- 4 von 5 Punkten
- Das neue Frankfurter Team liefert weiter auf hohem Niveau
Worum geht's in diesem „Tatort“?
Vor fünf Jahren kamen beim Brand eines Hochhauses mit Sozialwohnungen in Frankfurt am Main 13 Menschen ums Leben, darunter auch die Mutter von Almila (Seyneb Saleh). Seither kämpft die Frau für Gerechtigkeit. Sie vermutet, dass billiges Dämmmaterial Ursache für das verheerende Feuer war. Als ein Untersuchungsausschuss auch keine Klärung zu bringen scheint, wendet sich Almila an ihren Jugendfreund Hamza Kulina (Edin Hasanovic). Der Kommissar stößt zusammen mit seiner Kollegin Maryam Azadi (Melika Foroutan) auf den mysteriösen Suizid eines Gutachters. Die beiden beginnen ernsthaft zu ermitteln – und bringen damit mächtige Menschen gegen sich auf.
Warum lohnt sich der Fall „Fackel“?
Die Geschichte lehnt sich laut Regisseur Rick Ostermann lose an den Brand im Grenfell Tower in London von 2017 an, bei dem 72 Menschen ums Leben kamen. Ursache war damals eine leicht entzündliche Fassadendämmung, die nicht den Sicherheitsstandards entsprach. Die Drehbuchautoren – Sebastian Heeg und Schauspieler Tom Schilling – haben gut daran getan, den Untersuchungsauschuss nur am Rande vorkommen zu lassen. Stattdessen haben sie einen spannenden Mordfall konstruiert, an dem sich die Mauscheleien und Vertuschungen rund um den Hochhausbrand gut erzählen lassen.
Was stört?
Es ist Jammern auf hohem Niveau: Nach „Dunkelheit“ und „Licht“ ist der dritte Teil „Fackel“ fast schon konventionell geraten.
Die Kommissare?
Für Hamza Kulina ist dieser Fall persönlich, denn er kannte eines der Opfer des Hochhausbrandes und fühlt sich deren Tochter verpflichtet. Entsprechend verbissen stürzt er sich in die Ermittlungen. Maryam Azadi tut das, was eine gute Kollegin macht: Sie nimmt ihn ernst und unterstützt ihn bei seiner Arbeit.
Ein- oder ausschalten?
Der bislang schwächste der drei bisherigen Fälle des neuen Frankfurter Teams ist immer noch besser als das Gros der „Tatorte“ - schalten Sie also ein!