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84. Academy Awards in Los Angeles Eddie Murphy soll die Oscars retten


Die Show ist nicht nur in die Kritik, sondern auch ins Quotentief geraten: Nun soll US-Komiker Eddie Murphy der Oscar-Verleihung 2012 als Gastgeber neues Leben einhauchen. Doch einer der besten "Hosts" aller Zeiten könnte ihm die Rolle noch wegschnappen.
Von Frank Siering, Los Angeles

Die Quelle ist zuverlässig. Brett Rattner selbst, der neue Produzent der weltweit grössten Entertainment-Show, hat es ausgeplaudert. Eddie Murphy, 50, soll als Gastgeber für die Oscars im nächsten Jahr angeheuert werden. Murphy ist sich mit der Akademie angeblich sogar schon einig. Er sei "total begeistert und freue sich enorm auf diese neue Aufgabe", heißt es im Rattner-Lager. Zeit genug hätte Murphy, um die in die Kritik und ins arge Quotentief geratene Award Show in aller Ruhe vorzubereiten. Der einst bekannteste Komiker der Welt, der mit Streifen wie "Beverly Hills Cop" und "48 Hours" Millionen von Fans in die Kinos lockte, backt dieser Tage kleinere Brötchen.

Ein Relikt der Achtziger

Seit der Scheidung von Nicole Mitchell Murphy - das Paar hat fünf gemeinsame Kinder - fiel der als launisch geltende Murphy in sein eigenes Quotenloch. Filme wie "Meet Dave", "Norbit" oder auch "Imagine That" waren rechte Ladenhüter. Die Kritiker schreiben dieser Tage über Eddie Murphy, dass er "wie ein Relikt aus den 80er-Jahren daherkommt. Überholt, veraltet, gelangweilt" (Los Angeles Daily News). Nun also ein frischer Start ausgerechnet mit der Show, die seine Moderatoren frisst wie ein Weißer Hai seine blutenden Opfer. Erst im vergangenen Jahr versuchte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) mit den Gastgebern James Franco und Anne Hathaway ein jüngeres Publikum an die Bildschirme zu locken. Vergeblich.

Ein völlig desolater und zum Teil zugedröhnt wirkender Franco und eine hibbelige und arg angestrengt bemühte Hathaway reihten sich in die Ofer der "One Time Hosts" der Oscars ein. Weitere berühmte Fehlbesetzungen: David Letterman, Chris Rock, Hugh Jackman, Alec Baldwin und Steve Martin.

Die Comeback-Chance für Murphy

Nun also Eddie Murhpy? - Die Oscars jedenfalls kennt er nur zu gut. War er doch selbst für seine Rolle in "Dreamgirls" nominiert. Und auch politisch scheint vieles für den 50-Jährigen zu sprechen. Nicht nur ist er mit dem Executive-Producer Ratner privat bestens befreundet, auch wird Murphy zusammen mit Ben Stiller in dem neuen Ratner-Film "Tower Heist" in diesem November in die Kinos kommen.

"Eddie Murphy sucht schon seit Längerem nach einer guten Comeback-Chance. Und die scheint sich ihm mit der Gastgeberrolle für die Oscars jetzt zu präsentieren", sagt Hollywood-Reporter im Gespräch mit stern.de. Murphy scheint einen weiteren Vorteil für sich nutzen zu können. Durch seine vielen Stand Up Auftritte - vor allem als Castmitglied bei "Saturday Night Live" - hat die Stimme von "Donkey" in den Shrek-Filmen allerlei Erfahrung mit Live-Auftritten. Für viele Hollywood-Stars oftmals ein Hindernis, da sie es gewohnt sind, in eine kalte Kamera, nicht aber in ein leibhaftiges Studiopublikum zu sprechen.

Nicht der einzige Kandidat

Erste Reaktionen zu einem möglichen Eddie-Murphy-Oscar-Auftritt gibt es auch schon in Los Angeles. Will Smith: "Finde ich riesig. Eddie würde die Halle zum Beben bringen." Aber der Kampf ums Gastgeber-Mikrofon ist noch nicht zuende. Ein weiterer Name, der schon zu Beginn des Jahres als "Retter" genannt wurde, hat sich offiziell noch nicht aus dem Rennen genommen. Billy Crystal, der zwischen 1990 und 2004 achtmal (!) als Gastgeber der Academy Awards aufgetreten ist und noch heute als einer der besten "Hosts" aller Zeiten gilt, soll hinter den Kulissen weiterhin großes Interesse zeigen.

Unlängst bei einer Jubiläums-Vorführung von "City Slickers" auf die Möglichkeit die Oscars noch einmal zu moderieren angesprochen, sagte Crystal: "Es macht immer Spass, sicher, warum nicht. Vielleicht noch ein- zweimal. Ich spüre das Jucken wieder." Die 84. Academy Awards werden am 26.Februar 2012 in Los Angeles stattfinden.


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