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10. Todestag von Diana: Popkonzert soll Englands Rose ehren

2007 jährt sich der Todestag von Diana, ehemals Prinzessin von Wales, zum zehnten Mal. Zum Andenken an ihre Mutter wollen Prinz Harry und Prinz William ein großes Popkonzert in London organisieren.

Dafür ist kein Stadion der Welt zu groß. Wenn Popstars im Sommer zum 10. Todestag einer der international bekanntesten Gesellschafts-Ikonen aufspielen, wenn dazu die britischen Prinzen William (24) und Harry (22) gerührt dreinschauen, dann wäre das modernisierte Londoner Wembley-Stadion mit seinen rund 90.000 Sitzplätzen gerade so recht.

Dass die königliche Familie den Jahrestag des tödlichen Unfalls von Prinzessin Diana groß aufziehen will, wurde lange gemunkelt. Nun, so scheint es, sind am Hof die Weichen für eine gigantische Feier gestellt worden. Kameras könnten sie in alle Welt übertragen. Und wie schon einmal könnte Elton John mit seinem auf Diana umgemünzten Marilyn-Monroe-Song "Candle in the Wind" Millionen von Menschen zu Tränen rühren. Am 6. September 1997 hatte er das 1973 komponierte Lied bei Dianas Beerdigung gesungen - in dieser Variante beginnt es mit den Worten "Goodbye England's Rose".

Volle Kontrolle

Das soll längst nicht alles sein. Madonna, Beyoncé und Kylie Minogue und nicht zuletzt auch George Michael, die Rockband The Killers und den Rapper Pharrell wünschen sich die Prinzen William und Harry nach Informationen britischer Zeitungen im Superstar-Aufgebot zum Todestag-Konzert. Sämtliche Erlöse sollen ganz im Sinne der einst so wohltätigen Diana an eine Hilfsorganisation für Obdachlose gehen. Warum die Pläne jetzt, mehr als sechs Monate vor dem Jahrestag, in die Öffentlichkeit lanciert wurden, steht für den Hofkorrespondenten der BBC, Peter Hunt, fest: "Die Prinzen wollen die volle Kontrolle darüber haben, wie der 10. Jahrestag des Todes von Prinzessin Diana gehandelt wird."

Geschickter konnte die Sache gar nicht eingefädelt werden: Offiziell hat der Hof noch nichts bestätigt. Die Bekanntgabe eines genauen Programms, heißt es dort, sei eigentlich "um den 12. Dezember herum" vorgesehen. Nun lassen sich zunächst die Reaktionen der Öffentlichkeit auf die Super-Konzertpläne prüfen - und gegebenenfalls noch abändern.

Zahlreiche Diana-Trittbrettfahrer

Vor allem scheint ein Ziel erreicht: Allen, die vorhatten, den 10. Diana-Todestags am 31. August 2007 für sich zu vereinnahmen, ist der Wind aus den Segeln genommen. Die Liste der Diana-Trittbrettfahrer ist lang. Sie reicht von Dienern, die mit immer neuen Erinnerungsbüchern Geld zu machen hoffen, bis hin zu dem Ägypter Mohammed Al Fayed. Der Besitzer des Edelkaufhauses Harrods hat sicher seine eigenen Pläne, den Jahrestag zu nutzen - ist es doch zugleich der 10. Todestag seines Sohnes, des Diana-Liebhabers Dodi Al Fayed.

Seit Jahren lässt der Multimillionär keine Gelegenheit aus, seine Verschwörungstheorie unter die Leute zu bringen: Was in jener Augustnacht 1997 in einem Pariser Autotunnel geschah, sei kein Unfall gewesen, sondern Ergebnis eines Geheimdienstkomplotts zur Ermordung Dianas und Dodis. Kein Geringerer als der Großvater von William und Harry, der Königingemahl Prinz Philip, habe die Strippen gezogen. Der Grund laut Al Fayed: Die geschiedene Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles sei von Dodi, einem Muslim, schwanger gewesen.

Diana-Dodi-Schreine

Beweise gibt es für diese Verschwörungsstory so wenig wie für alle möglichen anderen. Doch immerhin scheint vielen verdächtig, dass sich die Ermittlungen der staatlichen britischen Sonderkommission immer weiter in die Länge ziehen. Inzwischen wird mit der Bekanntgabe der Ergebnisse nicht vor Anfang 2007 gerechnet.

Al Fayed hat längst Teile seines Londoner Kaufhaus zu wahren Diana-Dodi-Schreinen ausgebaut. Tagtäglich ziehen daran tausende Besucher vorbei - zum 10. Todestag sollen sie zu wahren Pilgerstätten werden. Was er sonst noch plant, ist bislang nicht bekannt. Aber so viel ist sicher: Ein Ereignis von der Größenordnung eines ausgebuchten Wembley-Stadions dürfte er kaum auf die Beine stellen können.

Thomas Burmeister/DPA / DPA