Die digitale Vignette macht die Fahrt nach Österreich eigentlich einfacher: kein Kleben, kein Anstehen, kein Nachweis im Handschuhfach. Und doch sorgt gerade diese Bequemlichkeit regelmäßig für Stress und unnötige Kosten, weil ein falscher Klick teurer werden kann als gedacht. Worauf Autofahrer bei der Reise nach Österreich und Italien achten sollten.
Wer die Jahres- oder Zweimonatsvignette online im ASFINAG-Mautshop oder per App kauft, muss wissen: Sie gilt erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf. Der Grund ist das gesetzliche Rücktrittsrecht beim Onlinekauf. Wer am Reisetag spontan bucht und sofort losfährt, riskiert trotz bezahlter Vignette eine Ersatzmaut von 200 Euro. Ausnahmen gibt es: Die Ein-Tages- und die Zehn-Tages-Vignette können auch online sofort gültig gesetzt werden. Und wer die Jahres- oder Zweimonatsvignette kurzfristig braucht, kauft sie am besten direkt vor Ort: bei Tankstellen, Trafiken, ÖAMTC, ARBÖ oder ADAC entfällt die Wartefrist, die Vignette gilt sofort.
Wer eine Zehn-Tages- oder Zweimonatsvignette online gekauft hat und den Urlaub kurzfristig vorverlegt, kann das Startdatum im ASFINAG-Kundenkonto kostenlos anpassen - solange die Vignette noch nicht gültig ist. Bei der Jahresvignette ist das nicht möglich; wer dort kurzfristig umplant, muss auf den Kauf vor Ort ausweichen.
Kennzeichen prüfen, bevor man klickt
Ein häufiger Fehler ist die falsche Eingabe des Kennzeichens. Ein Zahlendreher reicht, damit die Vignette bei der Autobahnkontrolle nicht greift. Vor Beginn der Gültigkeit lässt sich das kostenlos im ASFINAG-Kundenkonto korrigieren. Nach Beginn der Gültigkeit ist eine Änderung nur noch bei der Jahresvignette möglich, und dann gegen einen Aufwandersatz von 18 Euro.
Österreich und Italien funktionieren grundlegend anders
Noch ein häufiges Missverständnis: In Österreich gilt das Vignettenmodell, man zahlt also pauschal für das Recht, die Autobahnen zu nutzen. In Italien gibt es keine Vignette; dort wird streckenabhängig abgerechnet, je nach gefahrenen Kilometern und Fahrzeugklasse. Telepass ist hier kein eigenes Mautsystem, sondern ein elektronischer Transponder, der die Durchfahrt an Mautstationen ohne Anhalten ermöglicht.
In der Praxis läuft es auf den meisten italienischen Autobahnen so: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, an der Ausfahrt wird anhand der gefahrenen Strecke abgerechnet. Der Betrag richtet sich nach den zurückgelegten Kilometern und der Fahrzeugklasse; im Durchschnitt liegt die Maut bei etwa sieben Cent pro Kilometer.
Wichtig: Das Ticket nicht verlieren, denn bei Ticketverlust wird der höchstmögliche Betrag fällig, berechnet vom am weitesten entfernten Einfahrtspunkt des Autobahnnetzes. Auf einigen neueren Strecken, vor allem in Norditalien, gilt zudem das sogenannte Free-Flow-System: Kameras erfassen dabei das Kennzeichen automatisch, ein Ticket ist nicht nötig. Die Maut muss dann innerhalb von 15 Tagen online oder über autorisierte Stellen bezahlt werden.
Ein kurzer Hinweis zum Schluss: Für das Vignettenjahr 2026 bietet die österreichische ASFINAG letztmals auch die Klebevignette an. Ab dem 1. Februar 2027 ist ausschließlich die digitale Vignette gültig. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand Vignettenjahr 2026; Preise und Fristen können sich ändern.