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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Gott hilf, Bushido kommt

In Berlin ist was im Bush(ido): Deutschlands Rüpel-Rapper will Bürgermeister werden und Dieter Bohlen in sein Kabinett berufen. Doch Schunkelrentner Gotthilf Fischer hält dagegen.

Von Stefan Mielchen

Deutsche, Ihr müsst jetzt sehr stark sein, denn diese Nachricht ist schlimmer als eine EM-Niederlage je sein könnte: Rocco Stark und Kim Gloss haben sich getrennt. Ihre Liebe, die im RTL-Dschungelcamp so hoffnungsfroh begonnen hatte, liegt nach nur fünf Monaten in Trümmern. Die ergreifendste Romanze seit Tarzan und Jane wurde abgepfiffen, bevor der Verlobungsring den Besitzer wechselte. Dabei hatte Rocco für sein Lianen-Luder extra das Sparbuch geplündert und beim Juwelier 10.000 Euro auf den Tisch geblättert. Doch statt Bling-Bling gab’s Balla-Balla: Die 19-jährige Darstellerin eines It-Girls hatte darauf bestanden, alleine in den Urlaub zu fliegen - worauf der Ochsenknecht-Sohn förmlich zusammenbrach. "Ich bin zutiefst und mit jeder Pore meines Körpers enttäuscht", jammerte der 26-Jährige dort, wo Beziehungsprobleme heutzutage therapiert werden: 'auf Twitter. Doch da hatte sich die lebenshungrige Kim längst mit jeder Pore ihres Körpers einem muskelbepackten Insel-Casanova an die breite Brust geworfen. Sie posierte auf Ibiza an der Seite eines gewissen Cesar, während hierzulande ihre neue Single erschien. Deren Titel vereint auf nie dagewesene Weise künstlerische Qualität und persönliche Befindlichkeit in nur einem Wort: "Fiasco".

Mehr Netto fürs Ghetto: Bushido will Berliner Bürgermeister werden

Gut, dass es auch noch glückliche Menschen gibt wie Bambi-Preisträger Bushido. Der wird nach der Hochzeit mit einem ehemaligen Bundesliga-Wanderpokal bald Vater - alles in allem eine rosarote Rapper-Romanze. Doch um als braver Ehemann nicht der medialen Bedeutungslosigkeit anheimzufallen, muss sich der 33-jährige Berufsprovokateur schon etwas einfallen lassen. Nichts leichter als das: "Ich werde definitiv eine Partei gründen", drohte Bushido diese Woche und legte noch einen drauf: "Ich will Regierender Bürgermeister von Berlin werden." Klaus Wowereit hat schon die Hosen voll, zumal der Rüpel-Rapper bereits seine Wunsch-Senatoren ernannte: Moritz Bleibtreu, Dieter Bohlen und Boris Becker. Und auch inhaltlich hat er so seine Schwerpunkte: Eine Frauenquote wird es mit dem Bürgermeister der Schmerzen nicht geben: "Wenn eine Frau doch Karriere machen möchte, soll sie ihre Arschbacken zusammenkneifen und arbeiten." Da jubelt ganz Neukölln und Heinz Bushidokowsky weiß: "Schlimmer als die Piraten kann's eh nicht werden."

Doch da irrt er gewaltig, denn eine ihm ebenbürtige Musiklegende betrat in dieser Woche ebenfalls das politische Parkett: Gotthilf Fischer gründet die Singende Volkspartei (SVP)! Die Schunkelfraktion fordert Volksmusik als Schulfach und eine Rentner-Quote in deutschen Unternehmen. Wenn sie 2013 in den Bundestag eingezogen ist, soll zu Beginn jeder Sitzung erstmal ein gar fröhlich Lied angestimmt werden. Gotthilf Fischer unterstreicht mit aller Kraft: "Wir haben ein Recht auf Freude." Nur ein Schattenkabinett benannte der 84-Jährige Politneuling noch nicht. Dabei könnte die SVP jeden Posten gleich doppelt besetzen: Marianne und Michael als Kanzler, Heino und Hannelore als Innenminister, Judith und Mel fürs Äußere - ein Traum.

Máxima - die Prinzessin mit den Ekelfüßen

Für das Familienministerium böte sich ebenfalls eine fachlich versierte Doppelspitze an: Schauspiel-Titan Fritz Wepper kennt die Nöte junger Eltern schließlich wie kein anderer, und auch Immer-mal-wieder-Gattin Angela weiß, dass Patchwork heute mehr ist als eine Tagesdecke fürs Ehebett. Ihre Ehe soll jetzt von Promi-Schnippler Werner Mang gerettet werden. "Bei uns ist immer eine tolle Stimmung", freute sich der Schönheitschirurg im Vorfeld seines Sommerfestes. Kein Wunder, wenn bei der Botox-Sause alle mit lustigen Edding-Zeichnungen auf dem Körper herumlaufen. Mang plant zudem einen ganz besonderen Ritt über den Bodensee: Er will die Weppers endgültig wiedervereinen - auf dem Wasser. "Ich bin der Gondoliere und fahre die beiden mit meinem 50 Jahre alten Rivaboot zum Liebes-Brunch nach Rorschach in die Schweiz", kündigte er an. Die ersten Unwetterwarnungen sind bereits eingegangen.

War sonst noch was? Na klar: Die Fußballwelt blickte respektvoll auf die deutsche Nationalmannschaft, die Holland so locker weggeputzt hat. Dabei ist der 2:1-Sieg nur zu einem Teil dem Torschützen Mario Gomez zu verdanken. Der Rest war psychologische Kriegsführung. Nur wenige Stunden vor dem Anpfiff sorgte ausgerechnet Prinzessin Máxima der Niederlage für Entsetzen beim Oranje-Team! Die Sportpsychologen der "Bunten" hatten Fotos der royalen Füße veröffentlicht und sich maximal empört: "Pediküre scheint für die Prinzessin ein Fremdwort zu sein", hieß es angesichts schrundiger Fersen und gelber Zehennägel. Der Skandal um ihre Hornhaut-Hoheit brachte die Elf derart aus dem Tritt, dass der Begriff Vorrunden-Aus auf Holländisch neu übersetzt werden musste: Das heißt künftig Heimrobben.