängler in der Rolle der Charlotte Lindholm bleiben sich die "Tatort"-Macher auch bei der Entscheidung für Kurtulus selbst treu: Hart am Puls der Zeit zu bleiben, gesellschaftspolitisch relevante Themen in einen 90-minütigen Krimi einzubauen. NDR-Programmdirektor Volker Herres nennt die Entscheidung für einen türkischstämmigen Kommissar "überfällig".

Beitrag zur Integrationspolitik

Als deutscher Schauspieler mit Migrationshintergrund sei er sich bewusst, dass er "Tatort-Pionierarbeit" leiste, sagte Kurtulus im Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Allein durch meine Präsenz trägt der NDR zur Integrationspolitik in Deutschland bei", sagt Kurtulus, der demnächst als Kommissar Cenk Batu für die ARD ermitteln wird. Wasserpfeifen-Rauchen in türkischer Teestube mit Bauchtanz im Hintergrund wird es allerdings nicht geben. "Es wird keine Multikultisoße ausgegossen", versichert der neue "Tatort"-Kommissar. Er selbst gehört zur zweiten Einwanderer-Generation: Im Alter von zwei Jahren ist er mit seinen Eltern aus dem türkischen Usak im nordddeutschen Salzgitter gezogen.

Bis Cenk Batu allerdings am Sonntagabend zu sehen ist, wird es noch eine Weile dauern. Anfang nächsten Jahres beginnen die Dreharbeiten zum neuen Cenk-"Tatort", die Ausstrahlung ist im Herbst 2008 anvisiert.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo