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Pjöngjang: Diktator beim Popkonzert - da klatscht sogar Kim Jong Un

Er applaudierte sogar: Kim Jong Un besuchte in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang ein Popkonzert. Das Bemerkenswerte: Es traten südkoreanische Musiker auf.

Kim Jong Un

Der Diktator klatscht: Kim Jong Un (l.) und sein Kulturminister beim Popkonzert

AFP

Musik verbindet. Das haben viele Diktatoren festgestellt. Unter anderem Erich Honecker, der in Ost-Berlin in den 80er Jahren westliche Popgrößen wie Udo Lindenberg auftreten ließ - trotz aller Bedenken von Hardlinern und Stasi. Auf den Musikgeschmack scheint jetzt auch Nordkoreas Diktator Kim Jong Un gekommen zu sein. 

Der Machthaber besuchte zusammen mit seiner Frau Ri Sol Ju ein Popkonzert in Pjöngjang. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Kulturministerium in Seoul. Das Erstaunliche: Bei dem Konzert traten Musiker aus Südkorea auf - das erste Mal seit zehn Jahren.

Kim Jong Un klatscht fleißig mit

Stars aus Seoul wie Cho Yong Pil und Choi Jin Hee, die K-Popgruppe Red Velvet und Seohyun, ehemaliges Mitglied der bekannten K-Pop-Band Girls' Generation, spielten vor mehreren Hundert Zuschauer in Pjöngjang. Und das, obwohl Nordkorea sich formell noch im Kriegszustand mit Südkorea befindet.

Kim Jong Un ließ sich dadurch nicht beirren. Der Diktator klatschte zeitweise sogar mit. Bilder zeigen ihn, wie er in seiner Loge neben Kulturminister Do Jong Hwan steht und die Hände aufeinander schlägt. Hinterher ließ er sich sogar mit den Gästen aus Südkorea fotografieren. 

Der Besuch des Popkonzerts wird als weiteres Zeichen dafür gewertet, dass der als unberechenbar geltende Diktator eine Entspannung im Konflikt mit dem Süden und den USA sucht. Bereits bei den Olympischen Winterspielen im Februar versuchte Kim Jong Un eine Annäherung mit dem Süden und schickte 140 Mitglieder des nordkoreanischen Samjiyon-Orchesters nach Südkorea.

Kim Jong Un reiste mit Zug nach Peking

Im März war der Diktator zu einem Staatsbesuch nach Peking gereist. Da er wie sein Vater an Flugangst leiden soll, reiste Kim Jong Un mit einem Sonderzug. Da dieser schwer gepanzert sein soll, erreichte die Bahn jedoch angeblich nur eine Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. Für die rund 800 Kilometer nach Peking und zurück brauchte er mehrere Tage.


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